Kinder tragen es in die Familien

Corona in Offenbach: Stadt greift durch - Nur noch Notbetreuung in Kitas

Die Offenbacher Kindertagesstätten wechseln ab Montag, 12. April, wieder zur Notbetreuung.
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Die Offenbacher Kindertagesstätten wechseln ab Montag, 12. April, wieder zur Notbetreuung.

Die Corona-Zahlen in Offenbach sind auch nach Ostern noch deutlich zu hoch. Die Stadt reagiert und schließt erneut die Kitas.

Update von Mittwoch, 07.04.2021, 17.55 Uhr: Die Stadt Offenbach ergreift erneut schärfere Corona-Maßnahmen. Die Infektionszahlen in der Stadt seien über einen zu langen Zeitraum deutlich zu hoch, sagte eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage. Daher habe man entschieden, in den Kindertagesstätten ab dem kommenden Montag (12.04.2021) wieder in die Notbetreuung zu wechseln und ein entsprechendes Betretungsverbot auszusprechen.

Offiziell ist die Maßnahme vorerst bis zum 30. April befristet. Die Sprecherin erklärte allerdings, es fänden täglich Corona-Krisensitzungen in Offenbach statt. Die Lage würde also von Tag zu Tag neu bewertet. Auf derselben Grundlage, auf der auch die Verschärfung der Maßnahmen beschlossen wurde, werde dann auch wieder entschieden, ob und wann der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden kann - nämlich auf Grundlage der Infektionszahlen und aktuellen Inzidenz. Einen konkreten Inzidenzwert, ab dem eine Lockerung möglich wäre, nannte die Sprecherin nicht.

Corona-Pandemie: Offenbacher Kitas wechseln wieder in die Notbetreuung

Erstmeldung von Mittwoch, 07.04.2021: Offenbach – Die Offenbacher Kindertagesstätten wechseln wieder zur Notbetreuung. Und zwar ab dem kommenden Montag, 12. April. Es gilt somit ein Betretungsverbot in allen Offenbacher Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen. Darüber wurden alle Kita-Eltern des Eigenbetriebs Kindertagesstätten (EKO) und der Freien Träger bereits in Elternbriefen informiert. Hintergrund sind die steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Offenbach, die besondere Betreuungssituation in Kitas und das damit verbundene Infektionsrisiko. Die von der Stadt Offenbach erlassene Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 30. April. In der Verfügung sind die Voraussetzungen für eine Notbetreuung geregelt.

Gesundheitsdezernentin Sabine Groß begründet die Entscheidung: „In Kindertageseinrichtungen treffen täglich Kinder und Erwachsene aufeinander. Es ist kaum möglich, Abstände einzuhalten.“ Die Kinder trügen aufgrund ihres Alters keine Maske. So könnten sich Infektionen besonders leicht ausbreiten. Das zeigten auch die steigenden Zahlen der letzten Wochen, sagt Groß.

Corona in Offenbach: Viele Infektionen bei Kindern unter sechs

Das Problem: Für Kinder unter sechs Jahren verzeichnet das Gesundheitsamt ein hohes Infektionsgeschehen. Allein in der Osterwoche wurde bei 27 Kita-Kindern eine Corona-Infektion diagnostiziert. „Hinzu kommt, dass wir es zwischenzeitlich ausschließlich mit der hoch ansteckenden britischen Virus-Mutation zu tun haben“, warnt Groß.

Dies führe auch dazu, dass sich nach der Infektion von Kindern die Familie des Kindes infiziere. So könnten durch Infektionen in Kitas viele Infektionsketten in Gang gesetzt werden, die zu einer großen Zahl von Infizierten führen könnten. „Daher haben alle Hauptamtlichen gemeinsam im Verwaltungsstab die Entscheidung getroffen, ein Betretungsverbot für die Offenbacher Kitas auszusprechen“, sagt die Dezernentin.

Seit dem 22. Februar ist nach der Corona-Einrichtungsschutzverordnung der Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen in Kitas wieder zugelassen. Sollten die Infektionszahlen in Offenbach aber wieder steigen, was seit einigen Wochen der Fall ist, muss der Betrieb durch weitere Maßnahmen ergänzt werden. Dieser Anforderung wird die Stadt nach eigenen Angaben mit dem Erlass der Allgemeinverfügung zu Notbetreuung in Kitas gerecht. Konkret heißt das, Kinder können nur unter bestimmten Voraussetzungen die Kita besuchen. Eine Notbetreuung kommt beispielsweise infrage, wenn Eltern in Einrichtungen der kritischen Infrastruktur arbeiten oder sie alleinerziehend sind. Weitere Ausnahmen vom Betretungsverbot der Kita regelt die Allgemeinverfügung. Auch Härtefälle werden geprüft. Vordrucke und Informationen für Eltern sind auf den Internetseiten des Jugendamtes der Stadt Offenbach auf www.offenbach.de zu finden.

Wieder Notbetreuung in Offenbach: „Wenig Spielraum“ bei den Corona-Maßnahmen

Für die Inanspruchnahme der Notbetreuung fallen die Monatspauschalen der Eltern- und Essensbeiträge im bestehenden Betreuungsumfang bis zu sechs Stunden, beziehungsweise bei nachgewiesenem erhöhten Bedarf bis maximal acht Stunden an, teilt die Stadt mit. Wer bereits die Betreuung seines Kindes in den Osterferien seit dem 6. April ausgesetzt hat und im Anschluss keine Notbetreuung in Anspruch nimmt, wird vom Betreuungs- und Essensbeitrag für April befreit. Wer sein Kind in den Osterferien betreuen lassen hat und ab dem 12. April keine Notbetreuung in Anspruch nimmt, zahlt für April die Hälfte des Betreuungs- und Essensbeitrags.

„Es ist erneut notwendig, in diesem Bereich besondere Maßnahmen zu treffen, um das Risiko der weiteren Ausbreitung einzudämmen“, sagt Sabine Groß. Es sei aber auch ein weiterer Kraftakt für die Eltern und eine Belastung für Kinder, die die Kita wieder nicht besuchen könnten. „Wir haben uns die Entscheidung im Verwaltungsstab nicht leicht gemacht, weil wir wissen, dass wir den Kindern und Eltern damit erneut sehr viel zumuten – doch die große gesundheitliche Gefährdung unserer Bevölkerung durch die dritte Welle der Pandemie lässt derzeit wenig Spielräume zu. Dies auch vor dem Hintergrund der hohen Zahlen an Offenbacherinnen und Offenbachern, die in einem Krankenhaus behandelt werden müssen.“ (rz/pso)

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