Stadt zieht erste Bilanz

Corona-Kontrollen in Offenbach: Bars dicht gemacht –Verstöße im Minutentakt an Bahnhof

Auch den Wochenmarkt nahmen Beamte von Stadt- und Landespolizei in Augenschein.
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Auch den Wochenmarkt nahmen Beamte von Stadt- und Landespolizei in Augenschein.

Strengere Kontrollen in Offenbach sollen dort die Corona-Lage entschärfen. Mehrere Bars mussten vorübergehend schließen, im Schwimmbad gab es Tumulte.

  • In Offenbach gab es zuletzt einen sprunghaften Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen
  • Die Stadt Offenbach hat deshalb die Auflagen erhöht und lässt verschärft kontrollieren
  • Über 200 große und kleine Verstöße gegen die Corona-Regeln wurden bislang festgestellt

Offenbach – Die bedenkliche Zunahme von Neuinfektionen in Offenbach ist zwar überwiegend Reiserückkehrern aus Risikogebieten anzulasten. Jedoch stellt sich auch die Corona-Disziplin in der Stadt selbst nicht als unbedenklich heraus. Das ist einer ersten Bilanz der Stadtpolizei nach vier Tagen mit verschärften Kontrollen zu entnehmen. Registriert und geahndet sind 215 Verstöße gegen die Maskenpflicht, mehrfaches Ignorieren des Picknickverbots im öffentlichen Raum und enge Partys in vier anschließend geschlossenen Bars. Dazu kommt das Auflösen eines Tumults von Schwimmbadbesuchern.

Wie berichtet, hatte die Stadtpolizei von Donnerstag bis Sonntag jeweils von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts ein scharfes Auge auf die Einhaltung der Corona-Regeln. Unterstützung kam von Landespolizei und freiwilligem Polizeidienst.

Verschärfte Corona-Kontrollen: Auch Offenbacher Nagelstudios im Blick

Besucht wurden insbesondere die S-Bahnstation Marktplatz, die Bushaltestellen am Marktplatz und Wilhelmsplatz, Supermärkte, Shisha- und Tanzbars, Restaurants, Tankstellen, der Wochenmarkt sowie zahlreichen Geschäfte, darunter Friseure, Nagelstudios und Wettbüros. Im Fokus standen Innenstadt, Mainvorgelände und Hafentreppe. Außerdem waren die Beamten in Bieber und Bürgel unterwegs.

Der städtische Verwaltungsstab und die Landespolizei hatten die Aktion gemeinsam geplant, nachdem in der vergangenen Woche die Anzahl der Neuinfizierten sprunghaft angestiegen war. „Lange Zeit lag Offenbach auf einem niedrigen Niveau, dann hatten wir plötzlich rasend schnell ganz viele neue Infektionen“, erinnert Oberbürgermeister Felix Schwenke, der bei Rundgängen dabei war und seinen Mitbürgern ins Gewissen redete.

Verstoß gegen Maskenpflicht: Offenbach kassiert 50 Euro

Auch wenn die Zahlen wieder etwas gesunken sind, ist die Lage weiterhin schlechter als vor zwei Wochen. Bürgermeister und Ordnungsdezernent Peter Freier kündigt an, dass die Stadtpolizei auch in der nächsten Zeit weiter ohne Nachsicht kontrollieren werde. Eine Alltagsmaske muss unter anderem tragen, wer Restaurants und Geschäfte sowie die S-Bahnstationen betritt. Außerdem gilt die Maskenpflicht während der gesamten Fahrt in Bahnen und Bussen. Verstöße werden mit 50 Euro geahndet.

Laut Stadtpolizei hatten sich vermehrt Bürger beschwert, dass viele Menschen im Supermarkt und in Bus und Bahn auf Mund- und Nasenschutz verzichteten.

Offenbach: Widerstand bei Kontrollen an S-Bahnstation

Und das nicht nur fahrlässig: Insbesondere in der S-Bahnstation mussten die Kontrolleure viele Diskussionen und auch Widerstand abwehren. Im Minutentakt wurden dort Verstöße festgestellt. Wer nicht sofort zahlte, den erwartet in den nächsten Tagen das Bußgeldverfahren. Dabei achteten die Beamten nicht nur darauf, ob eine Maske, sondern auch, wie sie getragen wurde. „Nicht korrekt ist es, wenn die Nase frei bleibt“, betont Ordnungsdezernent Freier.

Er hatte das härtere Durchgreifen angekündigt: „Es gibt keine Diskussionen und keine Ermahnungen mehr. Die Zeit der Nachsicht ist vorbei. Ab jetzt wird sofort kassiert.“ Leider, so Freier, helfe manchmal nur der Griff in den Geldbeutel, damit die Menschen sich an die seit fünf Monaten geltenden Regeln hielten, die einzig dem Schutz der Mitmenschen vor einer Ansteckung dienten. Nach Freiers Eindruck kommen die Aktionen überwiegend gut an: „Ich habe von vielen gehört, dass sie es gut und richtig finden, dass wir jetzt härter durchgreifen.“

Offenbach: Vier Bars müssen wegen Corona-Partys schließen

Auf Verständnis stießen die Beamten am Wochenende am Mainvorgelände. Weniger einsichtig waren Gruppen im Leonhard-Eißnert-Park, die ihr Treffen abrupt beenden mussten. Öffentliches Grillen und Picknicks sind derzeit in Offenbach verboten, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Auch in Restaurants und Bars stießen die Beamte teilweise auf Unverständnis. Dort trugen in einzelnen Fällen Gäste und Personal den Mund-Nase-Schutz nicht oder nicht korrekt, außerdem wurden Gästelisten nicht ordnungsgemäß geführt. Vier Bars mussten aufgrund von Partys ohne Abstand vorübergehend geschlossen werden.

Problematisch war, wie berichtet, die Situation am Wochenende im Waldschwimmbad Rosenhöhe. Am Samstagnachmittag kam es zu Tumulten zwischen Gästen mit Ticket und Wartenden, die auf Restkarten hofften. Am Sonntag überwachte die Stadtpolizei den Einlass. Das verlief besser. Gegen 17.40 Uhr kam es jedoch zu Tumulten, als ein Gewitter nahte und 300 Leute das Bad nicht verlassen wollten. Zwölf Landespolizisten unterstützten die Stadtpolizisten dabei, die Gäste zum Ausgang zu begleiten. (tk)

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