Wegen steigender Infektionszahlen

Corona-Lockerungen zurück genommen: Offenbach will stärker kontrollieren

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Die Stadtpolizei soll in Offenbach wieder vermehrt Corona-Maßnahmen kontrollieren.

In Offenbach ist die erste Eskalationsstufe beim Corona-Notfallplan wieder überschritten worden. Jetzt zieht die Stadt Konsequenzen.

Offenbach – Seit Tagen steigt die Zahl der Corona-Fälle in der Stadt, am Freitag wurden 48 Infizierte gezählt, 334 Personen befinden sich in Quarantäne. Offenbach überschreitet damit einen vom Land festgelegten Wert von 20 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – und der städtische Krisenstab hat darauf reagiert.

Einige zuvor beschlossene Lockerungen werden mit sofortiger Wirkung zurückgenommen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Eigentlich sollten ab heute wieder unter strengen Regeln Zuschauer bei Sportveranstaltungen in geschlossenen Räumen zugelassen sein, doch für die kommenden 14 Tage setzt die Stadt dies aus. Auch bei Bildungsangeboten gilt bis Mitte August, dass sich in geschlossenen Räumen maximal 15 Personen unter Einhaltung eines Mindestabstands von 1,50 Metern aufhalten dürfen.

Corona-Krisenstab beschließt Änderungen

Der städtische Krisenstab aus Magistrat, Gesundheitsamt, Ordnungsamt und Polizei hat außerdem eine Ausweitung der Maskenpflicht in der Gastronomie beschlossen: Ab sofort müssen Gäste wieder in allen Innenräumen Mund-Nasen-Schutz tragen, außer sie sitzen am Tisch. Beim Betreten der Gaststätte oder beim Gang zur Toilette ist somit eine Maske zu tragen. Verstöße gegen die Maskenpflicht werden künftig härter geahndet: Statt einer mündlichen Ermahnung wird nun schon beim ersten Verstoß ein Verwarngeld von 50 Euro fällig. Die Stadt will außerdem strenger kontrollieren, ob Wirte und Gäste sich an die Pflicht zum Eintrag in Gästelisten halten. Um Wirten das Führen der Listen zu erleichtern, hat die Stadt Musterformulare zum Herunterladen auf die städtische Internetseite gestellt.

Auch Reiserückkehrer von Corona-Maßnahmen betroffen

Da Reiserückkehrer als potenzielle Infektionsüberträger verstärkt ins Visier der Gesundheitsämter gerückt sind, erinnert die Stadt daran, dass Reisende aus Risikogebieten verpflichtet sind, sich beim Gesundheitsamt zu melden. Andernfalls droht ein Bußgeld von bis zu 25 000 Euro. Mit der Polizei und dem Ordnungsamt wurde vereinbart, dass diese das Gesundheitsamt bei der Ermittlung von Infektionsketten unterstützen werden, wenn die Angaben der Infizierten nicht nachvollziehbar seien.

Insgesamt fallen die Regelungen zur Eindämmung von Corona in Offenbach moderat aus, Oberbürgermeister Felix Schwenke betont, dass die getroffenen Maßnahmen wirtschaftlich niemandem schaden. Sollten die Infektionszahlen weiter ansteigen, sind jedoch weitere, härtere Maßnahmen möglich. Von Frank Sommer

Alle Entwicklungen zur Pandemie finden Sie auch in unserem Corona-Ticker.

Der besorgniserregende Corona-Trend in Offenbach geht weiter. Es gibt so viele Infizierte gleichzeitig, wie nie zuvor. Die Verwaltung will hart durchgreifen.

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