Verwarnbescheide

Corona in Offenbach: Maskenmuffeln droht saftige Geldstrafe

Kontrolle der Maskenpflicht in Offenbach (Symbolbild)
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Kontrolle der Maskenpflicht in Offenbach (Symbolbild)

Um die Corona-Pandemie in Offenbach einzudämmen, fährt die Stadt nun einen harten Kurs: Seit Mittwoch gilt im Stadtgebiet die neue Allgemeinverfügung, nach der Maskenverweigerer sofort mit 50 Euro Verwarngeld belegt werden.

  • In Offenbach gibt einen Anstieg von Neuinfektionen mit dem Coronavirus.
  • Die Polizei verstärkt die Kontrollen zur Einhaltung der Maskenpflicht in Offenbach.
  • Maskenverweigerer in Offenbach beschimpfen auch mal die Polizei.

Offenbach - Am Donnerstag hat Oberbürgermeister Felix Schwenke persönlich zwei Wachmannschaften der Stadtpolizei bei ihrem Kontrollgang durch die Stadt Offenbach begleitet. Die Botschaft: Überall, ob in Bussen, Bahnen, Geschäften oder S-Bahn-Stationen, wird die Einhaltung der Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronvirus überprüft. Und dass die Zeit des Diskutierens, des Sich-Herausredens vorüber ist, bekamen die Maskenverweigerer sofort zu spüren.

Schon in der ersten Minute der Kontrolle an der S-Bahn-Station Marktplatz in Offenbach werden sechs Personen ohne korrekt getragenen Mund-Nasen-Schutz angetroffen. Große Aufkleber am Boden in der Signalfarbe Rot informieren beim Verlassen der Rolltreppe, dass eine Maske zu tragen ist, auf den Anzeigetafeln wird darauf hingewiesen – und doch geben sich erschreckend viele der Ertappten so, als hätten sie erstmals von der Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus gehört.

Corona und die Maskenpflicht in Offenbach: Uneinsichtige beschimpfen die Polizei

Lothar Haack, seit Montag neuer Leiter der Stadtpolizei, und sein Team haben in Offenbach alle Hände voll zu tun, Personalien aufzunehmen und Verwarngeld zu kassieren. Freundlich, aber bestimmt. Keine einfache Sache angesichts der teils üblen Beschimpfungen, die sich die Stadtpolizisten ebenso wie Oberbürgermeister Schwenke anhören müssen.

„Das ist doch nicht normal, die Leute zu schikanieren“, echauffiert sich eine junge Frau, die sich völlig uneinsichtig zeigt und Stadtpolizist Robin Bickel mit den Händen vor dem Gesicht herumwedelt. Schließlich habe sie doch eine Maske bei sich – und zeigt auf ihre Handtasche. Bickel weist die Frau ruhig darauf hin, dass die Maske nur korrekt getragen ihren Dienst verrichtet, nicht jedoch sorgfältig zusammengefaltet in der Tasche.

NameOffenbach am Main
Fläche44, 9 Quadratkilometer
Bevölkerungsanzahl 128.744 (2019)
BürgermeisterFelix Schwenke

Maskenpflicht in Offenbach: Den Kontrolleuren schlägt Hass entgegen

Andere Maskenverweigerer gehen sofort zum verbalen Gegenangriff über, werfen Haack Rassismus vor, behaupten, geschlagen worden zu sein oder schreien ihn und Stadtpolizist Alexander Gebhard lautstark an. Den Rassismus-Vorwurf sollen die Stadtpolizisten und der OB von Offenbach noch öfter während der Kontrolle hören. Es werde unabhängig von Hautfarbe, Alter oder Geschlecht kontrolliert, muss Haack immer wieder aufs Neue wiederholen. „Inzwischen ist es leider schon Normalität , dass bei repressiven Maßnahmen sofort die Rassismuskeule geschwungen und man beleidigt wird“, sagt er zu Schwenke. Auch der braucht teils alle Redekunst, um den Uneinsichtigen die Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus zu erläutern. „Seit fünf Monaten müssen in Geschäften und Bahnen Masken getragen werden“, erklärt er immer wieder.

Es gibt aber auch Passanten, die das Vorgehen der Stadt Offenbach begrüßen. „Wenn es Regeln gibt, müssen die auch überprüft werden“, sagt ein Fahrgast, „ich finde, die Polizei sollte viel öfter in der S-Bahn kontrollieren.“ Eine ältere Frau dankt einem der Stadtpolizisten für die Kontrolle: „Richtig so, es geht hier um unser aller Gesundheit.“ Positiv fällt auf, dass in den Zügen der Großteil den Mund-Nasen-Schutz korrekt trägt.

Mit der Maske gegen das Coronavirus: Lob von Passanten und Supermarkt-Kassiererin

Nach 45 Minuten Kontrolle an der S-Bahn-Station Marktplatz in Offenbach haben sich über 60 Verwarnungen angehäuft. Weiter geht es in die Geschäfte am Marktplatz. Im Rewe- und dm-Markt fallen sofort zwei Kunden auf, die ihre Masken am Kinn tragen. Während eine ältere Frau länger mit zwei Stadtpolizisten diskutieren will, dankt die Kassiererin dem OB und Haack: „Kommen Sie ruhig öfter vorbei - wenn wir was sagen, werden wir oft nur angemeckert.“

Im Friseursalon werden vorschriftsmäßig Masken zum Schutz vor dem Coronavirus getragen, bis auf eine Ausnahme auch in den Bussen. „Wir werden auch in den kommenden Wochen weiter kontrollieren“, kündigt Haack an, die Schonfrist sei in Offenbach vorüber.Von Frank Sommer Offenbacher Kickers bestätigen ersten Corona-Fall - Spieler in Quarantäne. Offenbach: Massentests vor Schulstart als Lösung? 

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