Steigende Inzidenz

Corona in Offenbach: Stadt führt Ausgangssperre ein - Aufhebung über Ostern ausgeschlossen

In der Innenstadt von Offenbach gilt wegen der Corona-Pandemie Maskenpflicht. Ein Symbol auf der Straße erinnert daran.
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Zusätzlich zur Maskenpflicht gilt in Offenbach ab Mittwoch (31.03.2021) auch wieder eine nächtliche Ausgangssperre. (Symbolbild)

Offenbach bleibt ein Corona-Hotspot und hat mit immer höheren Fallzahlen zu kämpfen. Ab Mittwoch gilt wieder eine Ausgangssperre. Alle neuen Corona-Regeln auf einen Blick.

  • Die 7-Tage-Inzidenz in Offenbach ist weiterhin hoch
  • Die gültige Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie orientiert sich an der landesweiten Inzidenz.
  • Nun hat die Stadt Offenbach neue Ausgangssperren beschlossen.

Update vom Dienstag, 30.03.2021, 12.47 Uhr: Weil an den Oster-Feiertagen keine Zeitung erscheint, werden in dieser Zeit in Offenbach keine Lockerungen erfolgen. Das hat Gesundheitsdezernentin Sabine Groß (Grüne) in einer amtlichen Bekanntmachung am Dienstag (30.03.2021) in der „Offenbach Post“ mitgeteilt.

Die Stadt hat beschlossen, dass die nächtliche Ausgangssperre, die von Mittwoch (31.03.2021) bis zum 18. April 2021 gilt, wieder aufgehoben werden kann, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz mehrere Tage in Folge unter 200 liegt. Weil die Zeitung jedoch über die Oster-Feiertage nicht erscheint, könne man die Ausgangssperre formal an diesen Tagen nicht aufheben. „Sollte das so sein, würden wir aber an diesen Tagen nicht mehr kontrollieren“, erklärte Groß.

Während der nächtlichen Ausgangssperre dürfen Häuser und Wohnungen zwischen 21 und 5 Uhr nur mit triftigem Grund verlassen werden (Am 31.03.2021 gilt die Ausgangssperre erst ab Mitternacht). Auch Menschen, die nicht in Offenbach wohnen, dürfen sich dann nicht mehr im öffentlichen Raum aufhalten. Ein triftiger Grund liegt vor, wenn es um die Wahrnehmung einer medizinischen Versorgung, die Ausübung eines Sorgerechts oder berufliche Tätigkeiten geht. Aber auch der Besuch von Verwandtschaft in gerader Linie und das Gassigehen mit Tieren ist erlaubt. Verstöße werden mit einem Bußgeld von 200 Euro geahndet.

Ausgangssperren in Offenbach treten ab Mittwoch (31.03.2021) in Kraft – Ausnahmen gelten

+++ 17.07 Uhr: Der Verwaltungsstab der Stadt Offenbach hat beschlossen: Ab dem 31. März tritt gemäß dem hessischen Eskalationskonzept eine nächtliche Ausgangsbeschränkung für Offenbach in Kraft. Sie gilt erstmals am Mittwoch (31.03.2021) ab 0 Uhr bis 5 Uhr, da die Verordnung erst an diesem Kalendertag in Kraft tritt. An den darauf folgenden Tagen gilt sie jeweils ab 21 Uhr bis 5 Uhr und ist zunächst bis zum 18. April befristet.

Die Neufassung des Eskalationskonzepts sieht Ausgangssperren zur Eindämmung des Corona-Virus vor, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen die 7-Tage-Inzidenz über 200 liegt. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen können aufgehoben werden, wenn die Inzidenz an mehreren Tagen unter 200 liegt. Auch eine frühere Aufhebung sei möglich, heißt es von der Stadt.

Gesundheitsdezernentin Sabine Groß begründet die Entscheidung: „In Offenbach verteilen sich die Infektionen auf viele Orte. Rund die Hälfte geschehen dabei im privaten Raum bei privaten Treffen. Die Überschreitung der 200 geht außerdem einher mit einer wieder steigenden Auslastung der Intensivbetten in den Kliniken und der weiteren Verbreitung der leichter übertragbaren Mutation. Das Risiko eines weiterhin und schnellen Anstiegs ist damit sehr hoch.“ Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke ergänzt: „Es können nicht immer nur weitere Beschränkungen erlassen werden, die Kinder oder die Wirtschaft treffen: Es gilt bei dieser Inzidenz auch den Ort zu erreichen, an dem viele Infektionen entstehen – das ist der private Raum, wie das Stadtgesundheitsamt von vielen Erkrankten abgefragt hat.“

Sehr geehrte Leser*innen, in einer früheren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass die Ausgangssperre zwischen 0 Uhr und 5 Uhr gelte. Das ist allerdings nur am Mittwoch (31.03.2021) der Fall. Wir haben die Zeitangaben präzisiert und bitten die Ungenauigkeit zu entschuldigen.

Corona-Lage in Stadt und Kreis Offenbach: Diese Regeln gelten aktuell

Update vom Montag, 29.03.2021, 10.15 Uhr: Nach Terminvereinbarung durch Geschäfte oder Möbelhäuser bummeln ist ab heute nicht mehr erlaubt. Ab Montag (29.03.2021) greift die beim Bund-Länder-Gipfel beschlossene „Notbremse“ in Hessen. Auch im Kreis Offenbach und der Region ändert sich einiges: Der Einzelhandel, der seit Anfang März für das Terminshopping öffnen durfte, muss wieder schließen. Statt „Click and Meet“ heißt es jetzt wieder „Click and Collect“, das heißt, im Internet oder am Schaufenster ausgesuchte Waren können telefonisch oder online vorbestellt und an der Ladentür abgeholt werden. Auch die Museen, Zoos und botanischen Gärten müssen ihre Innenräume wieder schließen.

Gelockert werden allerdings die Besuchsregeln in Alten- und Pflegeheimen. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte sich gegen eine landesweite Ausgangssperren ausgesprochen. Regional können jedoch Unterschiede gelten. Die Stadt Offenbach will am heutigen Montag (29.03.2021) über Ausgangssperren beraten. Alle Regeln für den Kreis Offenbach werden auf der Webseite des Kreises beschrieben.

Die neuen Corona-Regeln für Offenbach und die Region auf einen Blick

  • Diese Corona-Regeln gelten seit Montag (29.03.2021) bis zum 18. April für Offenbach und die Region:
  • Der Einzelhandel muss schließen: Kunden dürfen Geschäfte, die nicht den Grundbedarf decken, nicht mehr betreten. Weiterhin erlaubt bleibt das Abholen von telefonisch oder digital vorbestellten Waren an der Ladentür. Offen bleiben neben Lebensmittelmärkten, Tankstellen, Optikern und Co. auch Gartenmärkte, Blumenläden, Buchhandlungen, Bau- und Heimwerkermärkte. Auch Friseure bleiben geöffnet.
  • Die geschlossenen Räumlichkeiten von Museen, Zoos und botanischen Gärten sind für den Publikumsverkehr nicht mehr zugängig. Diese Freizeitangebote dürfen nur im Freien und nach vorheriger Terminvereinbarung besucht werden.
  • Die Besuchsregeln für Ältere und pflegebedürftige Menschen werden gelockert. Sie dürfen in ihren innerhalb einer Woche zweimal Besuch von jeweils zwei Personen für je eine Stunde erhalten. Ab Donnerstag (01.04.2021) sind Besuche auch wieder täglich erlaubt.
  • Fitnesstudios und ähnliche Einrichtungen dürfen unter Auflagen (nach Terminvereinbarung) weiterhin öffnen. Für den Sport im Freien gelten für Erwachsene die Kontaktbeschränkungen. Kinder bis 14 Jahre dürfen im Freien Sport betreiben. Ihre Zahl wird nicht beschränkt.
  • Übernachtungsangebote im Inland sind nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke erlaubt.
  • Das Bewirtungsverbot bleibt bestehen. Speisen dürfen nur zum Mitnehmen angeboten werden.
  • Die geltenden Kontaktbeschränkungen bleiben bestehen. Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei verschiedenen Haushalten treffen (Dazugehörige Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt). Das bleibt im privaten Raum eine dringende Empfehlung.
  • Maskenpflicht auf gut besuchten öffentlichen Plätzen zwischen 8 und 22 Uhr, der Alkoholkonsum ist dort im Kreis Offenbach ganztägig verboten.

Update vom Mittwoch, 24.03.2021, 16.02 Uhr: Die Notbremse in Hessen wird gezogen. Das hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bekannt gegeben. Deshalb werden ab Montag (29.03.2021) Lockerungen wieder zurückgenommen. Das Land streicht „Click & Meet“ und erlaubt nur noch „Click & Collect“ mehr in Hessen geben. Eine allgemeine Ausgangssperre soll es in Hessen nicht geben.

Trotzdem sind Ausgangssperren für einzelne Kreise und Städte möglich. Die Entscheidung liegt bei den Kommunen, erklärt Bouffier. In Offenbach liegt die 7-Tage-Inzidenz nach Angaben des städtischen Gesundheitsamts bei 190,4. Für Kommunen mit einem so hohen Infektionsgeschehen sieht das Eskalationskonzept von Hessen Ausgangsbeschränkungen vor.

Ob es in Offenbach so weit kommt, ist noch unklar. Auf Anfrage hat die Stadt angegeben, dass ohne die aktualisierte Corona-Verordnung des Landes noch keine neuen Maßnahmen beschlossen werden können. Die Verordnung liege bisher nicht vor. Die Stadt weist außerdem darauf hin, dass auch das Eskalationskonzept angepasst werden würde und auch diese Änderungen beachtet werden, wenn sie vorliegen. Am Donnerstag (25.03.2021) gibt es eine Sitzung des Verwaltungsstabes.

Corona in Offenbach: Gibt es neue Maßnahmen?

Update vom Dienstag, 23.03.2021, 7.03 Uhr: Noch ist nicht klar, wie es in Offenbach und der Region angesichts der hohen Inzidenzen weitergeht. Doch geht man nach den Beschlüssen des Corona-Gipfels, dann könnte die Notbremse bald kommen. In Gebieten mit einer Inzidenz über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen soll die Notbremse greifen. Dann werden die Corona-Regeln nochmals verschärft und es werden wieder die Maßnahmen gelten, die am 7. März in Kraft waren. Das bedeutet auch, dass Öffnung zurückgenommen werden.

Auch Ausgangsbeschränkungen und verschärfte Kontaktbeschränkungen können dem Beschluss zur Folge wieder in Kraft treten. Wie die Beschlüsse des Gipfels konkret in Hessen angewendet werden und was sich für die Bürger ändern wird, das bleibt abzuwarten. Es wird davon ausgegangen, dass Ministerpräsident Volker Bouffier am heutigen Dienstag (23.03.2021) in einer Pressekonferenz die konkreten Details erläutert.

Corona-Gipfel: Notbremse in Offenbach soll kommen – Ausgangssperre möglich

Update vom Dienstag, 23.03.2021, 3.14 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen haben Bund und Länder eine Verschärfung der geltenden Beschränkungen beschlossen. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Nacht zum Dienstag mitteilte, soll in Landkreisen und Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 die sogenannte Notbremse gezogen werden, Öffnungen sollen also zurückgenommen werden.

Dazu können nach dem Beschluss Ausgangsbeschränkungen, verschärfte Kontaktbeschränkungen und eine Tragepflicht medizinischer Masken von Mitfahrern auch im privaten Pkw zählen. Das betrifft auch die Stadt Offenbach. Die Inzidenz liegt hier mit 196,5 (Stand: 22.03.2021) deutlich über dem Grenzwert. Welche Auswirkungen die Notbremse im Detail auf das Leben in Offenbach hat, wird sich in den kommenden Stunden entscheiden.

Corona-Notbremse in Offenbach: Entscheidung beim Bund-Länder-Gipfel steht aus

+++ 23.07 Uhr: Die Entscheidung beim Bund-Länder-Gipfel steht am späten Montagabend (22.03.2021) noch aus. Kanzlerin Angela Merkel hat die Verhandlungen vor mehr als vier Stunden unterbrochen und berät seither laut übereinstimmenden Medienberichten in kleineren Kreisen über die Beschlussvorlage.

Beim Thema Ausgangssperren gibt es noch keinen Beschluss. Die Vorlage sieht vor, dass Kreise und Städte mit einer Inzidenz über 100 mit Verschärfungen wie Ausgangsbeschränkungen gegen die steigenden Infektionszahlen vorgehen. Ab einer Inzidenz über 200 sollen Schulen und Kitas wieder geschlossen werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Offenbach liegt mit 196,5 (Stand: 22.03.2021) nur knapp darunter.

Fest steht: Liegt die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, soll die Notbremse in Kraft treten. Demnach müsste der Einzelhandel wieder komplett schließen. Maßgebend für die Landkreise und Städte in Hessen war dafür zuletzt die landesweite Inzidenz, die aber auch bereits seit Donnerstag (18.03.2021) stetig über 100 liegt. Ministerpräsident Volker Bouffier wollte darauf erst nach den Beschlüssen beim Corona-Gipfel reagieren.

Corona-Notbremse in Offenbach droht: Entscheidung über Verschärfung fällt heute

Update vom Montag, 22.03.2021, 9.50 Uhr: Auch wenn die 7-Tage-Inzidenz in Offenbach laut RKI mit 196,5 noch knapp unter 200 liegt, drohen der Stadt Ausgangssperren. Das könnten Bund und Länder am Montag (22.03.2021) beschließen.

Der dpa liegt ein Beschlussentwurf aus dem Kanzleramt mit Stand 21. März, 17.30 Uhr vor. Dort sei von Verschärfungen der Corona-Beschränkungen für Landkreise und Städte mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 100 vorgesehen. Diese Grenze hat Offenbach schon seit mehreren Wochen überschritten. Es drohen nächtliche Ausgangsbeschränkungen bis 05.00 Uhr, „sofern dem nicht gewichtige Gründe entgegenstehen“, berichtet die dpa.

Drohen in Offenbach Ausgangssperren? Corona-Inzidenz steigt rapide

In der Politik gibt es zu Ausgangssperren unterschiedliche Meinungen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält eine nächtliche Ausgangssperre zur Eindämmung der Corona-Pandemie noch nicht für zwingend notwendig. Bei weiterhin rasant steigenden Fallzahlen dürfte sie aber kaum zu vermeiden sein, warnte der studierte Epidemiologe am Sonntagabend (21.03.2021) bei „Bild live“. Er betont aber auch: „Ausgangsbeschränkungen sind die Ultima Ratio, man muss versuchen, das zu verhindern.“
FDP-Chef Christian Lindner lehnt Ausgangssperren hingegen ab. Er sagte bei „Bild live“: „Ich halte Ausgangsbeschränkungen immer für unverhältnismäßig, für eine zu scharfe Freiheitseinschränkung.“

Bald wird entschieden, ob in Hessen die Notbremse greift. (Symbolbild)

Kommt die Corona-Notbremse in Offenbach?

Update vom Sonntag, 21.03.2021, 15.35 Uhr: In Offenbach liegt die 7-Tage-Inzidenz knapp unter 200, aktuell bei 197,5. Bei einer Inzidenz von über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen kann die Corona-Notbremse greifen. Ausschlaggebend ist dabei in Hessen allerdings nicht der Wert einzelner Kommunen, sondern der landesweite Durchschnitt. Allerdings ist auch hier die Inzidenz seit einigen Tagen dreistellig.

Ob in Hessen die Maßnahmen wieder verschärft werden, will Regierungschef Volker Bouffier nach der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz bekannt geben. Diese soll am Montagnachmittag (22.03.2021) stattfinden. Die Diskussion kann sich – je nachdem, wie lange diskutiert wird – bis in die späten Abendstunden oder in die Nacht ziehen. Möglicherweise teilt Bouffier demnach die Strategie für Hessen erst am darauffolgenden Dienstag mit.

Falls in Offenbach die 200er-Marke an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird, erreicht die Stadt die höchste Eskalationsstufe des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Dann sollen die Kommunen über nächtliche Ausgangssperren bestimmen.

Corona in Offenbach: Führt die Inzidenz zur angekündigten „Notbremse“?

Erstmeldung vom 16.03.2021, 14.42 Uhr: Offenbach – Schon vor den Lockerungen, die seit dem 8. März in Hessen gelten und Öffnungen im Einzelhandel und mehr private Kontaktmöglichkeiten mit sich bringen, ist die 7-Tage-Inzidenz in Offenbach wieder angestiegen. Mittlerweile nähert sich die Stadt wieder der 200er Marke. Am Dienstag (16.03.2021) liegt die Inzidenz laut Robert-Koch-Institut bei 178,1. Auch in Hessen steigt die Inzidenz seit ungefähr einer Woche jeden Tag an und liegt aktuell bei 89,1.

Für den Fall, dass die landesweite Inzidenz über 100 steigt, soll die „Notbremse“ im hessischen Stufenplan greifen. Dann können alle Lockerungen – „Click&Meet“ in Geschäften, Treffen zwischen zwei Haushalten mit jeweils bis zu fünf Personen, Öffnungen von Museen oder Tierparks – wieder rückgängig gemacht werden. Die hessenweite Regelung soll dafür sorgen, dass es innerhalb des Bundeslandes nicht zu einem Shoppingtourismus in den benachbarten Landkreis oder die Nachbarstadt kommen soll.

Noch immer ist die Corona-Lage in Offenbach und der Region angespannt. Gibt es bald wieder Ausgangssperren?(Archivbild)

„Notbremse“ in Offenbach? Das passiert bei einer Inzidenz von 200

Ein Szenario, das doch noch eintreffen könnte, wenn sich die Corona-Lage in Offenbach weiter zuspitzen sollte, die hessische Inzidenz aber weiterhin Öffnungen erlaubt. Wird in Offenbach dann alles geschlossen sein und in Frankfurt nicht?

Die Stadt Offenbach weist in einer Pressemitteilung von Donnerstag (11.03.2021) darauf hin, dass lokale Inzidenzen bei der Bekämpfung des Corona-Virus auch weiterhin eine Rolle spielen würden – auch wenn Öffnungen an die landesweite Inzidenz gekoppelt sind. Die Kommunen bekämen Anweisungen des Landes, welche Maßnahmen sie bei der jeweiligen Inzidenz treffen müssten. Schließungen in Offenbach wären also denkbar.

Corona in Offenbach: Ausgangssperren drohen ab einer Inzidenz von 200

Auf Nachfrage schließt die Stadt Offenbach Sperrungen nur in einer Kommune allerdings aus: „Da Offenbach Teil des Rhein-Main-Gebietes ist, wird es keine Geschäftsschließungen nur in einer Kommune geben. Hier kann nur gemeinsam mit anderen Kommunen agiert werden. Soweit das Land Hessen Betriebsbeschränkungen festlegt, sind diese in der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung (CoKoBev) aufgeführt.“

Bei einer Inzidenz von über 200 – der sechsten und höchsten Kategorie schwarz im Sechs-Stufen-Plan – spricht die zitierte, derzeit gültige Verordnung für Hessen auch davon, dass die betroffenen Kommunen über Ausgangssperren zwischen 21 und 5 Uhr entscheiden müssen. Damit Ausgangssperren in Kraft treten, muss die Inzidenz drei Tage hintereinander über 200 liegen. Wenn die Inzidenz fünf Tage unter 200 liegt, ist die Einschränkung wieder aufzuheben.

Corona in Offenbach: Stadt beobachtet nicht nur die 7-Tage-Inzidenz

Auf der Website der Stadt heißt es, dass der Verwaltungsstab von Offenbach die Entwicklung im Blick behalte und erwäge, die Ausgangsbeschränkungen wieder einzuführen, wenn die Inzidenz in absehbarer Zeit nicht sinkt. In der Pressemitteilung heißt es von Oberbürgermeister Felix Schwenke und Gesundheitsdezernentin Sabine Groß: „Die steigende Inzidenz bereitet uns Sorgen. Im Verwaltungsstab beobachten wir die Situation sehr aufmerksam. Wir beraten uns zusätzlich täglich per Mail, telefonieren, oder tauschen uns in Videokonferenzen aus.“

Bei der Beurteilung der Lage habe die Stadt nicht nur die Inzidenz im Blick, sondern beobachte auch die Situation in den Kliniken – hier würden inzwischen viele Fälle mit der britischen Variante B.1.1.7 behandelt werden – und achtet auf die Nachverfolgbarkeit der Infektionsketten und Infektionsorte.

Corona in Offenbach: Viele Tests bei Kontaktpersonen Grund für hohe Inzidenz

Eine Erklärung für die gestiegene Inzidenz liefert die Stadt auch: Da das Stadtgesundheitsamt zuletzt sehr viele Tests bei Kontaktpersonen beauftragt habe, gehe ein Teil der gestiegenen Inzidenz darauf zurück. Dabei sei die Quote der positiv Getesteten im Verhältnis zu der Anzahl der Tests in einer erwartbaren Bandbreite geblieben. Experten schätzen die Dunkelziffer bei Sars-CoV-2 auf das Acht- bis Zehnfache der Inzidenz. Aktuell organisiert das Gesundheitsamt mit geeigneten Anbietern zusätzliche Möglichkeiten zum Selbsttest, informiert die Stadt. Wenn sich viele Menschen selbst testen, werden auch Infektionen aus dem Bereich der Dunkelziffer entdeckt. Nach einem positiven Antigentest sei ein PCR-Test für den Getesteten zwingend vorgeschrieben.

Es wurden in Offenbach auch schon Maßnahmen ergriffen, um die Zahl der Corona-Neuinfektionen zu verringern. Die Stadt gibt an, ein „zusätzliches Verfahren zur Auswertung der eingehenden Reisemeldungen“ eingeführt zu haben. Außerdem wurden wegen der sich ausbreitenden Corona-Mutation aus Großbritannien die Regeln für Schulen und Kitas verschärft. Das betrifft die Test- und Qurantänestrategie der Stadt.

Corona in Offenbach: Stadt setzt auf vermehrte Kontrolle

Auch soll die Einhaltung der Maßnahmen wieder verstärkt kontrolliert werden. Der Ordnungsdezernent von Offenbach, Peter Freier, wird in der Pressemitteilung vom Donnerstag (11.03.2021) zitiert: „Wir haben uns jüngst entschieden – auch in Anbetracht des einkehrenden Frühlings – die bestehenden Corona-Regelungen wieder mit gezielten Schwerpunktkontrollen zu überprüfen. Dazu gehören beispielsweise Kontrollen der Maskenpflicht. Die Landespolizei unterstützt uns dabei. Außerdem kontrollieren wir die Einhaltung der Quarantäne und fahren zu den Leuten nach Hause. Die Einhaltung der Quarantäne ist ein entscheidender Baustein, um den Anstieg der Fallzahlen wieder in den Griff zu bekommen.“

Stadtrat Paul-Gerhard Weiß richtet sich mit einer Bitte an die Menschen in Offenbach: „Die seit dieser Woche geltenden Lockerungen sind erfreulich. Wir sollten sie mit Maß genießen, in dem wir uns auch weiterhin an Abstands- und Hygieneregeln halten. Denn die Pandemie wird neben den Impfungen vor allem vom Verhalten der Menschen entschieden und nicht von den staatlichen Regeln.“ Auch wenn in Offenbach Kunden und Einzelhändler die Öffnungen mit „Click&Meet“ kritisiert haben, sich nach den Öffnungen doch mehr Menschen in der Innenstadt unterwegs. (Theresa Ricke)

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