Verstoß gegen Corona-Verordnung

Schnelltest-Party vorerst abgesagt - Initiatoren prüfen rechtliche Schritte

Corona Schnelltest Party Offenbach Back to Live Fredenhagen Halle
+
Bei den Proben für das Konzept war man in der Fredenhagen-Halle noch zuversichtlich.

Es sollte ein beispielhaftes Event werden: Morgens der Corona-Schnelltest, abends ohne Maske feiern. Doch nun ist die Veranstaltung in Offenbach vorerst abgesagt.

  • In Offenbach sollte es eine Corona-Schnelltest-Party geben
  • Die Stadt hat das Konzept „Party nach Schnelltests“ jetzt untersagt
  • Die Veranstalter kämpfen weiter um eine Erlaubnis für das Konzept in der Corona-Krise

Offenbach – Die für diesen Freitag geplante Corona-Schnelltest-Party „Back to Live“ in der Fredenhagen-Halle in Offenbach ist vorerst abgesagt. Nachdem die Stadt das Vorhaben, das als bundesweite Musterveranstaltung vorgesehen war, als rechtswidrig eingestuft hatte, weil der vorgeschriebene Mindestabstand nicht eingehalten werden sollte, haben die Organisatoren nun erst mal einen Rückzieher gemacht.

Nach dem Corona-Schnelltest auf die Party: Veranstaltung in Offenbach vorerst abgesagt

Man kämpfe aber weiterhin für das Konzept, betonen die Initiatoren und der Fachverband für das Veranstaltungswesen FAMAB. „Die Veranstaltung kann aufgrund der geltenden Verordnung nicht stattfinden, in der unser Konzept einer Vorab-Testung aller Veranstaltungsteilnehmer nicht berücksichtigt ist. Leider fehlt es bisher an der Bereitschaft, für unser Konzept eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen“, bedauert Nico Ubenauf, Mitinitiator von „Back to Live“. Gleichzeitig macht er klar: „Wir halten weiterhin an unserem Konzept fest und werden gegebenenfalls auch rechtliche Schritte prüfen, um eine Änderung in der derzeit geltenden Corona-Verordnung zu bewirken, damit die Veranstaltungswirtschaft eine weitere Option hat, Veranstaltungen durchzuführen.“

Die Vorbereitungen für die Party mit 250 Gästen liefen bereits auf Hochtouren: Die Initiatoren wollten Deutschlands erste Musterveranstaltung mit Covid-19-Test auf die Beine stellen, ohne Mundschutz und Mindestabstand und unter Begleitung anerkannter Mediziner. Dazu hätten sich die geladenen Gäste aus der Veranstaltungsbranche am Morgen einem sogenannten PCR-Test unterzogen und bei einem negativen Sars-CoV-2-Bescheid die Veranstaltung mit Diskussionsrunde am Abend besucht.

Offenbach: Corona-Schnelltests sollten unbeschwertes Feiern möglich machen

Die Stadt hatte jedoch vergangenen Donnerstag die Veranstalter in einem Schreiben dazu aufgefordert, das Konzept der Rechtslage entsprechend anzupassen und angedroht, die Veranstaltung andernfalls zu untersagen. Knackpunkt der Diskussion ist die geltende Mindestabstandsregel. Selbst ein professionell durchgeführter Covid-19-Test hebt den Sicherheitsabstand nicht auf. Nico Ubenauf hält das für eine Formalie, welche aus seiner Sicht leicht zu ändern wäre.

Zur Vorbereitung der Musterveranstaltung haben die Initiatoren ein 70 Seiten starkes Gesundheitsschutz- und Hygienekonzept erarbeitet. „Die Mediziner haben das Konzept begutachtet und für unbedenklich erklärt“, so Ubenauf. Mitinitiator Christian Eichenberger betont: „Diese Musterveranstaltung sollte beispielhaft den Ausweg aus einer Präventionsstrategie bieten, die technisch und medizinisch nicht mehr aktuell ist, weil sie das Instrument der PCR-Schnelltests noch nicht kannte. Doch die Veranstaltung kann nun so nicht stattfinden, da sie mit der zu aktualisierenden Verordnung nicht in Einklang gebracht werden kann. Das ist paradox. In einigen Bundesländern sind inzwischen Großveranstaltungen mit bis zu 1000 Menschen ohne Testungen wieder erlaubt. “

Corona-Schnelltest-Party: Stadt Offenbach bleibt bei ihrer Linie

Noch am vergangenen Freitag (10.07.2020) hatten die Initiatoren beim Hessischen Sozialministerium im Eilverfahren um eine gemeinschaftliche Lösung gebeten. Eine Antwort steht offenbar noch aus.

Die Stadt hält unterdessen daran fest, dass das geplante Format nicht mit der geltenden Rechtslage in Einklang zu bringen ist. Auf Unverständnis stößt die Aussage, dass es „eine Formalie“ sei, an der das Konzept nun scheitere und diese aus Sicht des Veranstalters leicht zu ändern sei. Gesundheitsdezernentin Sabine Groß: „Dem Konzept steht keine Formalie entgegen, sondern die nach wie vor geltende Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung des Landes Hessen, die die Einhaltung eines Mindestabstands vorschreibt. Eine geltende Rechtsnorm stellt jedenfalls für die Stadt Offenbach keine Formalie dar.“ (Matthias Dahmer)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare