Coronavirus

Corona in Offenbach: 75000 Euro Notfallhilfe für freie Kultureinrichtungen

Wegen der Corona-Krise gibt es von der Stadt Offenbach einen Notfallfonds.
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Wegen der Corona-Krise gibt es von der Stadt Offenbach einen Notfallfonds.

Die Stadt richtet einen Notfallfonds für freie Kultureinrichtungen ein. Insgesamt 75 000 Euro stellt sie zur Verfügung, damit Veranstalter und Kreative ihre wegen der Corona-Krise entstandenen Schäden zumindest teilweise ausgleichen können.

  • Das Coronavirus hat Auswirkungen auf Kultureinrichtungen.
  • Deshalb gibt es Notfallhilfen für freie Kultureinrichtungen in Offenbach.
  • Die Anträge müssen bis Sonntag, 26. April, gestellt werden.

Offenbach – Der Corona-Notfallfonds ist nur ein kleines Pflaster, aber ein dringend benötigtes: Die wesentlichen finanziellen Hilfen müssten angesichts der Dimension der Probleme von Bund und Land kommen, betont die Stadtverwaltung. Dennoch will sie etwas für die freien Kultureinrichtungen in Offenbach tun. Oberbürgermeister Felix Schwenke, Kämmerer Peter Freier, Stadträtin Sabine Groß und Stadtrat Paul-Gerhard Weiß haben nun entschieden, mit einer einmaligen, den Möglichkeiten der Stadt angemessenen Unterstützungszahlung einen Beitrag zur Existenzsicherung dieser Einrichtungen zu leisten.

Coronavirus in Offenbach: 75 000 Euro für freie Kultureinrichtungen

„Diese Kultureinrichtungen prägen gemeinsam mit den städtischen Institutionen wesentlich das kulturelle Bild unserer Stadt mit“, so Schwenke. Dabei seien sich die politischen Verantwortlichen im Klaren darüber, dass der mit 75 000 Euro versehene Fonds nicht erschöpfend die Probleme für die Einrichtungen lösen werde. Peter Freier fügt hinzu: „Im Zusammenwirken mit Bundes- und Landesebene erhoffen wir uns aber doch einen kleinen, dennoch spürbaren Beitrag zur Existenzsicherung dieser für das städtische Leben wichtigen Einrichtungen zu leisten.“

Gefördert werden sollen vor allem Einrichtungen oder Vereine mit ganzjährigem Veranstaltungs-, Ausstellungs- oder Unterrichtsbetrieb, deren Existenz durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie ohne Hilfe bedroht ist. Die Anträge sind bis Sonntag, 26. April, zu stellen. Sozialdezernentin Sabine Groß: 

„Das urbane Lebensgefühl in Offenbach hängt wie in jeder Großstadt auch stark mit der Diversität der Kulturangebote zusammen.“ Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß erklärt: „Die Stadt ist sich im Klaren darüber, dass solche Kultureinrichtungen finanziell nicht über Netz und doppelten Boden verfügen.“ Deshalb habe sie sich einhellig entschieden, den ihr möglichen Beitrag zu leisten.

Um die Kultur in der Stadt zu erhalten und weiter zu fördern, hat Offenbach jetzt eine Spendenplattform eingerichtet. So können die Offenbacher Bürger ihre Lieblingskulturorte mit einer Krisenhilfe unterstützen.

Coronavirus in Offenbach: Das Zimmertheater t-raum freut sich über den Zuschuss

Dieser löst vielleicht nicht alle Probleme, wird von vielen Kulturschaffenden aber begrüßt. „Uns hilft alles“, sagt beispielsweise Frank Geisler vom Zimmertheater t-raum. „Auch kleine und kleinste Beträge sind eine Erleichterung.“ Der t-raum, den er zusammen mit Sarah Baumann betreibt, operiere auch im Normalfall schon mit Beträgen, über die andere womöglich die Nase rümpften.

Auch Reinhard Prekel, Inhaber des Wiener Hofs, betont, wie wichtig finanzielle Unterstützung derzeit für Veranstaltungsorte wie sein Lokal in Offenbach ist. „Ich habe keinerlei Einkünfte, aber jeden Monat Fixkosten“, sagt er. „Eine Katastrophe!“ Lutz Jahnke, der die AfiP am Goetheplatz betreibt, geht es ähnlich: „Ich hatte im Februar null Umsatz, und im März unter 1000 Euro.“ Er sei es gewohnt, kleine Brötchen zu backen, aber die Situation sei derzeit doch sehr schwierig. „Obwohl ich noch Glück habe, weil ich relativ wenig Miete zahlen muss.“

Coronavirus in Offenbach: Der Oldieclub hat trotz der Krise keine großen Einbußen

Für den Oldieclub fällt die Bilanz recht harmlos aus. Vorsitzender Volker Röhm hält den Notfallfonds für eine gute Sache, betont aber, dass der Oldieclub ihn vermutlich nicht bemühen müssen wird: „Wir haben nur Ausgaben, wenn wir auch Veranstaltungen haben - es gibt für uns also derzeit keine großen finanziellen Einbußen.“ 

Über den Fonds hinaus will Offenbach auch allen Kulturvereinen Freiräume in der Krise schaffen. „Wir binden die Auszahlungen aus der Vereinsförderung in diesem Jahr nicht mehr an Projekte, sondern lassen einmalig ausnahmsweise zu, dass diese auch für laufende Kosten eingesetzt werden können“, erläutert Felix Schwenke.

Coronavirus in Offenbach: Bürgerstiftung kann Vereinen helfen

Und ein weiteres Angebot hat Offenbach organisiert: Wenn Vereine/Institutionen Spenden sammeln wollen, aber nicht als gemeinnützig anerkannt sind, kann die Bürgerstiftung helfen. „Weil wir dafür kein Konto der Stadt verwenden können, haben wir mit der Bürgerstiftung vereinbart, dass sie ein Konto zur Verfügung stellt“, so Peter Freier. Damit können bei Spenden für gemeinnützige Projekte dann auch Spendenquittungen ausgestellt werden, wie der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, Winfried Männche, zugesichert hat.

Vereine, die für solche Sammelaktionen ein Banner für soziale Medien benötigen und keine eigene Grafik dazu haben, erhalten zudem vom Amt für Kulturmanagement auf Wunsch eine entsprechende Grafik, für die ein gemeinsamer Hintergrund entwickelt wurde. Das Motiv wird dann mit einem Foto und dem Text des Vereins oder der Initiative versehen und kann unter kultur@offenbach.de kostenfrei angefordert werden. 

pso/mei

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