Offenbacher Firma setzt auf Rettungsplan

DeinBus will die Preise verdoppeln

Offenbach - Der bislang unbekannte Investor beim überschuldeten Fernbusanbieter DeinBus ist der Millionär Tillmann Raith. Er will das Offenbacher Unternehmen mit mehr Service aus der Krise führen - aber auch mit deutlich höheren Fahrpreisen.

Der aus der Insolvenz gerettete Fernbusbetreiber DeinBus will sich nicht mehr am harten Preiswettbewerb in der Branche beteiligen. „Die Preise werden sich verdoppeln“, sagte Tillmann Raith der „Wirtschaftswoche“. Er war nach der Insolvenz des Unternehmens im November mit einer nach eigenen Angaben „niedrigen siebenstelligen Summe“ bei DeinBus eingestiegen. Die Geschäfte der Offenbacher Firma sollen neben Raith weiterhin auch die beiden Gründer leiten. Auch den gut 20 Mitarbeitern und zwölf Partner-Busunternehmen wolle DeinBus „weitgehend“ die Treue halten.

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Raith kündigte an, das Unternehmen wolle sein Netz in diesem Jahr um ein bis zwei Linien erweitern und mit Partnern aus dem benachbarten Ausland kooperieren. Ein Fernbusunternehmen könne langfristig nur profitabel arbeiten, wenn der Kilometerpreis bei zehn Cent liege, doppelt so hoch wie bisher, sagte Raith dem Magazin. Kunden locken will DeinBus mit Extras wie kostenlosen Filmen an Bord. Der Fernbusmarkt ist hart umkämpft. Seit der Marktöffnung Anfang 2013 sind die Preise nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Iges um 14 Prozent gefallen. Der Pionier DeinBus meldete Anfang November Insolvenz an. Ebenfalls im November zog sich der Automobilclub ADAC aus dem Markt zurück und stieg aus dem mit der Deutschen Post gegründeten Unternehmen ADAC Postbus aus. Anfang Januar gaben die beiden Marktführer, MeinFernbus und Flixbus, ihre Fusion bekannt. DeinBus.de hatte 2011 mit einem Sieg vor Gericht gegen die Deutsche Bahn den Weg für Fernbusangebote in Deutschland geebnet.

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afp

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