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Das Drama mit den ständigen S-Bahn-Verspätungen: „Die Leute leiden wirklich“

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Das Drama mit den ständigen S-Bahn-Verspätungen: „Die Leute leiden wirklich“

So viel Empörung ist kein Querulantentum. Die Leute leiden wirklich – nicht nur unter Zugausfällen und unkalkulierbaren Verspätungen, sondern unter dem Autismus der Veranstalter des Spiels „Öffentlicher Nahverkehr“, wenn es um das Thema Information am Bahnsteig geht. Nur dass dies eben kein Spiel ist. Ein Kommentar.

  • RMV und Deutsche Bahn (DB) weiter in der Kritik
  • Öffentlicher Nahverkehr wurde kaputt gespart
  • Statistiken von RMV lügen

Offenbach - Der öffentliche Personennah- und Fernverkehr wurde jahrzehntelang kaputtgespart. Jetzt soll er binnen weniger Jahre 200 Prozent liefern. Aber das funktioniert so nicht – ebenso könnte man von einem Einbeinigen einen flüssigen Foxtrott verlangen. Die Verhältnisse sollen zum Tanzen gebracht werden, aber die Realität, der Mangel an Schienentrassen und Zügen, bremst den Schritt.

Offenbach: Die geübte Praxis beim Nahverkehr reicht nicht mehr

Wir befinden uns in Zeiten mit disruptiven Prozessen: Manches endet, manches beginnt neu. Dinge geraten aus dem Gleichgewicht. Und es reicht nicht mehr in geübter deutscher Praxis, träge vor sich hinzuwursteln. Denn manche Strukturen – zum Beispiel das System der durch Erdgas und Erdöl betriebenen Produktion und Mobilität – muss eher kurz- als mittelfristig komplett umgebaut werden. Der Klimawandel ist nichts Neues, aber man hat gepennt.

Hier endet die Schonfrist für Bahn und RMV. Das lange Herumlaborieren an einer funktionierenden Informationsplattform für die Fahrgäste ist nur ein Beispiel für ein hohes Maß an Gleichgültigkeit. Man versteckt sich hinter der Statistik. Doch sie lügt, weil sie nicht die Anzahl der betroffenen Menschen zählt, und für sie leere Züge genauso wichtig sind wie volle. 

Fallen die aus, oder haben sie bis zu sechs Minuten Verspätung, bleibt das Papier geduldig. Eine Verspätung von fast sechs Minuten soll pünktlich sein? Das ist ein Schlag ins Gesicht der auf den Bahnsteigen Frierenden.

Offenbach: S-Bahn-Linien S1 und S2 besonders betroffen

Liebe Politiker, glaubt nicht den Statistiken, die auf euren Schreibtischen liegen, sondern macht euch schlau über die Lebenswirklichkeit! Macht Druck! Seit 16 Jahren kriegen sie S1 und S2 nicht richtig flott. Offensichtlich treffen die Unzulänglichkeiten manche S-Bahnlinien und ihre Fahrgäste härter als andere. Lasst sie nicht die Verkehrswende vergeigen.

In Offenbach brauchen Pendler starke Nerven. Immer wieder wechselt die S-Bahn spontan das Gleis - nicht immer schaffen die S-Bahn-Nutzer den Wechsel schnell genug.

Der RMV greift die Deutsche Bahn an. Die Unzuverlässigkeit der S1 und S2 lässt bei Fahrgästen in Offenbach und Umgebung die Emotionen hochkochen.

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