DHL weitet Zustellung in der Region aus

Pakete kommen auch spätabends

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Offenbach - Neuer Service in vielen Städten der Region: DHL, die Pakettochter der Deutschen Post, stellt nun auch Sendungen in den Abendstunden bis 22 Uhr zu. Das Angebot ist das erste seiner Art in Hessen. Von Angelika Dürbaum 

Im Moment kann die Spätzustellung in Offenbach, Frankfurt, Langen, Dreieich, Neu-Isenburg, Dietzenbach, Mühlheim, Obertshausen und Heusenstamm genutzt werden, wie Post-Sprecher Stefan Heß gestern berichtete. Sollte das Angebot angenommen werden, ist eine Ausweitung auf die Region Hanau, den Bereich Rodgau oder Dieburg nicht ausgeschlossen. „Schon im nächsten halben Jahr könnte es soweit sein“, so Heß.

Einige Händler wie Amazon oder die Versandapotheke medpex bieten ihren Kunden die Möglichkeit der späten Zustellung bereits an. Es gibt bei DHL künftig neben der Standardauslieferung am Tag die Option, Pakete am Abend in zwei Zeitzonen von insgesamt 18 bis 22 Uhr liefern zu lassen. Je nach Händler kann die Zustellung auch noch am gleichen Tag oder so schnell wie möglich erfolgen.

In fast allen Ballungsgebieten Deutschlands ist der Service inzwischen Standard, nun reiht sich auch die Region um Offenbach und Frankfurt ein. Dazu gehören auch Rüsselsheim, Mörfelden-Walldorf, Hofheim, Hattersheim, Kelkheim, Baden Soden, Bad Homburg, Oberursel, Eschborn, Bad Vilbel, Karben und Maintal. Um die Zustellung zu gewährleisten hat DHL für die Rhein-Main-Region vier neue Mitarbeiter eingestellt, andere Kuriere des Unternehmens haben zudem ihre Wochenarbeitszeit erhöht.

Berufstätige und Familien als Zielgruppe

Mit dem neuen Service richtet sich der Logistikkonzern nach eigenen Angaben vor allem an Berufstätige und Familien mit Kindern, die tagsüber meist nicht zu Hause sind. Für das Unternehmen selbst hat das Angebot den Vorteil, dass die Empfänger zu den vereinbarten Zeiten sicher anzutreffen sind und unnötige Kurierfahrten unterbleiben. Heß zufolge kommen fast 99 Prozent der Sendungen im ersten Zustellversuch beim Empfänger an. Strategisch will die Deutsche Post sich dabei zugleich für den anziehenden Online-Handel mit Lebensmitteln und anderen verderblichen oder schnell benötigten Waren rüsten, bei denen es auf eine prompte Zustellung ankommt.

Ausgebaut wird bei DHL auch das Angebot der Paketstationen in der Region. Laut Heß soll die Fächerzahl an den bestehenden, stark frequentierten Stationen erhöht werden. An neue Stationen wird vorerst allerdings nicht gedacht. In den vergangenen Jahren ist der Online- und Versandhandel stetig gewachsen, der Anteil am gesamten Einzelhandel liegt inzwischen bei mehr als zehn Prozent. Die Branche wuchs 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 22,9 Prozent und erzielte einen Gesamtumsatz von 48,3 Milliarden Euro, berichtete der Bundesverband des Deutschen Versandhandels. Allein das Onlinegeschäft verzeichnete einen Rekordzuwachs auf insgesamt 39,1 Milliarden Euro.

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