Deutsches Rotes Kreuz

Vergeblich gesucht: Neue Bleibe für den Kleiderladen in Offenbach

Ein Bild aus besseren Tagen: Der DRK-Kleiderladen in der Luisenstraße war stets gut besucht, musste aber im Dezember schließen. Foto: Sommer

Anfang Dezember musste das Deutsche Rote Kreuz seinen Kleiderladen in der Luisenstraße räumen. Ein neuer Standort wird noch immer vergeblich gesucht.

Offenbach – Die Hiobsbotschaft kam Anfang Dezember: Da sich der Kreisverband Offenbach des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nicht mit dem Vermieter über die Zukunft des Kleiderladens in der Luisenstraße 70 einigen konnte, zog das Sozialkaufhaus aus den Räumlichkeiten aus. 

Und da kurz vor den Feiertagen die Zeit für die Einlagerung der Bestände knapp wurde, musste der Schließtermin sogar um zwei Wochen vorverlegt werden. Mitte Dezember endete somit nach knapp vier Jahren die Ära des Kleiderladens in der Luisenstraße.

Dessen Leiterin Christine Zoeller zeigte sich damals noch hoffnungsvoll, dass rasch Ersatz gefunden würde. Inzwischen ist es ruhig geworden um den Laden, ein neuer Standort konnte bisher nicht gefunden werden.

„Uns ist zwar nach den Aufrufen in der Zeitung einiges an Ladenflächen angeboten worden, aber leider nichts, was für uns gepasst hätte“, sagt Patric Dietzel, Leiter der Sozialen Dienste beim DRK. K.o.-Kriterium sei oft der geforderte Mietpreis gewesen. „Wir können keine 25 Euro für den Quadratmeter bezahlen“, sagt Dietzel, „ansonsten müssten wir die Preise für unsere Waren derart erhöhen, dass wir kein Kleiderladen mehr wären.“

Als Problem erweist sich auch, dass der Kleiderladen, um für die Zielgruppe gut erreichbar zu sein, in der Nähe der Innenstadt beheimatet sein sollte. „Angebote aus Bieber oder Bürgel sind zwar auch bei uns eingegangen, aber das wäre zu weit weg und schlecht erreichbar für unsere Zielgruppe“, sagt Dietzel. Wer für zwei Euro Kleidung im Sozialkaufhaus erstehe, habe eben nicht das Geld für Busfahrkarten in die Stadtteile. Die knapp 25 ehrenamtlichen Helfer des Kleiderladens wollen sich in drei Wochen wieder treffen und über das weitere Vorgehen beratschlagen.

Inzwischen hat das DRK auch einen Makler mit der Suche beauftragt und sich an die Stadt gewandt. Die bestätigt die Anfrage des Hilfsdienstes. „Unser Flächenmanagement weiß, wo welche Flächen zur Verfügung stehen und wird mit dem DRK gemeinsam nach Lösungen suchen“, bestätigt Stadtsprecherin Kerstin Holzheimer. Die für das Sozialkaufhaus so wichtigen Faktoren wie Erreichbarkeit und günstiger Mietpreis würden die Suche allerdings nicht einfach gestalten.

An neun Standorten im Kreis, von Langen bis Seligenstadt, unterhält das Rote Kreuz Kleiderläden, das Angebot ist gefragt. Wenn dort Überschuss erwirtschaftet wird, fließt das Geld in weitere soziale Projekte. Daher ist eine günstige Miete unabdingbar für das Angebot.

Das Offenbacher DRK nimmt weiterhin Angebote und Hinweise für geeignete Flächen entgegen. Diese sollten zwischen 120 und 150 Quadratmeter groß, idealerweise über Anliefermöglichkeiten für LKW verfügen und nahe der Innenstadt gelegen sein. Angebote können per E-Mail an sozialarbeit@drk-of.de eingereicht werden.

Von Frank Sommer

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