„Das macht der Verein großartig“

DFB-Präsident lobt Corona-Pilottestungen der SG Rosenhöhe

Gastgeschenk: DFB-Präsident Fritz Keller (rechts) übergibt ein Trikot an Abteilungsleiter Fußball Patrick Ihlefeld (links) und seinen Stellvertreter Ingo Schmeykal.
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Gastgeschenk: DFB-Präsident Fritz Keller (rechts) übergibt ein Trikot an Abteilungsleiter Fußball Patrick Ihlefeld (links) und seinen Stellvertreter Ingo Schmeykal.

In einem Pilotprojekt in Offenbach sollen Strukturen im Fußball genutzt werden, um mehr Corona-Tests durchzuführen.

Offenbach - Ausgerechnet als Fritz Keller auf dem Gelände der Sportgemeinschaft Rosenhöhe ankommt, will sich gerade kein Mitglied des Vereins auf Corona testen lassen. Dabei hätte der Boss des Deutschen Fußballbundes in Offenbach gut die Praxis eines DFB-Pilotprojekts miterleben können.

Der Standort Offenbach ist einer von zweien, die vom DFB für die Pilotprojekte ausgewählt wurden. Der DFB-Präsident sieht den Fußball in der Verantwortung, seine Strukturen zu nutzen, um zur Bewältigung der Corona-Krise beizutragen. Bundesweit sind sieben Millionen Menschen Mitglied in rund 25.000 Fußballvereinen. „Wir können damit im Fall lokaler Ausbrüche des Virus’ eine Unterstützung für die zuständigen Behörden leisten, diese Ansicht wird auch durch unsere medizinischen Fachleute gestützt. Die Erfahrungswerte aus den Pilottests dienen der Vorbereitung auf den Ernstfall“, sagt Keller.

Weil nun keine SGler anwesend sind, wird der hohe Besuch durch unbelebte Umkleidekabinen geführt, um die Stationen nachzuvollziehen, die ein Proband durchläuft: Maske auf, anmelden und die Einweisung in den Selbsttest erhalten, Hände waschen und sich schließlich in einer Kabine selbst Probe entnehmen.

260 Offenbacher Vereinsmitglieder haben sich angemeldet

Raus geht es auf der anderen Seite. Dort wird das Teströhrchen mit dem Vereinsmitglied „verheiratet“. Das Testergebnis wird den Mitgliedern innerhalb von 48 bis 72 Stunden versprochen. Die Aktion startete am Dienstag. Noch heute ist es den fast tausend Mitgliedern der SG Rosenhöhe möglich, sich kostenlos zu testen. Vor dem Start des Projekts gab es 260 Anmeldungen.

Für Patrick Ihlefeld, den Abteilungsleiter Fußball der SG, gibt es nach dem kurzen Rundgang ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft und lobende Worte von Fritz Keller: „Ich danke dem Verein, dass er sich für dieses Projekt zur Verfügung gestellt hat. Es ist ein großer logistischer Aufwand, die Testung unter den höchsten hygienischen Standards zu organisieren. Das macht der Verein großartig.“

Technische Probleme beim vom DFB beauftragten Unternehmen

Dass das Infektionsgeschehen in Offenbach gerade in den vergangenen Wochen vor dem Start der Tests bei der Rosenhöhe wieder stärker angestiegen ist, hat nichts mit der Auswahl des Vereins als Projektpartner zu tun. Reiner Zufall, sagt Ingo Schmeykal, der als stellvertretender SG-Fußballleiter die Aktion als Ansprechpartner begleitet. „Wird sind einigermaßen kontrolliert und geordnet gestartet“, berichtet er. Alle Vereinsmitglieder, die gekommen sind, konnten getestet werden. Alles läuft freilich nicht rund: „Es gibt ein paar technische Probleme, zum Beispiel bei der Anmeldung oder bei der Zuordnung der Proben.“ Darum kümmere sich allerdings das Unternehmen Centogene, das vom DFB beauftragt wurde. Die SG sei nur – erfolgreich – für die korrekte Weitergabe der Daten verantwortlich.

Inwiefern das Ziel der Aktion, Abläufe und Prozesse während einer umfangreichen Präventivtestung auf ihre Praktikabilität zu erproben, erreicht wurde, wird in einem Gespräch zwischen Verein und DFB nach Ende des Projekts besprochen. Eine Erkenntnis konnte die SG schon gewinnen: „Die größte Herausforderung ist es, die Mitglieder zu erreichen und das Prozedere verständlich zu machen“, sagt Schmeykal. (Von Theresa Ricke)

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