Fahrrad-Aktionen in Offenbach

Für die Umwelt in die Pedale

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Marc-Oliver Kutti und Anna-Christine Sander fahren nicht nur selbst gerne Rad, sondern ermuntern auch ihre Mitbürger, im Zweifelsfall lieber auf den Drahtesel zurückzugreifen – dem Klima hilft’s.

Offenbach - Unter dem Banner des Klimaschutzes veranstaltet und unterstützt das Umweltamt zahlreiche Kampagnen und Aktionen, die Offenbacher motivieren sollen, öfter Rad zu fahren. Marc-Oliver Kutti organisiert seit drei Jahren das Stadtradeln. Von Marian Meidel

Er tritt diesbezüglich die Nachfolge von Dr. Anna-Christine Sander an, bei der aktuell auch die Fäden für andere Rad-Aktionen zusammenlaufen.
Fahrradfahren ist nicht nur für denjenigen, der auf dem Sattel sitzt, gesund, sondern auch für die Umwelt. Aus diesem Grund engagiert sich das städtische Umweltamt bereits seit Jahren für Kampagnen und Aktionen, die Offenbachern die Freuden der Fortbewegung per Veloziped nahebringen. Bei Dr. Anna-Christine Sander laufen die koordinatorischen Fäden zusammen.

„Ich habe 2013 angefangen, eine Maßnahme aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept umzusetzen, die sich ‘Radverkehrsförderung, Service und Marketing’ nennt“, berichtet Sander. Bei dieser Maßnahme geht es einerseits darum, die Bürger der Stadt mithilfe von Marketing und Informationsangeboten zum Radfahren zu motivieren, und andererseits um den Aufbau eines Netzwerks, das unterschiedliche Akteure und Interessensträger dazu befähigt, sich austauschen und thematisch passende Veranstaltungen zu realisieren. „Im Lauf der Jahre sind daraus einige gute Maßnahmen entstanden, wie zum Beispiel die Kampagne ‘Offenbach fährt fair’“, so Sander. Durch regelmäßige Treffen mit dem Radler-Club ADFC, dem Integrierten Verkehrsmanagement (IVM), dem Stadtplanungsamt und dem ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) versuchen Sander und ihre Kollegen mit immer neuen Ideen, die Bürger auf den Drahtesel zu bringen. „Bei diesen Treffen diskutieren wir in einer kleineren Gruppe, tauschen uns aus über Neuerungen und Entwicklungen, auch in anderen Kommunen.“

Zu Beginn der Fahrrad-Saison jedes Jahres gebe es zudem – meist im März – einen Workshop. „Da hat sich ein treuer Kundenstamm aus Vereinen und Initiativen wie der Lokalen Agenda 21, Critical Mass, Stadtbiotop und Stadtmenschen gebildet.“ Diese fänden sich jährlich zu angeregten Diskussionskreisen zusammen. „Zu Beginn haben wir immer einen Gast aus einer anderen Stadt, der einen kurzen Input gibt.“ Dieses Jahr sei es beispielsweise Denis Petri aus Berlin gewesen, dessen Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ mit dafür verantwortlich ist, dass Berlin seit diesem Jahr als erstes Bundesland über ein Gesetz für die Förderung des Radverkehrs verfügt. „Danach gilt es, konkrete Ideen auszuarbeiten, was wir im Laufe des Jahres in Offenbach machen wollen.“ Dabei ist das Umweltamt nicht übergeordneter Organisator aller Aktionen zu verstehen, sondern vielmehr als Vermittler und Türöffner. „Durch die Vernetzung, die wir anbieten, haben Leute die Möglichkeit, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen, die man dann auch im Straßenraum sieht.“ Praktische Unterstützung bietet die Stadt den Initiativen beispielsweise, wenn es darum geht, Kampagnenplakate aufzuhängen oder Pressetermine zu organisieren.

Vernetzt und kabellos: Digitalisierung des Fahrrads

Einen besonderen Stellenwert unter den Fahrrad-Aktionen hat das Projekt Stadtradeln, das dieses Jahr zum mittlerweile elften Mal stattfand. Seit 2015 organisiert es Marc-Oliver Kutti, der diesbezüglich in die Fußstapfen von Anna-Christine Sander tritt. Das Stadtradeln ist eine Kampagne, die das europäische Klimabündnis jährlich seinen 1700 Mitgliedskommunen anbietet. Jede teilnehmende Kommune kann sich zwischen Mai und September für einen frei wählbaren Zeitraum von 21 aufeinanderfolgenden Tagen entscheiden. „Meistens nehmen wir als Beginn die Offenbacher Woche“, so Kutti, „weil es ein schöner Startpunkt ist.“ Teams können sich anmelden und jeden beruflich oder privat erradelten Kilometer per App erfassen. Am Ende – diesmal in zwei Wochen, am 15. August, gibt es eine große Siegerehrung in mehreren Kategorien.

Anna-Christine Sander wechselt Ende des Jahres zum Fachzentrum Klimawandel der Landesregierung nach Wiesbaden. Womöglich wächst Marc-Oliver Kuttis Aufgabengebiet dann weiter.

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