Awo-Affäre

Awo Offenbach: Diskussion über Folgen des Frankfurter Awo-Skandals

Diskutierten über die Folgen des Awo-Skandals (von links): Awo-Geschäftsführer Thomas Ruff, Vorsitzender Kurt Herrmann, Moderator Bruno Persichilli, Ex-Bundestagsabgeordnete Uta Zapf und Kurt Henninger, stellvertretender Awo-Vorsitzender. Foto: p
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Diskutierten über die Folgen des Awo-Skandals (von links): Awo-Geschäftsführer Thomas Ruff, Vorsitzender Kurt Herrmann, Moderator Bruno Persichilli, Ex-Bundestagsabgeordnete Uta Zapf und Kurt Henninger, stellvertretender Awo-Vorsitzender.

Der Begriff „Entwarnung“ findet in diesen Zeiten leider eher selten Verwendung. Beim Politischen Aschermittwoch der Arbeitwohlfahrt Offenbach (Awo) ist er aber durchaus angebracht.

  • Awo-Offenbach diskutiert über Awo-Skandal
  • Politischer Aschermittwoch der Awo Offenbach
  • Transparenz ist das „Hauptstichwort“

Offenbach – Im Else-Herrmann-Saal geht es vor leider viel zu wenigen Besuchern in einer von Bruno Persichilli geleiteten Diskussionsrunde um die Auswirkungen des Frankfurter und Wiesbadener Awo-Skandals auf den Stadtverband. Und da kann die Offenbacher Awo-Spitze Entwarnung geben.

Zunächst einmal bestünden keinerlei Verflechtungen oder vertragliche Beziehungen mit den beiden skandalträchtigen Kreisverbänden, versichert Awo-Vorsitzender Kurt Herrmann. Hinzu komme, dass zwei Geschäftsführer installiert seien, was Kontrolle ebenso gewährleiste wie der Umstand, dass sich der Vorstand wöchentlich treffe, seit unabhängige Wirtschaftsprüfer die ehrenamtlichen Revisoren unterstützen, ergänzt Awo-Vize Kurt Henninger.

Nach Awo-Skandal in Frankfurt: Awo Offenbach reflektiert über Folgen

Demgemäß kann Awo-Geschäftsführer Thomas Ruff denn auch erleichtert feststellen, dass die schlagzeilenträchtigen Vorgänge in Frankfurt und Wiesbaden bislang keine „messbaren Folgen“ für den hiesigen Kreisverband hatten. Ruff: „Wir hatten drei Austritte wegen des Skandals, aber zum Glück keinen Ehrenamtlichen verloren.“ Auch die Spendenbereitschaft bewege sich auf dem Niveau der Vorjahre. Von Persichilli auf die Gehaltsstrukturen beim Stadtverband Offenbach angesprochen, erläutert Ruff, es werde durchgängig nach Tarif bezahlt, lediglich die beiden Geschäftsführer, also er und sein Kollege Frank Hofmann, würden außertariflich entlohnt. „Wir haben keine Beraterverträge für die Geschäftsführer, unsere Ehrenamtlichen sind tatsächlich noch ehrenamtlich tätig, in Offenbach ist die Welt insoweit in Ordnung“, assistiert Vize-Vorstand Henninger.

Gleichwohl treibt die Gäste die Transparenz in Sachen Gehälter um. Trotz ihrer Tätigkeit auch für die Awo-Tochterunternehmen werde den Geschäftsführern nur ein Gehalt der Awo bezahlt, was prozentual aufgestockt sei, erläutert Kurt Herrmann.

Nach Awo-Skandal in Frankfurt: Transparenz ist das „Hauptstichwort“

Transparenz ist für Uta Zapf, ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands Offenbach-Land, das „Hauptstichwort“, wenn es darum geht, Vertrauen zurückzugewinnen. Mit Blick darauf, dass es zwischen Awo und SPD traditionell große Schnittmengen gibt, stellt die langjährige Bundstagsabgeordnete fest, die wirklich schlimmen Folgen seien für die SPD ausgeblieben, die Partei sei bei dem Awo-Skandal noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

Die als Verein organisierte Awo Offenbach mit ihren 43 hauptamtlichen und 21 ehrenamtlichen Mitarbeitern hat mehrere Tochterunternehmen, überwiegend in der Rechtsform gemeinnützige GmbH: Die Werkstätten Hainbachtal sind mit 237 hauptamtlich und 21 ehrenamtlich Tätigen das größte. Hinzu kommen 433 Werkstattmitarbeiter mit geistigen und 130 mit psychischen Behinderungen. Die Hainbachtal Bildungs gGmbH zählt 30 Hauptamtliche, die Hainbachtal Service GmbH vier. Die Hainbachtal Inklusions gGmbH wurde erst dieses Jahr gegründet und ist eine 100-prozentige Tochter der Werkstätten Hainbachtal.

Von Matthias Dahmer

Nach dem Skandal um die AWO in Frankfurt* wird das Führungspersonal ausgewechselt: Das neue Präsidium wurde gewählt

Währenddessen gibt es in Offenbach große Probleme mit der S-Bahn Haltestelle „Marktplatz“. Dort gibt es regelmäßig Ärger über Sauberkeit und technische Mängel.

Die der AWO nahe stehende SPD thematisierte in Offenbach die Herausforderungen der Zukunft. Es ging um die Zukunft der Volkspartei. 

*Vorher hieß es an dieser Stelle, es gebe einen Skandal um die „Awo in Offenbach“. Da ist uns ein Fehler unterlaufen. Wir bitten, dies zu entschuldigen. 

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