Stadtpolizei winkt ab

Erneut Konflikte an der Ecke Geleitsstraße/Herrnstraße

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Im Mai 2017 suchte Quartiersmanager Markus Schenk das Gespräch mit Vertretern der Erich-Kästner-Schule und Anwohnern von Herrn- und Geleitsstraße.

Offenbach - Alle Jahre wieder ist das Areal an der Ecke Geleitsstraße/Herrnstraße, wo trinkende Männer vorwiegend aus Südosteuropa herumsitzen, für Ärger gut. Der jüngste Fall zeigt, dass sich wohl wenig ändert. Von Matthias Dahmer 

Es ist Mittwoch, kurz vor 18 Uhr, als sich die Teilnehmerinnen eines Gymnastikkurses vor der Turnhalle der Erich-Kästner-Schule treffen. Der Eingang an der Geleitsstraße ist durch dort sitzende Männer versperrt. Die Frauen trauen sich nicht, sie anzusprechen. Kursleiter L., der ebenfalls zögert, sich mit den Männern auseinanderzusetzen, erhofft sich Hilfe durch eine Streife der Stadtpolizei, die dort zufällig unterwegs ist. Er habe sie angesprochen und zur Antwort erhalten „das ist nicht unsere Sache“, berichtet L.

Ordnungsamtsleiter Peter Weigand, den wir mit den Fall konfrontieren, nimmt nach Rücksprache mit den betreffenden Stadtpolizisten wie folgt Stellung: Eine motorisierte Streife der Stadtpolizei, welche die Geleitsstraße befahren habe, sei von dem Kursleiter angesprochen worden. Auf die Frage, was denn anliege, habe der Kursleiter auf die auf den Bänken an der Straße sitzenden Personen gezeigt und angemerkt, dass sich seine Kursteilnehmerinnen nicht trauen würden, an diesen Personen vorbeizugehen. Aus diesem Grund habe er den Wunsch geäußert, dass die Stadtpolizei die Personen wegschicken möge.

„Die Tatsache, dass zwei der dort sitzenden Personen Alkohol konsumierten, begründete jedenfalls keine Notwendigkeit zum Einschreiten der Stadtpolizei“, meint Weigand. Die Personen seien weder stark angetrunken noch aggressiv gewesen. Weigand: „Nach Aussagen der eingesetzten Mitarbeiter der Stadtpolizei wurden die vermeintlich auf der Treppe der Turnhalle sitzenden Personen vom Kursleiter nicht erwähnt. Vom Standort der Streife war der Eingangsbereich der Turnhalle auch nicht einsehbar, sodass die Streife keinen weiteren Handlungsbedarf sah und die Fahrt fortsetzte.“

Ordnungsdezernent Peter Freier merkt grundsätzlich an: Der Bereich gehöre seit Jahren zu den Schwerpunkten der Kontrollen durch die Innenstadtstreife der Stadtpolizei. Alleine im vergangenen habe es dort 122 dokumentierte Kontrollen gegeben. Dabei sei die Stadtpolizei in 17 Fällen eingeschritten, um störendes oder belästigendes Verhalten zu unterbinden.

Peter Freier: „Dies geschah in der Regel durch Platzverweise, bei denen die entweder alkoholisierten oder lärmenden Personen aufgefordert wurden, die Örtlichkeit zu verlassen.“ Es sei kein Fall bekannt, dass sich die Angesprochenen den Anordnungen widersetzt hätten. Damit liege die Örtlichkeit in Sachen Auffälligkeit nicht höher als andere „beliebte“ Treffpunkte mit ähnlichen Randerscheinungen.

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