Mehr als 30 Millionen Euro

Stein-Schule wird noch teurer

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Alles neu an der Edith-Stein-Schule: Der Neubau (rot) umfasst Klassen-, Hausaufgaben- und Gruppenräume sowie einen Begegnungs- und Freizeitbereich im Erdgeschoss. Die Interimslösung (gelb) besteht aus sogenannten Unterrichtsmodulen und wird auf der Sportanlage errichtet.

Offenbach – Auweia! In der angeheizten Diskussion um die Erhöhung der Grundsteuer B muss der Magistrat die nächste bittere Pille verabreichen. Von Martin Kuhn

Die dringend notwendige Erweiterung und Sanierung der Edith-Stein-Schule wird teurer als ursprünglich geplant: Jetzt müssen die Stadtverordneten dafür im Projekt- und Vergabebeschluss 30,6 Millionen Euro abnicken. Gründe für das dicke Plus von rund 7 Millionen Euro: vertiefende Asbestsanierung, energetische Fassadendämmung, höhere Preise in der Bau- und Container-Branche.

Die Edith-Stein-Schule, am Fuß der Rosenhöhe 1978 eingeweiht, erweist sich als Dauerbaustelle, und sie steht inzwischen auch für den sich stetig wandelnden Schulbetrieb. Bereits Ende der 1980er Jahre ist an der Gesamtschule eine Asbestsanierung für nahezu 2,5 Millionen Mark notwendig (inklusive Schließung für den Unterricht), später stehen die Sanierung des undichten Sporthallendachs und die Umwandlung der Mediathek in Schulräume und Caféteria auf der Agenda.

Nun also der große Wurf, der erheblich teurer wird als im Grundsatzbeschluss vom Februar 2018. „Es ist vernünftig“, beurteilt der Schul- und Baudezernent Paul-Gerhard Weiß das Projekt. Es wäre „falsch verstandene Sparsamkeit“, wenn man heute etwa an der Edith-Stein-Schule auf die energetische Fassadendämmung verzichte, die in 10 bis 15 Jahren ohnehin fällig werde. „In dieser Zeitspanne hätten wir ungleich höhere Energiekosten.“

Integrierte Gesamtschule wird erheblich wachsen

Und die erneute Asbestsanierung? Hat man da etwa seinerzeit gepfuscht? „Nein. Nur wurden die Mängel nach dem damaligen Stand der Technik behoben“, so Weiß. Heißt: Die Problemstellen etwa an den Brandschutzklappen und in Lüftungskanälen wurden nicht ausgebaut, sondern „versiegelt“. Dass diese Maßnahme nun nicht mehr genügt, hat ein Schadstoffgutachten von Mai 2016 gezeigt, das die Schule in die Dringlichkeitsstufe I eingeordnet hat.

Die Stadt bündelt sinnvollerweise die Maßnahme mit einer erforderlichen räumlichen Erweiterung. In der Vorlage an die Stadtverordneten wird erläutert: „Durch eine Sanierung des Bestandes sowie mit der Errichtung neuer Erweiterungsflächen soll ein zeitgemäßer und zukunftsorientierter Unterricht sowie ein nachhaltiger und störungsfreier Schulbetrieb gewährleistet werden.“

Das heißt für die heutige Integrierte Gesamtschule: Sie wird erheblich wachsen. Nach Fertigstellung der Neubaumaßnahme werden an dem Standort etwa 1030 Jungen und Mädchen unterrichtet. Heute sind es zirka 780. Die sogenannte Sekundarstufe I wird dann am Gravenbruchweg sechs- statt fünfzügig betrieben. Und – das ist neu für Offenbach – die Edith-Stein-Schule erhält in der Sekundarstufe II einen 3-zügigen Gymnasialzweig. „Das ist eigentlich ein alter schulpolitischer Traum“, so Paul-Gerhard Weiß, der das Projekt zusammenfasst: „Die ESS wird nicht nur grundsaniert, sondern erheblich erweitert.“

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Der Neubau (auf der obigen Grafik rot dargestellt) ist das Ergebnis einer Variantenuntersuchung und wird als zweigeschossiger Baukörper mit verglastem Innenhof nördlich zwischen dem bestehenden Hauptgebäude und dem (Tartan) Sportplatz erstellt. Der Gebäudeabschluss des Neubaus richtet sich am bestehenden Hauptgebäude aus und bietet über den Pausenhof eine gute Erreichbarkeit zu den benachbarten Schulgebäuden. Die benötigten Räume für den Gymnasialzweig werden über zwei Geschosse mit gut 2700 Quadratmeter Fläche verteilt. Die Kosten des Erweiterungsbaus liegen bei 8,8 Millionen Euro.

Die beiden dreigeschossigen Interimsgebäude auf der Sportanlage (gelb dargestellt, Auslagerung des kompletten Schulbetriebs inklusive Naturwissenschafte) schlagen mit 4,2 Millionen Euro (Miet-) Kosten zu Buche. Die Sanierung des Hauptgebäudes summiert sich auf 17,6 Millionen Euro. Für die Bestandssanierung sind Mittel aus dem Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes (KIP II) in Höhe von 10,6 Millionen Euro beantragt.

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