Eltern-Kind-Zentrum des Sana-Klinikums

Sicherheit mit in die Wiege legen

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Hightech für die Kleinsten: Stationsleiterin Stefanie Brüßler gewährt Einblick in einen der beiden neuen mobilen Brutkästen der Sana-Kinderklinik. Die „Mini-Intensivstation“ ist mit allem ausgestattet, was bei einen Neugeborenen-Notfall notwendig ist.

Offenbach - Modernste Technik für die ersten Lebenstage, ein bewährter Klassiker für die folgenden Monate: Im Streben nach  Sicherheit rund um Geburt und Säuglingsentwicklung hat das Eltern-Kind-Zentrum am Sana-Klinikum aufgerüstet. Zwei neue mobile Brutkästen und Baby-Schlafsäcke für Zuhause sollen helfen. Von Jenny Bieniek

Es ist der Albtraum aller werdenden Eltern: Wenn bei der Geburt eines Kindes Komplikationen auftreten und die Gesundheit des Neugeborenen gefährdet ist, zählt jede Sekunde. Dem Eltern-Kind-Zentrum des Sana-Klinikums, ein Zusammenschluss der einschlägigen Abteilungen am Klinikum mit höchster Versorgungsstufe, stehen für solche Notfälle ab sofort zwei neue mobile Brutkästen, sogenannte Transportinkubatoren, zur Verfügung.

Ein zweiköpfiges, speziell geschultes „Baby-Notarzt-Team“ fährt mit der transportablen Mini-Intensivstation bei Bedarf direkt zum Kind. Anders als herkömmliche Brutkästen sind diese nicht fest in einem Fahrzeug installiert, sondern können dank integriertem Kompressor samt Sauerstoffflaschen und Akkuversorgung dort zum Einsatz kommen, wo sie gebraucht werden - etwa in jedem gerade verfügbaren Rettungsfahrzeug oder einem Helikopter.

„Schon kritische erste Minuten mit suboptimaler Versorgung können lebenslange Beeinträchtigungen zur Folge haben. Schnelle Hilfe ist deshalb entscheidend“, schildert Dr. Markus Rose, Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin, der seine Klinik dank der neuen Brutkästen „in Rhein-Main ganz weit vorne“ sieht. Die beheizten und von drei Seiten zu öffnenden Brutkästen ermöglichen nicht nur einen sicheren und möglichst erschütterungsarmen Transport zur Neugeborenen-Intensivstation. Modernste, besonders schonende Beatmungsgeräte und die Möglichkeit zur Verabreichung medikamentösen Gases erlauben den Medizinern schnelle Hilfe für das Neugeborene.

Vielfältige Gründe für Brutkasten

Zwischen 150.000 und 200.000 Euro kostet ein solcher mobiler Inkubator mit Komplettausstattung. Möglich machte die Anschaffung die finanzielle Unterstützung der Kinderhilfestiftung. „Die Gründe für die Notwendigkeit eines solchen Brutkastens sind vielfältig. Das können Infektionen, eine angeborene Lungenentzündung, Anpassungsstörungen oder Atemnot sein“, weiß Oberärztin Dr. Christiane Wiethoff. Etwa vier- bis sechsmal monatlich rücken sie oder ihre Kollegen aus, um neue kleine Erdenbürger auf diese Weise beim Start ins Leben zu unterstützen.

Doch auch nach Entlassung aus dem Krankenhaus kann viel passieren. Noch immer sterben von 1000 gesunden Neugeborenen ein bis zwei Babys am Plötzlichen Kindstod - oft aufgrund falscher Bettung des Kindes.

Die schönsten Baby-Bäuche

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Das Klinikum überreicht frischgebackenen Eltern zur Geburt deshalb künftig einen Babyschlafsack als Geschenk. „Damit möchten wir die richtige Bettung des Kindes auch Zuhause unterstützen“, sagt Dr. Christian Jackisch, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum. Denn vielen Familien ständen für die Erstausstattung nur bescheidene finanzielle Mittel zur Verfügung.

Der sonnengelbe Schlafsack mit Storchenmotiv hält warm, lässt dem Kind Bewegungsfreiheit und und verhindert, dass es sich im Schlaf auf den Bauch dreht. Denn die Bauchlage ist für schlafende Babys nicht ungefährlich: „Die Halsadern werden dabei zusammengedrückt, was zu einer Aussetzung der Atmung führen kann“, erklärt Jackisch.

Wichtig für einen sicheren Schlaf sei zudem, dass das Kind im eigenen Bett liegt, der Raum nicht überheizt und frei von Tabakrauch jeder Art ist. „Die ideale Schlaftemperatur liegt bei 16 bis 18 Grad, gut gemeintes Heizen ist deshalb völlig verkehrt“, so sein Appell.

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