Haushaltscheck der EVO

Kampf den Stromfressern

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Effiziente Haushaltsgeräte tragen dazu bei, Stromverbrauch und -kosten zu senken. Sie verbrauch bis zu 60 Prozent weniger Strom und Wasser als Geräte von vor zehn Jahren. Der Strompreis, der hier zu Grunde gelegt wurde: 26 Cent / kWh.

Offenbach - Die einfachsten Möglichkeiten, um Energie zu sparen, sind manchmal die effektivsten. Aber welche sind das? Ein Haushaltscheck, gemeinsam von Stadt und EVO initiiert, hilft dabei. Von Martin Kuhn 

Nein, Bürgermeister Peter Schneider plaudert gestern nicht aus dem Nähkästchen, gewährt aber Einblicke in den persönlichen Haushalt. Im Herbst vorvergangenen Jahres hat Familie Schneider sogenannte weiße Ware getauscht – Waschmaschine, Kühl- und Gefrierschrank. Es muss sich gelohnt haben. Bei der Jahresabrechnung der Stromkosten registrierte er „signifikante Abweichungen“. Etwas anschaulicher: Der Grünen-Politiker sparte gut 180 Euro! Damit wirbt er für den Tausch von Altgeräten, die gemeinhin als Stromfresser gelten, und die aktuelle Stromsparaktion von Stadt und Energieversorgung (EVO).

Weitere Informationen gibt es im Internet.

Aber was macht der Energiesparwillige, wenn ihm gerade ein paar tausend Euro für den Geräte-Neukauf fehlen? Da springt Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach ein, die die Sache relativiert: „Der Kunde muss gar nichts. Aber wenn ohnehin ein Austausch ansteht, sind die Offenbacher auf diesem Weg sehr gut beraten.“ Es ist ein Mosaik der lokalen Stromsparkampagne, ein weiteres ist ein Hauhaltscheck, den die fünf Energieberater der EVO vornehmen – selbstverständlich auch für Kunden, die ihren Strom von anderen Anbietern beziehen. Bei dieser etwa zwei- bis dreistündigen Untersuchung wird neben der Auswertung von Strom-, Wasser- und Wärmeverbrauch das Verhalten unter die Lupe genommen. Selbst kleine Tipps drücken den Verbrauch – beispielsweise die Reduzierung der Standby-Modi von Fernseher oder Digital-Rekorder. Zudem prüfen die Mitarbeiter ausgewählte Elektrogeräte oder schauen mal nach der Beleuchtung. Die individuelle Prüfung kostet den Privatmann (auch Mieter!) 99 Euro. Während der Aktion von 1. Juni bis 31. Juli reduziert sich das auf 89 Euro. Das besondere Schmankerl ist die Verlosung zehn energieeffizienter Geräte an die teilnehmenden Haushalte.

Ohne Speicher keine Energie

Hintergrund: Die Stadt hat 2009 und 2010 ein „Integriertes Klimaschutzkonzept“ entwickelt, das bis 2020 als Entscheidungsgrundlage für das kommunale Klimaschutzmanagement dient. Ein Ziel: alle fünf Jahre eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um zehn Prozent. Die tatsächlichen Zahlen deuten allerdings in eine ganz andere Richtung. Von 2007 bis 2010 ist der private Stromverbrauch um etwa 25 Prozent gestiegen, umgerechnet auf die CO2-Emission bedeutend das ein Plus von 9,6 Prozent. Über Gründe lässt sich trefflich streiten, sicher spielt die „elektronische Aufrüstung“ mit diversen AudioGeräten eine Rolle. Für Peter Schneider steht indes fest: „Wir müssen für den täglichen Stromverbrauch ein anderes Bewusstsein schaffen.“

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Bei der Energiesparinitiative ist die EVO als Gründungsmitglied von Anfang an mit dabei. Aber die EVO lebt doch vom Strom-Verkauf und ist mit ihren Gewinnen eine der wenigen städtischen Einnahmequellen? Ist da Energiesparen nicht kontraproduktiv? „Nein“, sagt der Bürgermeister, „das wäre kurzfristig gedacht. Wir verstehen die EVO als langfristigen Partner und nicht als Gewinnmaximierer.“ Für ihn ein Indiz. Bereits heute sei die EVO in der Lage, alle Offenbacher Haushalte mit Ökostrom zu versorgen.

Und Bettina Buchert, EVO-Ressortleiterin Vertrieb und Handel, pflichtet bei: „Energieeffizienz und Energiesparen sind die Stichworte, mit denen wir uns seit Jahren beschäftigen und die für uns die Zukunft bedeuten.“ Mit ihren Energieberatern zeige das Unternehmen auf, „dass der Mehrwert der Menschen darin liegt, künftig weniger Energie zu verbrauchen.“

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