Eröffnungsfeier in Lauterborn

Das war’s dann erstmal

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Das Sportfeld ist freigegeben... Um es allen Gästen schmackhaft zu machen, gibt’s den Platz auch in gebackener Form. Mit ihren Schülern schneiden ihn die Leiterinnen Ulla Rühl (Ludwig-Dern-Schule, links) und Dorothee Weitzel (Lauterbornschule) an.

Offenbach - „Ein guter Tag für die Schulen, ein guter Tag für Offenbach.“ Dennoch wird die Eröffnungsfeier in Lauterborn getrübt. Bei der ambitionierten Schulbau-Sanierung beklagt der Magistrat einen Stillstand. Von Martin Kuhn 

Es hätte ein so schöner Tag werden können. Hätte... Bei der offiziellen Fertigstellung einer Schulsanierung – immerhin 12 Millionen Euro schwer und im Kostenrahmen – gibt’s eigentlich nur strahlende Gesichter. Das misslingt Oberbürgermeister Horst Schneider und Stadtrat Felix Schwenke gestern. Kein Wunder: Sie haben schlechte Botschaften zu übermitteln. So schnell wie ursprünglich gedacht wird es in Offenbach mit der weiteren Investition in die Bildung nichts. „Das wird dauern“, orakelt der Verwaltungschef.

Das betrübt unter anderem am Ort der Feierlichkeit. In Lauterborn ist zwar die Ludwig-Dern-Schule saniert und erweitert, die gemeinsame Cafeteria mit der Lauterbornschule bereits bestens angenommen, die Außenanlagen sind im Frühjahr fertiggestellt. Ja, am Ende ist sogar Geld übrig, um den desolaten Tartanplatz zu erneuern, was gut 600 Jungen und Mädchen (200 Ludwig-Dern-, 400 Lauterbornschüler) ein ganz neues Bewegungs- und Sportangebot eröffnet.

Lange Gesichter trotz Sonnenschein

Lange Gesichter gibt’s gestern trotz Sonnenschein, da die ausstehende Sanierung und Erweiterung der Grundschule (7,4 Millionen Euro) wohl nicht zum bereits nach hinten korrigierten Termin startet. Selbst der Beginn im Herbst 2015 ist unrealistisch, zeitliche Prognose ist wenig mehr als Kaffeesatzleserei. Dass Offenbach weiter in die Bildung investieren muss – letztlich mehr als 300 Millionen Euro –, sei selbst bei der neuen Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid unstrittig, die Genehmigungspraxis allerdings schon.

„Da steht uns ein gutes Stück Arbeit bevor“, gesteht Stadtrat Felix Schwenke. Für ihn ist es „mehr als unglücklich“, dass durch Schutzschirmauflagen und nicht genehmigten Doppel-Haushalt 2014/15 den Offenbacher Schulen die bisherige Verlässlichkeit seitens der Stadt verloren geht. Als Beispiele nennt er, dass der Baubeginn an Mathilden- und Fröbelschule untersagt wurde. Eine Besserung ist kaum zu erwarten. „Um den kommunalen Finanzausgleich wird es ein Hauen und Stechen geben – Stadt gegen Land, Nord gegen Süd.“

Letztlich jeder gegen jeden. Da dürfte unbewusst auch ein Stückchen Erleichterung mitschwingen, als Ludwig-Dern-Leiterin Ulla Rühl dankende und lobende Wort an die zahlreichen Gäste, angeführt von Vize-Landtagspräsidentin Heike Habermann, richtet. So zeigt sich die Sozialpädagogin hochzufrieden mit der Arbeit des Büros sander.hofrichter architekten: „Sie sind auf alle Wünsche und Vorschläge eingegangen.“ Den Architekten ist es offenbar nicht langweilig geworden, so vermittelt es gestern zumindest Stefan Peters: „So etwas hatten wir selten gesehen; einzelne Schulgebäude die nichts miteinander zu tun hatten und baulich isoliert standen.“ Allein die Sporthalle bezeichnet er rückblickend als „mittlere Katastrophe“.

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Die harten Fakten, geschaffen von 36 Bau- und Handwerkerfirmen: Erweiterungsbau mit 2600 m² Nutzfläche und Fachräumen für EDV und Naturwissenschaften sowie Werkräume, Lehrküche und Bibliothek), Sanierung und Umbau zweier Gebäude mit 1600 m² Nutzfläche. Die Ludwig-Dern-Schule wurde für die Ganztagsbetreuung erweitert und eine gemeinsame Cafeteria mit 560 m² Nutzfläche und für die Ausgabe von zirka 300 Essen eingerichtet. Oft unerwähnt: Nach Jahren konnte die Förderschule für Lernhilfe mit den Klassen 1 bis 9 wieder an einem Standort zusammengeführt werden. Das wohl dickste Lob erfahren Architekten und Stadt durch die Aussage eines ehemaligen Ludwig-Dern-Schülers, dem Ulla Rühl kürzlich das vollendete Bauwerk präsentierte: „Das sieht ja aus wie eine richtige Schule.“

Für den passenden Ton sorgt übrigens ein kleiner Chor der Lauterbornschule, der Offenbachs Investition in eine Chancengleichheit aufnimmt. Die Schüler intonieren lautstark und strahlend: „Wir sind Kinder, der Stoff aus dem die Zukunft ist.“ Vielleicht sollte der Offenbacher hauptamtliche Magistrat die jungen Stimmen zu den nächsten Verhandlungen mit der Aufsichtsbehörde einladen...

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