Stadtpolizei kontrolliert

Umstrittene Verkehrssperrung am Offenbacher Wilhelmsplatz tritt in Kraft

Stadtpolizei kontrolliert das Einfahrtverbot in die Seitenstraßen des Wilhelmsplatzes.
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Wachsame Augen: Am Dienstag kontrollierte die Stadtpolizei das Einfahrtverbot in die Seitenstraßen des Wilhelmsplatzes.

Die Feuerprobe hat begonnen: Seit Dienstag (18.8.) ist die umstrittene Sperrung der beiden Seitenstraßen des Wilhelmsplatzes in Kraft.

Offenbach - Die östliche und westliche Straße bleiben für eine Testphase von drei Monaten an Markttagen zwischen 8 und 16 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wir haben uns rund um den Wilhelmsplatz umgesehen, um einen Einblick zu gewinnen, wie die ersten Stunden mit der neuen Situation abgelaufen sind. Es ist ungewohnt, die Straßen so zu erleben: Unbehelligt können Fußgänger und Radfahrer die Seitenstraßen zwischen dem Wochenmarkt und den Gaststätten an diesem Morgen passieren, ohne dass durchfahrende Autos sie zum Ausweichen oder Anhalten bewegen - jedenfalls fast: Von der Sperrung ausgenommen sind Anwohner mit dem entsprechenden Parkausweis sowie der Lieferverkehr.

Sperrung rund um den Wilhelmsplatz - Es hat sich Ruhe eingestellt

Auch die Gäste auf den Freisitzen der anliegenden Restaurants und Cafés können die merkliche Ruhe spüren, die sich eingestellt hat. Die wenigen Parkplätze an den Seitenstraßen sind dennoch voll: Autos von Anliegern, Fahrzeuge mit Behindertenausweis oder auch Wagen, die vor der Sperrung um acht Uhr oder auch schon am vorherigen Abend dort abgestellt wurden, wie die Damen der Stadtpolizei erzählen.

Von der Bleichstraße aus können Autos die Straße am Wilhelmsplatz befahren - aber nur bis zur Einfahrt des Parkplatzes. Wer weiter will, wird von zwei Mitarbeiterinnen der Stadtpolizei aufgehalten, die die Zufahrt zur Straße mit zwei Leitkegeln gesichert haben. Sie schicken die Autofahrer, sofern sie keinen Stellplatz auf dem Parkareal suchen, über die am Markt vorbeiführende Durchfahrt. Hier am südlichen Ende des Wilhelmsplatzes ist die Parkfläche gewohnt voll, Autofahrer warten in ihren Fahrzeugen auf freie Plätze. Zwei neue Behindertenparkplätze sind im Zuge der Sperrung hinzugekommen.

Sperrung am Offenbacher Wilhelmsplatz: Die Leute zeugen sich einsichtig

Manche Autofahrer lassen sich von den Polizistinnen durch die Durchfahrt leiten, andere biegen von der Bleichstraße ein, nehmen die Sperrung sofort wahr und stoßen zurück, um weiterzufahren. „Die Leute sind bisher sehr einsichtig“, erzählt Polizistin Heike Dreiser über die ersten Stunden der Kontrollen, „viele sind sehr zufrieden und finden die Sperrung gut, gerade wenn man hinten in der Gastronomie sitzt.“ Fast durchweg positives Feedback habe es bislang gegeben, erzählen sie und ihre Kollegin Diana Overbeck und bekommen gleich Bestätigung von vorbeilaufenden Passanten: „Von mir aus könnt’s länger sein“, ruft eine Dame, „Ich werd’ verrückt, hier herrscht ja Ordnung“, scherzt ein Herr. Dennoch gibt es auch Kritik: Ein Autofahrer will mit seinem Anhänger die Straße passieren und wird von Dreiser aufgehalten: Zwar bleibt die Straße für den Lieferverkehr befahrbar, der Fahrer kann aber nicht nachweisen, dass sein „Abholen“ von gewerblicher Natur ist. Schimpfend fährt er weiter, aber das lassen die Polizistinnen nicht an sich heran.

Eher „gemischt“ sind die Reaktionen auf der anderen Seite des Platzes, wo ebenfalls zwei Polizistinnen die Zufahrt von der Bieberer Straße aus kontrollieren. Die Mehrheit der Autofahrer hießen die Sperrung nicht gut, für viele sei es im ersten Moment ärgerlich, aber ausfallend sei keiner von ihnen geworden. Viele Passanten, so die Mitarbeiterinnen der Stadtpolizei, kämen vorbei, die ihre Sympathie für die Sperrung bekunden, aber auch unter den Fußgängern gäbe es einige, „die sagen, es ist Quatsch.“

Am Samstag (22.8.) wird Stadtrat Paul-Gerhard Weiß zwischen 10 und 14 Uhr an einem Infostand neben dem Streichholzkarlchen Fragen von Bürgern zur Verkehrsberuhigung beantworten.Von Jan Schuba

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