Erstklässler der Hafenschule in Containern

Vor vollendeten Tatsachen ?

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Um das künftige Platzproblem zu zeigen, haben die Schillerschüler die Fläche, die die Container benötigen, abgesperrt.

Offenbach - Die Idee der Stadt, Erstklässler der geplanten Hafenschule bis zu deren Fertigstellung in Containern auf dem Pausenhof der Schillerschule unterzubringen, sorgt für Kritik bei den Betroffenen.

Wie berichtet, sollen Grundschüler in den Behelfsräumen unterrichtet werden, weil die Goetheschule aus allen Nähten platzt. Zu viel Lärm, zu große Altersunterschiede und vor allem zu wenig Platz für die Schüler - so lassen sich die Hauptkritikpunkte der beteiligten Schulen zusammenfassen. Gestern erneuert der Schulelternbeirat der Schillerschule die Kritik an den Plänen der Stadt. Er stellt zunächst klar, dass sich der Protest nicht gegen die Hafenschüler richte, die wohl aller Voraussicht nach im Sommer mit zwei ersten Klassen auf den Schulhof einziehen werden.

Abgesehen davon, dass die Container mit ihren fast 300 Quadratmetern fast ein Viertel der gesamten Schulhof-Fläche in Anspruch nehmen, geht es dem Elternbeirat auch um die künftige Unterrichtssituation. Er sieht das Problem vor allem in der Integration der Kleinen in ein Schulleben einer weiterführenden Gesamtschule. „Eine Integration zusätzlicher Klassen ist nicht möglich, da die bestehenden Rahmenbedingungen dies nicht zulassen“, sagt Elternbeiratsvorsitzender Stefan Theiß. Die notwendige Zusammenarbeit beider Schulen und die eventuelle Einrichtung von Streitschlichtungsgruppen, so Theiß, erforderten einen höheren Personalbedarf.

Gewährleistung eines störungsfreien Unterrichts

Wenn die Hafenschule ab dem kommenden Schuljahr tatsächlich provisorisch auf dem Gelände einziehe, müsse vor allem die Frage nach der Gewährleistung eines störungsfreien Unterrichts sichergestellt werden, lautet eine weitere Forderung des Beirats. Sauer ist das Gremium zudem über die mangelnde Informationspolitik der Stadt. Erst vor drei Wochen sei die Schulleitung informiert worden, so Theiß in einer Pressemitteilung.

Er befindet sich mit seiner Kritik in bester Gesellschaft: „Die Entscheidung wurde einfach über unseren Kopf hinweg gefällt“, hatte sich Karin Marré-Harrak, Leiterin der Schillerschule, bereits am Mittwoch bei einem ersten Protest gegen Pläne geärgert. Zeit, um sich gegen das Vorhaben der Stadt aufzulehnen, blieb da kaum. Ins Leben gerufen werden konnte immerhin eine Sondersitzung am Dienstag in der Schule sowie die Protestaktion samt Dienstbesprechung am Mittwoch. An beiden Terminen nahm Bürgermeister Peter Schneider teil. Der sieht wie berichtet die Schillerschule als die beste Alternative unter den geprüften Schulen.

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Daran haben Lehrer und Elternbeirat jedoch so ihre Zweifel. „Die Frage, die sich aufdrängt ist: Wurden wirklich alle denkbaren Alternativlösungen herangezogen und untersucht? Mögliche Herbergen könnten leerstehende Gewerbebauten oder die Anmietung anderer Gebäude sein“, heißt es in der Mitteilung des Elternbeirats. Er prüft nun, ob die Leibnizschule zur Unterbringung nicht doch in Frage käme. Das Gymnasium wurde von der Stadt bei der Suche nach Alternativen nicht berücksichtigt, da es sich nicht im gleichen Schulbezirk befindet, so die Erklärung des Bürgermeisters.

Gesetzt den Fall, dass die Hafenschüler tatsächlich an der Schillerschule einziehen, werden getrennte Pausen gefordert, um dem Bewegungsdrang der Kinder entgegen zu kommen. Zudem fordern die Betroffenen eine kurzfristige Personalaufstockung an den beiden Schulen, um ein Konzept zu erstellen. Auch über die störungsfreie An- und Abreise der Schüler müsse man sich Gedanken machen.

kl

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