ESO erneuert die Straßen

Letzte Spuren des Winters

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An der Waldstraße ist seit gestern eine Fahrbahn gesperrt; gut zehn Zentimeter Deckschicht sind dort abgefräst. An der inzwischen verlegten Bushaltestelle ist eine Erneuerung dringend notwendig. Es ist keine überraschende Erkenntnis: Lastwagen und Busse nutzen den Belag mehr ab.

Offenbach - So sollte es eigentlich sein: Die Firma erledigt alles fristgerecht, und am Ende wird’s nicht teurer. Es wäre jedoch schön zu wissen, wann die Arbeiter anrücken. Damit man sich gegebenenfalls darauf einstellen kann. Von Martin Kuhn 

In diesem Fall hat genau das der Stadtdienstleister ESO verschwitzt. „Leider“, heißt es dazu etwas zerknirscht an der Daimlerstraße. Das ließ in der vergangenen Woche manchen Autopendler fluchen – obwohl er letztlich profitiert. Das bedeutet: Der Eigenbetrieb beseitigt wieder die schlimmsten Schäden auf dem gut 220 Kilometer langen Offenbacher Straßennetz. In der vergangenen Woche erneuerte bereits eine Firma gut 120 Meter auf dem zweispurigen Spessartring hinter der Kreuzung mit der Waldstraße, was im Berufsverkehr für längere Staus in Richtung Feuerwache sorgte.

Auch folgende Verengung wird erst gestern bekannt gegeben: Aktuell haben Arbeiter auf gut 80 Meter Länge zehn Zentimeter Straßenbelag der Waldstraße (stadteinwärts, in Höhe der Eberhard-von-Rochow-Straße) abgefräst. Dann bringen sie eine Asphaltdecke auf. Grund für die Erneuerung sind alters- und winterbedingte Schlaglöcher oder Risse. Die Arbeiten dauern, je nach Witterung, ungefähr eine Woche.

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Das nervt auf der Landstraße am meisten

Und das ist erst der Anfang. Sprecher Christian Loose listet auf Anfrage die weiteren Arbeiten des Eigenbetriebs auf: Am Bischofsheimer Weg werden auf 600 Meter Länge diverse Schäden beseitigt (geplant: 23. bis 27. Juni). Unter der Bahnüberführung Waldstraße gibt’s stadteinwärts ebenfalls einen neuen Belag (Termin: 7. bis 11. Juli). Und an der Sprendlinger Landstraße werden stadtauswärts beide Spuren ab Höhe Bert-Brecht-Straße wieder in Ordnung gebracht; da steht der Termin aber noch nicht.

So bringt der Stadtdienstleister sogar etwas mehr Geld „auf die Straße“ als noch zum Jahreswechsel gedacht. Nach den Schlussrechnungen des vergangenen Jahres waren von einem 1,5-Millionen-Sonderprogramm noch 180.000 Euro übrig. Die kommen zum jährlichen 620.000-Euro-Etat des ESO zur Straßenunterhaltung hinzu.

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Die entscheidende Frage, auf die die Lokalpolitik noch keine Antwort parat hat, bleibt jedoch unbeantwortet: Wie soll eine Stadt mit einem großen Schuldenberg vergleichsweise kleine Asphaltlöcher dauerhaft schließen? Kaum hilfreich, wenn auch tröstlich: Das Thema beschäftigt etliche deutsche Kommunen. Daher ist eine ADAC-Stellungnahme zur Situation in Hannover wohl zu verallgemeinern. Da heißt es: „Es reicht nicht, lediglich die Schlaglöcher des Winters zu stopfen und Schönheitskorrekturen vorzunehmen. Wir fordern ein Umdenken – weg von der akuten Mängelbeseitigung, hin zur Erhaltung.“ Was das in Offenbach kosten würde, hat der ESO schon vor Jahren mal grob kalkuliert. Da standen am Ende 20 Millionen Euro – vorsichtig geschätzt.

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