Stadtdienstleiter ESO gerüstet

Falls der Winter kommt

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Fabio Messena (links) und Manfred Förnges prüfen den Streuer eines ESO-Fahrzeugs. Sie sind die Einsatzleiter für den Winterdienst in der Stadt.

Offenbach - Klimatisch überzeugt der Dezember noch nicht: Schnee und Eis lassen auf sich warten. Doch das kann sich erfahrungsgemäß ändern. „Nach Weihnachten wird es normalerweise deutlich kälter“, sagt Metereologe Gerhard Lux vom DWD. Von Julia Radgen 

Der Stadtdienstleister ESO ist darauf vorbereitet, Straßen und Gehwege von Schnee und Eis zu befreien. Bis zu 30 große und kleine Fahrzeuge kann der Offenbacher Dienstleister laut Sprecher Oliver Gaksch für den Winterdienst mobilisieren. „Das ist immer bedarfsabhängig, weil sie entsprechend umgerüstet werden“, erklärt er. Stehen die Zeichen auf Schneefall und Glättealarm, werden beispielsweise an den hauseigenen großen Containerfahrzeuge, die zur Abfallentsorgung eingesetzt werden, Schieber oder Streuer-Elemente montiert. Keine Überraschung: „In diesem Jahr musste der Winterdienst noch nicht aktiv werden“.

Die 15 großen Räum- und Streufahrzeuge werden auf den Hauptverkehrsstraßen eingesetzt. Das Ziel des ESO: Wenn nachts Schneefall einsetzt, sollen diese Hauptstrecken geräumt sein bis der Berufsverkehr rollt. Um rechtzeitig reagieren zu können, arbeitet der Stadtdienstleister mit einem Bereitschaftssystem. 150 Mitarbeiter sind im Fall der Fälle damit betraut, die Spuren des Winters von der Fahrbahn zu entfernen. Die ESO-Angestellten stammen aus den Bereichen Grünwesen, Straßenreinigung und -unterhaltung und Entwässerung.

Wo genau geräumt wird, das ergibt sich aus den Wetterdienstmeldungen, die mehrmals täglich beim ESO einlaufen. „Außerdem haben wir einen Außendienst, der regelmäßig Kontrollfahrten macht und uns entsprechende Strecken meldet“, ergänzt Gaksch. Dieser sei notfalls auch nachts unterwegs. Priorität beim Winterdienst haben für den Verkehr wichtige und besonders gefährliche Straßen, so schreibt es die städtische Winterdienssatzung vor.

Außerdem fährt der ESO im Stadtgebiet mit bis zu 15 kleineren Sprintern und Pritschenwagen umher. Die eignen sich vor allem für kleinere Straße und Gehwege. Auf diesen verstreuen die Mitarbeiter hauptsächlich Splitt, die großen Streufahrzeuge werden hingegen mit Salz beladen.

Insgesamt 225 Tonnen davon lagern in zwei großen Salzsilos auf dem Betriebsgelände in der Daimlerstraße. Hinzu kommt eine sogenannte Salzlöseanlage, um Feuchtsalz herzustellen. Denn das angefeuchtete Salz besitzt den Vorteil, dass das Eis wesentlich schneller taut. Außerdem kann Wehverlust durch Wind oder Verkehr gering gehalten werden, was bedeutet: Insgesamt muss weniger Salz verstreut werden. Der ESO achte darauf, „möglichst umweltschonend“ zu agieren, sagt Sprecher Gaksch.

Sollte der Winter so frostig sein, dass die Salzvorräte in Offenbach aufgebraucht sind, hat der Dienstleister noch ein Ass im Ärmel: Gemeinsam mit den Winterdienstbetrieben sieben weiterer Städte, darunter Neu-Isenburg und Langen, investierten die Offenbacher in ein interkommunales Streusalzlager. In dem 2012 fertiggestellten Lager auf dem Gelände des Wiesbadener Entsorgungsbetriebs ELW steht mit weiteren 1000 Tonnen noch einmal beinahe die viereinhalbfache Salzmenge für den ESO bereit. Damit sei man für Lieferengpässe gerüstet und unabhängig von Lieferanten. Diese Salzquelle musste in der Vergangenheit schon angezapft werden. „Aber das ist schon ein paar Jahre her“, sagt Gaksch.

Im vergangenen milden Winter sei das nicht nötig gewesen. Auf Salzreste aus dem Vorjahr muss das Offenbacher Unternehmen aber nicht spekulieren. „Die Lager werden ohnehin jedes Jahr wieder aufgefüllt“ – völlig unabhängig von Wetterprognosen. „Was das angeht, handeln wir nach dem Vorsichtssprinzip“, betont Gaksch. Denn Wetterumschwünge seien bekanntlich schwer abzusehen.

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