„Essen und Wärme für Bedürftige“

Initiator von Bedürftigen-Hilfe zieht Bilanz - „ich bin sehr dankbar, dass...“

Ehrensache: Günter Krämer ist Initiator der Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“. Mit dem Plakat in seinen Händen sollen junge Menschen dazu ermuntert werden, sich ebenfalls ehrenamtlich zu engagieren.
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Ehrensache: Günter Krämer ist Initiator der Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“. Mit dem Plakat in seinen Händen sollen junge Menschen dazu ermuntert werden, sich ebenfalls ehrenamtlich zu engagieren.

Seit über 20 Jahren findet in der kalten Jahreszeit  in Offenbach die Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“ statt. Der ehemalige Pfarrer Günter Krämer ist Initiator und zieht Bilanz. 

Offenbach - Schon seit Beginn der Aktion Ende Oktober und noch bis Anfang März erhalten bedürftige Menschen täglich an wechselnden Standorten ein warmes Mittagessen. Verschiedene Gemeinden stellen stadtweit für jeweils ein oder zwei Wochen ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen gegen die symbolische Spende von einem Euro, neben der warmen Mahlzeit, ebenfalls Kaffee, Tee, Gebäck sowie belegte Brötchen und etwas Obst als Lunchpaket zum Mitnehmen ausgehändigt werden.

Nachdem mittlerweile etwas mehr als die Hälfte der Aktion um ist, zeigt sich Initiator Günter Krämer durchaus zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Er hebt hervor, dass sich mittlerweile 14 Gemeinden an der Aktion beteiligen, neben verschiedenen evangelischen und katholischen, sei zudem auch dieses Mal wieder die islamische Ahmadiyya-Gemeinde mit dabei.

Offenbach: Zufriedenheit bei Initiator von „Essen und Wärme für Bedürftige“ 

Doch nicht nur die Zahl der teilnehmenden Gemeinden hat über die Jahre zugenommen. „Dieses Jahr sind es auch wieder mehr Menschen, die zu uns kommen“, zieht Krämer eine erste Zwischenbilanz. „Insbesondere die Zahl der älteren Menschen, gerade auch Frauen, hat zugenommen“, fährt er fort und führt als Erklärung die steigende Altersarmut an.

Darüber hinaus hat er mit Beginn der mittlerweile 27. Ausgabe der Aktion jedoch auch Positives zu berichten. „Ich sehe in unserem Umfeld ein hohes Engagement, sich für eine gute Sache einzusetzen“, freut er sich.

Schließlich sei man bei durchschnittlich etwa 75 Tischgästen, die tagtäglich das Angebot wahrnehmen, sowohl auf eine solide finanzielle, als auch personelle Hilfe angewiesen, wie er erzählt. Doch in beiden Fällen sei die Aktion sehr gut aufgestellt.

Denn auch in diesem Jahr stehen wieder über 80 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bereit, um an sieben Tagen in der Woche das Angebot aufrechterhalten zu können. Und auch über die Zuwendung von Spenden, aus welchen die Aktion finanziert wird, kann Krämer nicht klagen. „Wir haben uns über die Jahre in der Stadt eine gewisse Anerkennung aufgebaut, sodass wir teilweise auf langjährige Helferinnen und Helfer sowie regelmäßige Spenden bauen können“, erzählt der ehemalige Pfarrer. Dennoch geht er davon aus, dass die Kosten, sowohl für die aktuelle, als auch für zukünftige Aktionen, steigen werden. 

Offenbach: Kosten für „Essen und Wärme für Bedürftige“ werden steigen 

Grund dafür ist, dass das ausgegebene Essen in den Gemeinden nicht selbst zubereitet werden kann, sondern von einem externen Caterer gestellt wird. Und da mit Beginn der laufenden Aktion ein Wechsel stattgefunden hat und das Essen seitdem von der lokalen „Hesse-Wirtschaft“ geliefert wird, geht Krämer davon aus, dass sich die bisherigen Ausgaben von knapp 55 000 Euro pro Aktion zukünftig noch erhöhen werden.

Obwohl es generell an Freiwilligen nicht mangelt, sieht Krämer dennoch etwas Verbesserungsbedarf, was das Alter der Helfenden betrifft. „Ich bin seit der ersten Aktion im Dezember 1993 dabei, da war ich 50. Das geht einem Teil der Helferinnen und Helfer ähnlich“, fasst er mit ironischem Unterton die hohe Zahl an Rentnerinnen und Rentnern zusammen, die sich ehrenamtlich engagieren.

Aus diesem Grund haben die Ökumenische Initiative Soziale Not in Offenbach und „Essen und Wärme“ auch eine Plakataktion ins Leben gerufen, mit der gezielt junge Menschen angesprochen werden sollen, um somit künftig auch vermehrt jüngere Generationen für das ehrenamtliche Engagement bei der Aktion zu gewinnen.

Beim Rückblick auf die vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte macht Krämer einen sehr zufriedenen Eindruck. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir seit Beginn vor 27 Jahren weder finanzielle Probleme, noch einen Tag hatten, an dem wir nicht öffnen konnten, da uns die nötigen Räume oder Helferinnen und Helfer gefehlt haben“, resümiert er.

Damit das auch in Zukunft so bleibt, können Interessierte sich bei „Essen und Wärme“ unter der Telefonnummer 0176/38801982 oder per E-Mail an guenter.kraemer@yahoo.de wenden.   VON JOEL SCHMIDT

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