Neue Radlerpiste Taunusstraße

Projekt Bike Offenbach: Kilometerlange Fahrradstraße entsteht – „Keine einzige negative Stimme“

Auch die Jüngsten nutzten die Gelegenheit: Zwei Stunden gehörte die Taunusstraße nur den Radlern.
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Auch die Jüngsten nutzten die Gelegenheit: Zwei Stunden gehörte die Taunusstraße nur den Radlern.

Umwelt- und klimafreundliche Mobilität fördern: Zu dieser Strategie leistet das Projekt Bike Offenbach seinen Beitrag durch Anpassung der Infrastruktur, um mehr Leuten die Entscheidung für das Fahrrad als Verkehrsmittel zu erleichtern.

Offenbach – Bis zum kommenden Jahr sollen insgesamt neun Kilometer Fahrradstraße im Stadtgebiet entstehen sowie sechs Achsen, um auch das Umland für Radler zu erschließen. Einer der aktuellen Meilensteine des Projekts ist die Taunusstraße, die im Mai durchgehend zwischen Domstraße und Nordring zur Fahrradstraße geworden ist. Am Samstag wurde das von Bike Offenbach gefeiert – mit Infos zum Projekt und der Möglichkeit, die erleichternden Bedingungen für Radfahrer auszuprobieren.

Bike Offennbach: Mehr Sicherheit für Radfahrer, Umweltbelastung, Lärm und Stress reduzieren

Mehr Sicherheit für die Radfahrer, Umweltbelastung, Lärm und Stress reduzieren, diese Vorteile erwartet man sich durch eine Fahrradstraße, wie sie am Samstag vorgestellt wird: Zwei Stunden lang ist die Taunusstraße am Nachmittag zwischen Domstraße und Goethestraße gesperrt, die ausfahrenden Anwohner werden gebeten, für die Dauer der Veranstaltung bei der Rückkehr außerhalb zu parken. Projektmanager Ulrich Lemke und Planerin Lisa Wagner erläutern dem Laufpublikum die Inhalte und Neuigkeiten des Projekts und beantworten Fragen.

Der Fahrradladen „Pedalinski“ zeigt einige Fahrräder aus seinem Sortiment. Auch die „Étagerie“ beteiligt sich mit einem Stand, Strom gibt es aus der „Trattorina“. Von der Polizei hat sich Bike Offenbach für diesen Nachmittag einen Fahrradparcours für die Kleinen ausgeliehen, auf dem sie die neue Fahrradstraße mit Hindernissen wie einen Pylonenslalom oder einer Rampe austesten können. Ebenfalls mit einem Stand vertreten ist der ADFC, bei dem die Besucher ihre Fahrräder codieren lassen können.

Noch läuft nicht alles rund: Es brauche Zeit, bis sich die Verkehrsteilnehmer an die neue Situation gewöhnen, so Lemke. Tatsächlich hätten, wie ein Anwohner erklärt, eine ganze Reihe von Autofahrern die Umgewöhnung vom Rechts-vor-links-Verkehr zu der Taunusstraße als Vorfahrtsstraße trotz Beschilderung noch nicht geschluckt. Außerdem sei beispielsweise beim Abbiegen aus der Andréstraße die Sicht durch den großen quadratischen Aufsteller mit dem Hinweis auf die neue Fahrradstraße stark eingeschränkt, sodass man als Linksabbieger von rechts herannahende Fahrzeuge, egal ob Auto oder Fahrrad, nur schwer erkennen könne.

Bike Offenbach: „Es geht nicht von heute auf morgen“

„Es geht nicht von heute auf morgen“, zeigt sich Ulrich Lemke für eventuelle Anpassungen offen. Um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die Taunusstraße, die bis zu ihrem Umbau als komplette Durchfahrtsstraße zur Verfügung stand, jetzt lediglich für Anlieger zugänglich sind, werden in Kürze Kontrollen stattfinden. Autofahrer, die das Anliegergebot missachten, werden hier mit einem Bußgeld zur Kasse gebeten. Die Ergebnisse der Kontrollen und der Beobachtungen durch den ADFC werden gesammelt und veröffentlicht und ausgewertet, um anhand konkreter Daten zu sehen, „was zum Funktionieren gebracht werden muss und wo man nachstellen muss, wenn Veränderungen nötig sind.“ Die Eingewöhnungszeit schätzt Ulrich Lemke auf „ein halbes bis dreiviertel Jahre“.

Im Vorfeld wurden die Umwandlungen der Straßen durch das Projekt Bike teils kontrovers diskutiert. Ulrich Lemke gibt sich aber bezüglich der Taunusstraße optimistisch: „Von den Anwohnern hatten wir bisher nur positive Rückmeldungen in der Taunusstraße, bisher gab es keine einzige negative Stimme.“ Anmerkungen kämen gelegentlich von Radfahrern mit der Beschwerde, dass noch immer zu viele Autos durch die Straße fahren würden. Von Autofahrern habe es im Monat zwei oder drei Klagen gegeben, so Lemke. (Jan Schuba)

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