Karriere beendet

Fechterin aus Offenbach strandet auf Bali ‒ und bleibt einfach dort

Degenfechterin Monika Sozanska vom FC Offenbach beendet ihre Karriere auf Bali.
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Monika Sozanska war ein Aushängeschild des Fechtclubs Offenbach. Nun beendet die Degenfechterin ihre Karriere auf Bali.

Fechterin Monika Sozanska vom FC Offenbach ist während Corona auf Bali gestrandet - und bleibt jetzt einfach dort.

  • Monika Sozanska fechtet seit 2017 für den FC Offenbach.
  • Wegen der Corona-Pandemie strandet die Fechterin im März auf Bali.
  • Sie beschließt dort zu bleiben, findet eine neue Heimat und beendet nun ihre Karriere.

Offenbach – Was als Erholungspause geplant war, wird für Degenfechterin Monika Sozanska zur neuen Heimat. Wegen Corona bleibt die seit 2017 für den FC Offenbach gestartete ehemalige Vize-Weltmeisterin auf Bali – und verkündete jetzt ihr Karriereende.

Der Fechtclub Offenbach verliert inmitten dieser Corona-Krise in Monika Sozanska endgültig eines seiner Aushängeschilder. Die 37-Jährige macht nach 20 Jahren Schluss mit dem Leistungssport und hat in dieser Woche via Instagram ihr Karriereende bekannt gegeben. Dabei hatte Sozanska, viele Jahre Mitglied der Sportfördergruppe in Mainz, noch große sportliche Pläne, hoffte in diesem Jahr auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Tokio.

Fechten in Offenbach - Ehemalige Vize-Weltmeisterin findet neue Heimat auf Bali

Doch seit einem Urlaub mit Freunden rund um ihren Geburtstag im März sitzt sie wegen der Corona-Pandemie auf Bali fest. Alle Fechtwettkämpfe waren zu diesem Zeitpunkt ohnehin abgesagt. So beschloss die Sportlerin des Fechtclub Offenbach zunächst vor Ort zu bleiben und sich fit zu halten. Mittlerweile hat sie großen Gefallen daran gefunden, auf der indonesischen Ferieninsel zu sein. Sei es beim Joggen durch die Reisfelder, beim Schwimmen und Tennis spielen, bei Übungen mit einer Yogalehrerin sowie recht phantasievollen fechterischen Übungen. Mittlerweile hat sie auch Surfen und Wakeboarden gelernt und nutzt die Ruhe, um an ihrem Schmucklabel Mosiks zu arbeiten, bei dem sie natürlich auch Anleihen an den Fechtsport nimmt.

Die ehemalige Vize-Fecht-Weltmeisterin des FC Offenbach auf Bali. Zunächst trainiert Monika Sozanska auf der Insel weiter - doch nun beendet sie ihre aktive Karriere.

Corona, Verletzung, keine Olympischen Spiele - Karriereende der Fechterin des FC Offenbach

Vor allem aber blieb ihr auf Bali viel Zeit zum Nachdenken. „Es kam einiges zusammen“, erklärt ihr Vater und Coach Piotr Sozanski, der weiterhin beim Heidenheimer Sportbund Aktive und Jugendliche trainiert, in der „Heidenheimer Zeitung“. Die Corona-Pandemie, der Rückschlag durch den Kreuzbandriss vor zwei Jahren, die Verschiebung der Olympischen Spiele auf das Jahr 2021 – all dies habe bei seiner Tochter zu dem Entschluss geführt, nach 20 Jahren Leistungssport einen Schlussstrich zu ziehen.

Am Sonntag (18.10.2020) machte Monika Sozanska dies nun öffentlich und schrieb auf ihrem Instagram-Kanal: „Ich habe vor einigen Monaten beschlossen meine aktive Fechtkarriere zu beenden und heute möchte ich das auch der Öffentlichkeit mitteilen.“ Ob und wann sie nach Deutschland zurückkehrt, ist offen.

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Ich habe vor einigen Monaten beschlossen meine aktive Fechtkarriere zu beenden und heute möchte ich das auch der Öffentlichkeit mitteilen. Die Sportfördergruppe der Bundeswehr hat mich viele Jahre auf meinem Weg begleitet und unterstützt. Vielen Dank dafür! Ich hatte zwei besondere Menschen als Vorgesetzte während dieser Zeit. Vielen Dank an meinen früheren Chef und einen wunderbaren, sportbegeisterten Menschen Stefan Kainath für all die Jahre Unterstützung. Und einen besonderen Dank möchte ich meinem früheren, und aktuellen Leiter der Sportfördergruppe Mainz, Oberstabsfeldwebel Marc Peter aussprechen. Einen wertvolleren Chef kann man sich als Sportler nicht vorstellen. Er tut alles, einfach alles was in seiner Macht steht, um uns Sportlern den Rücken frei zu halten und uns in allen Situationen bestmöglich zu unterstützen. Vielen Dank an den besten Chef und einen noch besseren Menschen 🙏❤️ #Fechten #Bundeswehr #spofö #sportfördergruppe #sportfördergruppebundeswehr #deutschesportler

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Sozanska, seit 2017 beim Fechtclub Offenbach, war WM-Zweite mit der deutschen Degenauswahl 2010 in Paris und Zehnte bei den Olympischen Spielen 2012 in London. An diese Erfolge hatte sie beim FC in Offenbach nicht anknüpfen können. Zwischenzeitlich war sie auch von Verletzungen geplagt, erlitt unter anderem einen Kreuzbandriss.

Fechten in Offenbach: So geht es trotz Corona-Krise weiter

Gudrun Bayer, Vorsitzende des FC Offenbach, hat Sozanska letztmals beim Degenturnier um den „Frankfurter Bembel“ im Dezember 2019 getroffen. „Wir setzen jetzt weiter auf Nikolaus Bodoczi und versuchen, Maximilian Meszaros nach vorn zu bringen. Und im weiblichen Nachwuchs haben wir hoffnungsvolle Talente“, versprüht Bayer Zuversicht trotz des prominenten Abgangs, den man in Offenbach in dieser schwierigen Zeit nun verkraften muss. Auch wenn sie zugeben muss: „Wir konnten wegen Corona keine Anfängerprüfungen ausrichten, bekommen so keine neuen Mitglieder. Werbung in den Schulen ist auch nicht möglich. Das ist eine schwierige Situation, aber da müssen wir jetzt alle durch.“

Die Fechter dürfen in Offenbach auf den 15 Bahnen mit jeweils 1,50 m Abstand zumindest dreimal pro Woche trainieren. Das sei eine „schöne Aufteilerei“, wie Bayer mit leichter Ironie berichtet. Das traditionelle Stefan-Haukler-Turnier zum Jahresende musste sie absagen, die Hoffnung, die deutsche U17-Meisterschaft im Mai 2021 ausrichten zu dürfen, besteht weiterhin. Zumal, nach unzähligen Turnierabsagen in den vergangenen Wochen, der Deutschland-Pokal tatsächlich stattfinden soll. Bei den Männern haben 84 Degenteams gemeldet. Der Fechtclub Offenbach startet am 13. November beim MTV Gießen. Für Offenbach sollen Maximilian Meszaros, Leonid Reschko, Christian Knoop und David Dergay antreten. (Holger Appel)

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