Besonderer und wichtiger Tag

Feierliche Begrüßung neuer Staatsbürger im Offenbacher Rathaus

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Im Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung heißt Oberbürgermeister Felix Schwenke die Teilnehmer willkommen.

Rund 90 Menschen haben die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und wurden in Offenbach feierlich begrüßt. Die Gründe, warum die Menschen nach Offenbach kamen, sind sehr unterschiedlich. 

Offenbach – Geschichten, wann und warum sich jemand dazu entschieden hat, sein Geburtsland zu verlassen und letztlich in Offenbach zu landen, gibt es an diesem Freitagabend im Sitzungssaal des Rathauses aus aller Munde zu hören. Bei der einen ist der drohende Brexit der ausschlaggebende Grund gewesen, andere hat die Liebe hierher geführt. Rund 90 Menschen haben die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und werden jetzt feierlich begrüßt.

Auf eine so lange Migrationsgeschichte wie Heidy Kwan-Döhner können vermutlich die wenigsten zurückblicken. In Mexiko geboren, wohin ihre chinesischen Großeltern einst auswanderten, zog sie mit 18 Jahren ins amerikanische Kalifornien. Von dort ging sie mit 34 Jahren weiter nach Berlin und im Jahr 2015 verschlug es sie schließlich nach Offenbach, wo sie seitdem mit Mann und dreijährigem Kind lebt.

Die Liebe stand bei Ricardo Neves und Andrea Zietarska am Anfang. Neves erzählt, dass er im Jahr 2008 fürs Studium aus Brasilien nach Tübingen gegangen sei und auf einer Reise in der Slowakei seine Freundin kennengelernt habe. Der promovierte Neurowissenschaftler und seine als Beraterin tätige Freundin leben nun mit ihrem fünf Monate altem Kind bereits seit drei Jahren in Offenbach und sind nun beide deutsche Staatsbürger geworden. Ein Prozess, den die beiden als gar nicht so anstrengend beschreiben, da er ihnen „sogar ein bisschen Spaß gemacht hat“. Positiv hebt Andrea Zietarska zudem hervor, dass sich die Vorbereitung auf den Einbürgerungstest online absolvieren lässt.

Bevor sich die neuen Deutschen an den Tischen austauschen können, hat, ausgestattet mit Sprachspiel und einer beeindruckenden Vielfalt der Variation des Begrüßens und Willkommen heißens, Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber am Freitagabend die Einbürgerungsfeier der Stadt Offenbach eröffnet.

Bereits für die Begrüßung nimmt er sich einige Zeit, indem er jeden Namen der neu eingebürgerten Offenbacherinnen und Offenbacher einzeln erwähnt und diese direkt adressiert.

Färber spricht davon, dass die Stadt in den vergangenen Jahren ein großes Wachstum erlebt hat und hebt hervor, dass „Offenbach in Deutschland als offene Stadt mit der ausgeprägten Fähigkeit, Menschen aus vielen Herkunftsländern zu integrieren“, gilt.

„Sie sind Deutsche geworden, und das bedeutet nicht, dass sie ihre kulturellen Werte verstecken müssen“, fährt er fort. Ebenso wie alteingesessene Offenbacher ihre Kultur nicht verleugnen sollten, sei es auch für Eingebürgerte wichtig, die Kultur ihres Herkunftslandes zu bewahren und zu pflegen. Dies jedoch stets unter der Prämisse, die „Werte des Grundgesetzes zu leben und zu verteidigen“, fügt er abschließend hinzu.

„Ich freue mich, dass so viele neue deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger heute den Weg ins Rathaus gefunden haben, um gemeinsam auf dieses Ereignis anzustoßen“, begrüßt auch Oberbürgermeister Felix Schwenke den gut gefüllten Saal. Er verweist in seiner Rede darauf, dass die Anwesenden mit Erwerb der Staatsbürgerschaft nun auch das Recht besitzen, an allen Wahlen in Deutschland teilzunehmen. „Ich kann Sie nur bitten und auffordern, von Ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und sich aktiv am demokratischen Prozess zu beteiligen“, wendet er sich mit Bezug auf die oft relativ niedrige Wahlbeteiligung in der Stadt an seine Zuhörer.

Nachdem der Musikverein Eintracht zum Abschluss des offiziellen Teils der Einbürgerungsfeier die deutsche Nationalhymne gespielt hat, beginnt im Foyer langsam der informelle Part. Ausgestattet mit Sekt und Häppchen stehen die Teilnehmer an Stehtischen, unterhalten sich untereinander oder suchen den Kontakt zu ebenfalls anwesenden Stadtverordneten der verschiedensten Parteien.

VON JOEL SCHMIDT

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