Kalawopolis braucht neue Einwohner

Offenbach (fel) - Welches Kind will im Sommer nach Kalawopolis? Nein, Kalawopolis liegt nicht etwa in Polen oder im Osten Sibiriens, sondern im Hainbachtal am Stadtrand und ist ein Kunstbegriff, der sich aus den Vereinsnamen Kaleidoskop und Arbeiterwohlfahrt (Awo) zusammensetzt.

Beide sowie der Verein Memory International laden wieder zur Stadtranderholung . Ein – das zentrale städtische Angebot für Kinder in den Sommerferien. In Kalawopolis simulieren die Ferienspielkinder zum zweiten Mal nach dem Erfolg im Vorjahr das Leben in einer Stadt. Unter ständiger Begleitung durch geschulte Betreuer „arbeiten“ Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 14 Jahren in den Betrieben der Kinderstadt, verdienen Geld in Spielwährung, mit dem sie sich anschließend Freizeitangebote leisten können und Steuern an die Stadtverwaltung von Kalawopolis zahlen müssen.

Da wird in der Bäckerei gebacken, die Spedition liefert die Ware aus, verdient dadurch Geld, das sie an die Angestellten auszahlt, die sich eine frische Waffel leisten oder mit einem Bollerwagen-Taxi in die Wellnessoase fahren können. Auch Politik spielt eine Rolle: Jeden Tag gibt es eine Bürgerversammlung, jede Woche wird ein Bürgermeister gewählt.

Jeder Teilnehmer übernimmt eine Verantwortung

„Die moderne Form dieser Ferienfreizeit basiert auf einem pädagogischen Konzept, bei dem natürlich Spiel und Spaß im Vordergrund stehen, aber auch ganz wichtige soziale Werte und das Verständnis für das Zusammenleben einer Gesellschaft vermittelt werden“, erläutert Projektleiter Sebastian Platt vom Verein Kaleidoskop das Angebot. „Dieser Ansatz ermöglicht, alle Altersgruppen gemeinsam abzudecken und nicht mehr in altersbedingte Gruppen zu unterteilen. Jeder Teilnehmer übernimmt eine Verantwortung.“

Ganz wichtig: Jedes Kind kann selbst entscheiden, wie weit es sich einbringt. Nicht Zwang, sondern Spaß ist oberstes Gebot. Betreuung ist täglich von 8 bis 16 Uhr vorgesehen, inklusive Mahlzeiten. Für Vier- und Fünfjährige gibt es eine Kitagruppe. Behinderte Kinder sind ausdrücklich willkommen.

Zwei Fußballcamps

Die Teilnahme kostet für das erste Kind 63 Euro pro Woche. Für einkommensschwache Familien gibt es eine von der Stadt finanzierte Ermäßigung. Betrieb herrscht in der Kinderstadt während der gesamten Ferienzeit.

Anmeldung unter 069 9590-9017 oder unter www.kinderstadt-Offenbach.de.

Das zweite zentrale Angebot der Stadtranderholung ist das jährliche Sportcamp auf der Rosenhöhe. Kinder von sechs bis 14 Jahren, und zwar keinesfalls nur Jungs, können vom 16. Juli bis 10. August wochentags von 9 bis 17 Uhr sportlich aktiv werden. In der 3. und 6. Ferienwoche finden zwei Fußballcamps und in der 4. und 5. Woche Sportcamps statt. Letztere vereinen in Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen Handball, Basketball, Hockey (Offenbacher Ruderverein) und Boxen (Boxclub Nordend).

Neben dem Ballspiel bietet die Memory-International/„kick & learn GmbH“, die das Camp zum dritten Mal in Folge ausrichtet, erneut ein ernsthaftes Lern- und Mentaltraining an, das Jens Mengeler vom Lerninstitut Memory mit Fußballweltmeister Karlheinz Riedle entwickelt hat. Insgesamt können in den vier Wochen 250 Kinder teilnehmen. Kosten: 63 Euro pro Woche. Auch da gibt es Ermäßigung für weitere Kinder oder für SGB-II-Empfänger.

Anmeldung: 069 8065-2256, www.kick-and-learn.de

Rubriklistenbild: © dpa

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