Konkrete Forderungen

IHK: Flughafen als Drehkreuz erhalten

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Offenbach - Die IHK Offenbach stellt konkrete Forderungen an die künftige Landesregierung und entlastet damit ihre Mitglieder. Von Marc Kuhn

Mit konkreten Forderungen an ein mögliches schwarz-grünes Bündnis in Hessen hat sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach in die Koalitionsverhandlungen eingemischt. „Die Wettbewerbsfähigkeit und die Drehkreuzfunktion des Flughafens müssen erhalten bleiben“, sagte IHK-Präsident Alfred Clouth gestern bei der Jahrespressekonferenz der Kammer. „Dabei muss allerdings der aktive und passive Schallschutz weiter deutlich verbessert werden.“ Mit Blick auf eine mögliche Verlängerung des Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen, das bisher zwischen 23 und 5 Uhr gilt, erklärte Clouth: „Alles ist möglich.“ Allerdings müsse die Drehkreuzfunktion des Airports erhalten bleiben. Ähnlich äußerte sich IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner.

Von einer neuen Landesregierung erwartet die Kammer zudem Unterstützung für den Bau der Regionaltangente West von Bad Homburg über Eschborn und den Flughafen nach Dreieich. Clouth sprach von einem zentralen Nahverkehrsschienenprojekt. „Hier wird seit 40 Jahren nur geredet“, so der IHK-Präsident. „Es ist Zeit für Taten.“

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Darüber hinaus forderte Clouth: „Der Standort für die Hochschule für Gestaltung in Offenbach muss gesichert werden.“ Die künftige Landesregierung müsse klare Fakten schaffen. Weinbrenner fügte hinzu: „Ein Neubau im Hafen ist die eleganteste Lösung.“ Wenn die Gelder dafür nicht bereitgestellt werden könnten, sollte der bestehende Standort ausgebaut werden, verlangte Clouth.

Für das nächste Jahr habe sich die IHK „den Aufbau eines Kompetenzzentrums und Netzwerks im Bereich Design und Kreativwirtschaft für die Region zum Ziel gesetzt“, so Clouth. „Wir möchten für die Bedeutung von Design als Wirtschafts- und Wettbewerbsfaktor zunehmend auch unsere kleinen und mittelständischen Unternehmen sensibilisieren.“

Die rund 43.000 Mitglieder der IHK Offenbach sollen 2014 entlastet werden. „Wir werden ab kommendem Jahr die Grundbeiträge um zehn Prozent sowie die Umlagesätze um 20 Prozent senken“, erläuterte Clouth. Die Unternehmen würden dadurch um fast 1,2 Millionen Euro entlastet. Möglich wird dieser Schritt, weil die Liquiditätsrücklage nach dem neuen Finanzstatut aufgelöst wird. Durch ihre Übertragung in die Leasingrücklage für das IHK-Gebäude werde diese Belastung daraus finanziert und der Haushalt um fast 1,2 Millionen Euro dauerhaft entlastet, erklärte Clouth.

Weinbrenner erinnerte an die Wahl zur IHK-Vollversammlung vom 22. Januar bis 18. Februar des nächsten Jahres. 98 Kandidaten würden sich für die 57 Plätze bewerben. Clouth tritt wieder für die Wahl des Präsidenten an.

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