Bei lokalen Arbeitgebern

Förderprogramm soll Chancen von jungen Erwachsenen erhöhen

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Zusammen mit Kreishandwerkerschaft und OFC suchen nach einem Ausbildungsplatz (von links): Isabel Martin, Fabian Pause, Milorad Markovic, Kevin Kraut, Maurizio Pilo, Edris Jousefzai.

Offenbach - Wege zu einer Ausbildung in einem handwerklichen Beruf ebnet ein aus Mitteln des EU-Sozialfonds und des Bundes gefördertes Programm für junge Menschen. Es wurde jetzt in Offenbach vorgestellt. Von Harald H. Richter 

Freitagabend, Haus des Handwerks in Bieber-Waldhof: Lokale Arbeitgeber und junge Menschen sind zur Auftaktveranstaltung des „ZEIT“-Projekts gekommen. Es will junge Erwachsene fördern, die aktuell keine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt haben. Der Begriff kürzt die Programmziele ab: Zeit für Entwicklung, Integration und Talente. Die Veranstaltung dient vor allem dazu, Vermittlungskontakte anzubahnen, schließlich geht es darum, Arbeitgeber für das Kooperationsmodell zu interessieren und Berufsnachwuchs für Firmen zu generieren.

Mittendrin Laura Viola, die mit sicherer Hand und dem schon fürs Wesentliche geschärften Blick die schwere Kamera zwischen den Reihen hindurch bewegt, Szenen des Geschehens filmisch einfängt, Interviewpartner heranzoomt. Die 20-jährige Langenerin mit portugiesischen Wurzeln möchte Mediengestalterin in Bild und Ton werden, sucht eine Ausbildungsstelle. „Ich bin derzeit Praktikantin bei Akissko für das OFC-Fanradio und habe zuvor bei einem Sender in Frankfurt reingeschnuppert“, berichtet die Hauptschulabsolventin von ersten Erfahrungen auf ihrem Wunschgebiet.

Wie sie erhoffen sich knapp 30 weitere junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren Einiges von dem bis 2019 dauernden Projekt. Es wird vom Bildungsberatungsunternehmen KIZ Sinnova, dem Verein Lebensräume, dem Arbeitgeberservice Pro Arbeit und der Kreishandwerkerschaft für Stadt und Kreis Offenbach getragen. Die Finanzierung sichern der Europäische Sozialfonds und das Bundesarbeitsministerium.

Das Projekt folgt einer ähnlichen Sozialmaßnahme, die seit 2012 über Qualifikation und Praktikum Ausbildungsverhältnisse für sozial benachteiligte Jugendliche hat anbahnen können. So stellten die Offenbacher Kickers beispielsweise über ihre Vizepräsidentin Barbara Klein Kontakte zu Sponsoren her und fädelten praktische Kooperationen ein. „Dazu sind wir auch diesmal bereit“, sichert sie zu. „Es ist eine wundervoll zu erleben, welchen Einsatzwillen junge Leute zeigen und welche Leidenschaft sie entwickeln, um ihre Ziele zu erreichen.“ Klein appelliert daher an Arbeitgeber, den jungen Erwachsenen eine Chance zu geben.

Die Köpfe der Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach

„Als neuer Projektpartner möchten wir als Vermittler zu lokalen Betrieben wirken“, unterstreicht Kreishandwerksmeister Wolfgang Kramwinkel. „Bei uns zählt nicht, woher man kommt, sondern wohin man will“, so das Credo. Kramwinkel zielt damit auf den Umstand ab, dass ein Teil der jungen Menschen keinen Schulabschluss hat, aber den festen Willen, es zu etwas zu bringen.

Das trifft auch auf Kevin Kraut zu. Der 18-Jährige Mühlheimer möchte Einzelhandelskaufmann oder Friseur werden. „Ich bin dynamisch, belastbar und kann sehr gut in einem Team arbeiten“, zeichnet er ein Bild von seinen Qualitäten. Die „ZEIT“-Coaches um Projektbeauftragte Kerstin Helfert bescheinigen ihm Motivation und Hilfsbereitschaft und charakterisieren ihn als vorausschauend denkend.

An Marktständen finden an diesem Abend Projektpartner, lokale Arbeitgeber und die eigentliche Zielgruppe zueinander. Die jungen Leute haben Steckbriefe verfasst und verraten darauf einiges von sich, vertiefen das aber im persönlichen Gespräch.

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