Förderprogramm für südliche Innenstadt

Bürger sollen aktiv mitgestalten

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Das Gebiet südlich der Bahn soll in den nächsten zehn Jahren aufgemöbelt werden.

Offenbach - Was sich beim Mathildenviertel bewährt hat, soll bald auch in der südlichen Innenstadt Anwendung finden: Im 50 Hektar großen Quartier läuft das Förderprogramm „Hessische Gemeinschaftsinitiative soziale Stadt“ (Hegiss) an. Von Sarah Neder 

Die angepeilte Aufwertung des Quartiers zwischen Bismarckstraße und Starkenburgring, zwischen Waldstraße und Sprendlinger (das ehemalige MAN-Gelände ist ausgenommen) wurde gestern Abend im Stadtparlament via Beschluss festgeklopft. Sie betrifft zirka 9000 Einwohner, in etwa 5000 Haushalten. Ausgeguckt wurde das Viertel, weil es durch seine zentrale Lage zwar Potenzial habe, aber in den vergangenen Jahren unter sinkendem Arbeitsplatzangebot leide, sagte Sozialdezernent Felix Schwenke gestern Mittag bei Vorstellung des Projekts.

Im Zuge des Programms „Soziale Stadt“ sollen Anwohner, Vermieter, ansässige Firmen, Schulen und Vereine in die Gestaltung ihres Viertels miteinbezogen werden. „Wir entwickeln ein interdisziplinäres Konzept“, formulierte Stadtrat Schwenke. Deshalb arbeiten auch Stadtbauamt sowie das Amt für Arbeitsförderung und Integration zusammen.

Das Ziel sei nicht, Häusern eine schöne Fassade zu verpassen, betont Schwenke. Vielmehr sollen vor allem die Bewohner von der Aufwertung profitieren. Wer allerdings auf eine rasche Veränderung in der Nachbarschaft hofft, muss sich ein Weilchen gedulden. „So schnell rollt da noch kein Bagger“, gibt der Stadtrat zu verstehen. In der etwa einjährigen Planungsphase ist unter anderem eine Bestandsaufnahme mit den Quartiers-Bewohnern vorgesehen.

Umsetzung Schritt für Schritt

Diese mündet in eine Prioritätenliste, welche in den nächsten zehn Jahren Schritt für Schritt umgesetzt werden soll. Die Prioritätenliste sei auch Voraussetzung für die Förderung durch das Land, nur was dort stehe, werde auch bezahlt, erläuterte der Chef des Amts für Arbeitsförderung, Matthias Schulze-Böing.

Für die Planungsphase muss Offenbach zunächst 110.000 Euro locker machen. Was die Gesamtkosten des langjährigen Umgestaltungsprozesses angeht, rechnet man im Rathaus mit zirka zehn Millionen Euro. Das entspricht in etwa der Summe, die auch ins Mathildenviertel investiert wurde. Genaue Zahlen können nicht genannt werden, weil die Rechnung jedes Jahr neu aufgemacht werden muss.

Sicher ist bislang nur: Das Land bezahlt 80 Prozent der Kosten. Schwenke hofft, dass im Zuge der bundesweiten Diskussion um die Aufwertung von Innenstädten der kommunale Anteil von 20 Prozent um fünf bis zehn Prozent gesenkt wird. Trotz der Landesförderung seien aber auch vor allem private Investoren wichtig. „Hauseigentümer sollen sehen, die Stadt tut auch was, und werden dann hoffentlich nachziehen“, setzt Schwenke auf die gleichen positiven Effekte, die sich auch in der östlichen Innenstadt eingestellt hätten.

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