Verein setzt künftig verstärkt auf Bildungsarbeit

Verein „foodsharing Offenbach!“ rettet etwa zwei Tonnen Lebensmittel pro Woche

Nico Hauser, Vorsitzender der Offenbacher Essensretter, kämpft für einen bewussteren Umgang mit Nahrung.
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Nico Hauser, Vorsitzender der Offenbacher Essensretter, kämpft für einen bewussteren Umgang mit Nahrung.

Ob bei der Produktion auf dem Bauernhof, beim Verkauf im Supermarkt oder im Verbrauch in der eigenen Küche – die Verschwendung von Nahrung findet an vielen Orten statt.

Offenbach – Um dem etwas entgegenzusetzen, engagieren sich immer mehr Menschen in Initiativen zum Verteilen überschüssiger Lebensmittel. In Offenbach gibt es seit Ende des Jahres 2015 ebenfalls eine solche Initiative, die mittlerweile knapp 250 Mitglieder zählt. „Wir schätzen, dass wir im Landkreis Offenbach derzeit pro Woche etwa zwei Tonnen Lebensmittel retten“, erzählt Nico Hauser, Vorstandsvorsitzender des Vereins „foodsharing Offenbach!“.

Um das zu bewerkstelligen, engagieren sich im gesamten Landkreis etwa 60 sogenannte Foodsaver. Ihre Aufgabe besteht darin, zwar nicht mehr verkäufliche, aber trotzdem noch essbare Lebensmittel von derzeit etwa 20 Betrieben abzuholen und diese kostenlos weiter zu verteilen.

Offenbach: Anlaufstelle für vor dem Wegwerfen gerettete Waren

Dies passiert zum Beispiel im Stadtteilbüro Nordend in Offenbach. Die Räumlichkeiten in der Bernardstraße 63 nutzen die Essensretter als Anlaufstelle für vor dem Wegwerfen gerettete Waren, die sich während der Öffnungszeiten des Büros kostenlos jeder und jede aus dem „Fair-teiler“ genannten Regal oder Kühlschrank mitnehmen kann. Jeden Dienstagabend findet unter dem Titel „Küche für Alle“ in den Räumlichkeiten zudem ein gemeinsames Kochen mit anschließendem Abendessen statt, welches sich Hauser zufolge stets großer Beliebtheit erfreut.

Doch dass Retten und Verteilen von nicht mehr verkäuflicher Nahrung stellt nur einen Teil der Arbeit des Vereins dar. Einen weiteren wichtigen Aspekt sieht Hauser in einem respektvollen und bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Daher will der Verein ab dem kommenden Jahr auch verstärkt Bildungsarbeit leisten.

Verein „foodsharing Offenbach!“ veranstaltet Vorträge zum Thema Nachhaltigkeit über Workshops

Dafür sollen im Stadteilbüro Nordend zukünftig einmal pro Monat verschiedene Veranstaltungsformate stattfinden, von Vorträgen zum Thema Nachhaltigkeit über Workshops und Kochkursen zum Thema wie und was man mit gerettetem Essen kochen kann. Auch bereits bestehende Projekte dieser Art, die in der Vergangenheit bereits erfolgreich mit verschiedenen Schulen in Offenbach und Frankfurt stattgefunden haben, sollen fortgeführt und ausgebaut werden.

Etwa zwei Tonnen nicht mehr verkäuflicher Lebensmittel rettet „foodsharing Offenbach!“ pro Woche vor dem Weg in den Müll.

Dass sich sowohl immer mehr Einzelpersonen als auch Unternehmen an foodsharing-Projekten in Offenbach beteiligen, stimmt Hauser positiv. „Wir stehen an der Schwelle, wo wir die Möglichkeit haben, wirklich effektiv etwas gegen die alltägliche Lebensmittelverschwendung zu tun“, sagt er. Angesichts der Tatsache, dass nach Schätzungen des Vereins im Landkreis Offenbach jedoch wöchentlich noch immer knapp 200 Tonnen Nahrung weggeschmissen werden, freuen er und der Verein „foodsharing Offenbach!“ sich auch zukünftig über jedes weitere Mitglied.

VON JOEL SCHMIDT

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