„Käufer im Blick behalten“

Architektonisch reizvolles Ensemble an den Eichen

+
So sehen die Planungen der Architekten für das Areal An den Eichen Nord für bis zu 500 Einwohner aus. Für den Oberbürgermeister steht fest: „An den Eichen mit seiner kleinteiligen Bebauung ist eine gute Ergänzung zum kompakten Geschosswohnungsbau in der Innenstadt.“

Offenbach - An den Eichen geht’s voran: Ein Ensemble aus Ein- und Mehrfamilienhäusern bildet den städtebaulichen Auftakt für die Entwicklung des nördlichen Areals. Mit dem Bau der ersten von 51 Wohneinheiten beginnt die Lechner Gruppe im kommenden Jahr. Parallel startet die Erschließung. Von Martin Kuhn

Der Bebauungsplan für den nördlichen Teil des Baugebiets An den Eichen ist vor kurzem rechtskräftig geworden. Dank „intensiver Zusammenarbeit“ mit städtischen Ämtern wurde in „nur eineinhalb Jahren Planungsreife erlangt“. In der Regel dauert ein solcher Prozess zwei bis drei Jahre. Die OPG als Tochter der Stadtwerke Holding entwickelt die gut sieben Hektar große Fläche in zwei Abschnitten. Zum Zuge kommen private Bauherren und Bauträger. Angestrebt ist für das Gebiet ein architektonisch hoher Standard. Um das zu gewährleisten, gab es ein Investorenauswahlverfahren mit neun Bewerbern. „Uns hat die hohe städtebauliche Qualität überzeugt. Es ist ein stimmiges Gesamtpaket“, begründet Bozica Niermann, bei der OPG für Projekt- und Quartiersentwicklung zuständig, die Entscheidung zugunsten der Lechner Group. Das mittelständische und -fränkische Unternehmen erwarb eine gut 8500 Quadratmeter große Fläche, die über die verlängerte Kastanienstraße erschlossen wird.

Weitere Eckdaten stellte Inhaber und Geschäftsführer Bernd Lechner vor: Die geplanten 13 Reihenhäuser und zehn Doppelhaushälften mit Wohnflächen zwischen 130 und 149 Quadratmetern verfügen über drei Geschosse mit jeweils hälftiger Dachterrasse. Die drei Mehrfamilienhäuser mit mehr als 20 Zwei- bis Vier-Zimmerwohnungen haben drei Geschosse plus Penthouse. Wie Lechner baut, ist aktuell in Frankfurt-Riedberg zu sehen, wo er seit 2003 bislang 780 Wohneinheiten hochgezogen hat, 600 weitere sind in Vertrieb oder Projektierung.

Noch ist der nördliche Teil von Waldheim Süd (links hinten: Lärmschutzwand am Gleiskörper) eine Brache.

Zeit, dass sich der Franke weiter in die Metropolregion ausdehnt und erstmals in Offenbach aktiv wird. Wobei Lechner eingesteht, dass die Immobilien-Preise in Frankfurt sich am oberen Limit bewegen mit bis 700.000 Euro für ein Reihenhaus. Solche Preise will er in Waldheim-Süd deutlich unterschreiten: „Man muss auch den Käufer im Blick behalten“, erinnert er. Die erste Kalkulation angesichts deutlich niedrigerer Grundstückspreise: „Ein Reihenhaus unter 300.000 Euro – schlüsselfertig.“ Weitere Preise wollte der Unternehmer gestern nicht nennen, stößt damit aber auf offene Ohren beim Oberbürgermeister. „Also lautet die Botschaft: Kommt alle nach Offenbach“, frohlockt Horst Schneider und betont: „Das passt alles für klassische Eigenheimbesitzer.“ Für die Planung hat sich der fränkische Bauingenieur, der sein Geld mit schlüsselfertigem Bauen, Systemkomponenten und -rohbau und Projektentwicklung verdient, mit der Franken \\ Architekten GmbH zusammengetan, die mainische Wurzeln haben: Architekt Professor Bernhard Franken und seine Frau, Diplom-Designerin Nicole Franken, wohnen in Rumpenheim.

Baumhausunterkünfte in Deutschland

Und so sehen die Planungen für das Lechner-Geschäft aus: Alle Gebäude haben begrünte Flachdächer. Staffelgeschosse, zurückversetzte Häuserfronten und eine abwechslungsreiche Fassadengestaltung mit Hilfe von Putz, Holz- oder Klinkerelementen, die die verschiedenen Haustypen kennzeichnen, lassen das gesamte Areal trotz einheitlicher Formsprache „luftig und lebendig“ erscheinen. „Aufgrund der modularen Bauweise können wir die Häuser und Wohnungen in einem attraktiven unteren bis mittleren Preissegment anbieten“, erläutert Irina Dick, Projektleiterin der Gesellschaft Lechner Immobilien Development. Eine genaue Preiskalkulation gebe es aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.

Nachdem im südlichen Gebiet mittlerweile das letzte Grundstück veräußert wird, strebt die OPG auch im nördlichen Teil eine Vermarktung Schritt für Schritt an. „Es ist wichtig, dass nicht zu viel auf dem Markt ist“, weiß Bozica Niermann. Also: Auch im zur Bahntrasse gelegenen Abschnitt sind für private Bauherren (20 Parzellen sind reserviert) noch Grundstücke frei. Und dann? „Dann kommen Bürgel-Ost und Bieber-Nord“, blickt der Oberbürgermeister bereits nach vorn. Noch in diesem Jahr soll die Erschließung starten...

Kommentare