Gewehr war mit Zielfernrohr ausgestattet

Terrorverdacht in Offenbach: Franco A. war zu Anschlag "fest entschlossen" 

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Ein Bild aus dem Aufenthaltsraum der Kaserne, in der der terrorverdächtige Oberleutnant Franco A. stationiert war.

Franco A. aus Offenbach soll aus rechter Gesinnung heraus einen terroristischen Anschlag geplant haben und wollte diesen Flüchtlingen in die Schuhe schieben.

Update vom Freitag, 22.11.2019, 13.22 Uhr: Wie aus einem Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe hervorgeht, war der unter Terrorverdacht stehende Franco A. im Besitz von Hitlers "Mein Kampf" und mehrerer CDs mit nationalsozialistischen Liedern. Schon am Dienstag war öffentlich geworden, dass Franco A. nun doch wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor Gericht stehen wird. 

Der Generalbundesanwalt wirft ihm vor, einen Anschlag auf einen Politiker oder eine andere Person des öffentlichen Lebens geplant zu haben. A. ist laut dem BGH "fest entschlossen" gewesen. Er habe eines seiner Gewehre mit einem Zielfernrohr ausgestattet und ein Parkhaus der Amadeu Antonio Stiftung ausgespäht. Deren Vorsitz galt als mögliches Opfer.  

Offenbach: Wende im Fall Franco A. - doch Prozess wegen Terrorverdachts

Erstmeldung, Dienstag, 19.11.2019, 13.31 Uhr: Offenbach - Kehrtwende in Frankfurt: Der Bundeswehrsoldat Franco A., der gebürtig aus Offenbach stammt, muss nun doch wegen Terrorverdachts vor Gericht. Wie eine Sprecherin des Oberlandesgerichts Frankfurt mitteilte, wurde die Anklage gegen Franco A. wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat durch einen Beschluss des Bundesgerichtshofs zugelassen. Zuvor hatten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe darüber berichtet. Ein Termin für den Prozess gegen den Bundeswehrsoldat aus Offenbach vor dem Oberlandesgericht steht noch nicht fest.

Der aus Offenbach stammende Franco A. war Ende April 2017 für mehrere Monate in Untersuchungshaft genommen worden. Ihm wird vorgeworfen, aus rechtsextremer Gesinnung einen Anschlag geplant und sich als Asylbewerber ausgegeben zu haben, um den Verdacht auf Flüchtlinge zu lenken.

Das Doppelleben des Soldaten Franco A.: Bisher unbekannte Notizen lesen sich wie ein Drehbuch für einen Terroranschlag*

Franco A. aus Offenbach: Gericht sah zunächst keinen hinreichenden Verdacht

Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte gegen Franco A. aus Offenbach zunächst keinen hinreichenden Terrorverdacht gesehen und die Anklage gegen Franco A. Mitte 2018 zunächst nicht zugelassen. Dagegen war der Generalbundesanwalt vor dem Bundesgerichtshof vorgegangen.

"Dass Franco A. nun doch wegen einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt werden kann, ist sehr zu begrüßen", erklärte der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz. "Rechtsterroristische Strukturen müssen entschlossen aufgeklärt und bekämpft werden".

Franco A.: Übergabe von Munition in Offenbach

Erst Mitte September war ein Freund von Franco A. vom Landgericht Gießen verurteilt worden, weil er Bundeswehrmunition und Sprengkörper für ihn aufbewahrt hatte. Nach Überzeugung der Richter übernahm er die Gegenstände im April 2017 in Offenbach und lagerte sie in seinem Zimmer in einem Studentenwohnheim in Friedberg (Wetteraukreis in Hessen). 

Der Mann geht gegen seine Verurteilung zu einem Jahr Haft auf Bewährung vor. Er hatte gestanden, die Munition und die Sprengkörper für Franco A. verwahrt zu haben - er will sich dabei aber nichts gedacht haben. Franco A. hatte in dem Prozess von seinem Recht Gebrauch gemacht, nicht auszusagen, um sich nicht selbst belasten zu müssen.

dpa/tom

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