Kaiserlei soll „MainHöhe“ heißen

Offenbach und Frankfurt Arm in Arm

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Wird aus dem Kaiserlei bald die „MainHöhe“? Das Bild aus diesem Sommer zeigt, wie nah sich Offenbach und Frankfurt eigentlich sind.

Offenbach - Eine S-Bahn- Südtangente, eine einheitliche Tarifzone, ein gemeinsamer Stadtpark: Experten haben viel vor, um Offenbach und Frankfurt zusammenzubringen. Das Stadtentwicklungs- programm wurde bei der Immobilienmesse Expo Real in München vorgestellt.

Das Urban Land Institut (ULI) hat Großes vor in Rhein-Main, um neue Entwicklungspotenziale freizusetzen und nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum zu fördern: Geht es nach den zehn Experten aus Regional- und Stadtplanung sowie Immobilienwirtschaft, dann wird bald eine gemeinsame Entwicklungsgesellschaft von Offenbach und Frankfurt grenzüberschreitende Projekte in beiden Großstädten ermöglichen. So raten die ehrenamtlich tätigen Fachleute dazu, dem Kaiserlei ein neues Image zu verleihen – beispielsweise als „MainHöhe“, um dort ein „neues Gemeinschaftsgefühl“ zu schaffen. Die Vision der Planer von ULI, eine auf die nachhaltige Entwicklung und Gestaltung von Städten spezialisierte Non-Profit-Organsiation: Das Kaiserlei könnte zum Kern des neuen „globalen Frankfurts“ werden und Frankfurt und Offenbach zu einer Gemeinschaft verbinden.

Weitere Empfehlung: Der Raum entlang des Mains südlich und östlich von Fechenheim sollte aufgewertet und entlang des südlichen Mainufers (Oberrad) in den Grüngürtel integriert werden. Unter dem Namen „7-Kräuter-Park“ stellt man sich dort einen Park als ambitioniertes Demonstrationsprojekt vor, das die beiden Städte zusammenführt. Dieser Stadtpark wäre ein neuer Ort für Freizeit-, Erholungs-, Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten mit Angeboten für beispielsweise Gemeinschaftsgärten, Schulgärten, Schulungen und Berufsausbildungen sowie lokale Freizeitaktivitäten.

Neben der großen „Park-Vision“ umfassen die Ratschläge für eine strategische Flächennutzungsplanung finanzielle Tragfähigkeit, die Mitwirkung und die Zusammenarbeit der Städte sowie Verbesserungen im Nahverkehr und kurzfristig umsetzbare, kostengünstige Maßnahmen. Hierzu zählt etwa der Vorschlag einer S-Bahnverbindung auf der Südseite des Mains vom Offenbacher Hauptbahnhof über den Frankfurter Südbahnhof direkt zum Flughafen, also eine Art eine S-Bahn-Südtangente. Die Nord-Süd-Straßenbahnlinien sollten verknüpft werden. Ein gemeinsamer Stadtplan ist nach Meinung der Planer für Touristen und Investoren interessant. Eine einheitliche Tarifzone im Rhein-Main-Verkehrsverbund würde zu viel mehr Fahrten zwischen den Städten führen. Auch zusätzliche Verbindungen über den Main wie ein Wassertaxi hält das Panel für wünschenswert. Erfahrungen für die Umsetzung eines Wassertaxis wurden während des Architektursommers Rhein-Main vor wenigen Wochen gesammelt.

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„Frankfurt und Offenbach sind wie ein Puzzle, dessen Teile zusammengefügt das Bild einer größeren Gemeinschaft und Wirtschaft ergeben“, schreiben die Experten in ihrer Studie und befürworten für die Umsetzung ihrer Vorstellungen die Gründung einer Zweckgesellschaft, eine „Frankfurt-Offenbach Entwicklungsgesellschaft GmbH“, die das Gebiet planen und erschließen sollte.

Der Wille, Kooperationsprojekte voranzutreiben, wird in beiden Städten unterstrichen. Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD): „Die Stadtgrenze zwischen Oberrad und dem Offenbacher Westend – der Kaiserlei und der Offenbacher Hafen – sind die Verbindungsräume unserer Städte, die wir mit den ULI-Ideen zukunftsfähig gestalten möchten; in den Köpfen künftiger Generationen sollen sich nicht die Grenzen, sondern die großen gemeinsamen Chancen verfestigen.“ Frankfurts Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) meinte, es lohne sich, „dass Offenbach und Frankfurt diese Ideen aufgreifen und weiterentwickeln; beide Städte verfügen über noch ungenutzte Ressourcen, die wir aber nur heben können, wenn wir uns gemeinsam engagieren“.

psh

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