Kliniken vereinbaren engere Kooperation

Bessere Chancen für Krebskranke

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Eine Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung

Offenbach/Frankfurt - Jeder Patient zählt und für seine Überlebenschancen soll die bestmögliche medizinische Kompetenz zur Verfügung stehen – egal in welchem Krankenhaus er liegt. Dies ist das Ziel des hessischen Onkologiekonzepts. Von Michael Eschenauer

Der Startschuss für die Kooperation großer und kleinerer Krankenhäuser fiel gestern in Frankfurt. „Eine Krebserkrankung ist komplex, umso wichtiger ist es, die bestmögliche Therapie zu finden. Dies bedarf der Schaffung von neuen Strukturen der Zusammenarbeit“, erklärte Professor Hubert Serve vom Universitätsklinikum Frankfurt. Die Kooperationsidee entstand unter Federführung des Sozialministeriums mit dem Ziel, die medizinische Versorgung zu bündeln und weiterzuentwickeln. Auch Häuser aus Stadt und Kreis Offenbach machen mit. Denkbar sei Ähnliches bei Diabetes und Alterskrankheiten wie Demenz, erklärte Ministeriumssprecher Jochen Metzner.

Das Krebskonzept sieht sechs Versorgungsgebiete vor: Kassel, Fulda/Bad Hersfeld, Gießen/Marburg, Wiesbaden/Limburg, Darmstadt und Frankfurt/Offenbach. Die Kliniken – große Krankenhäuser aber auch kleine, die unter Umständen spezielle Kompetenzen bei bestimmten Krebserkrankungen aufgebaut haben – einigen sich auf Schwerpunkte und organisieren Studien, legen Therapie-Standards fest und besprechen Fälle in fachübergreifenden Tumorkonferenzen.

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Fortschritte gibt es auch auf einem anderen Gebiet, dem Aufbau des hessischen Krebsregisters. Professor Monika Klinkhammer-Schalke leitet den „Kooperationsverbund Qualitätssicherung durch Klinische Krebsregister“ der Deutschen Krebshilfe. Sie ist vom Engagement Hessens recht angetan. Und dennoch sei es nur ein erster Schritt. Denn das bisherige Register liefert nur beschränkte Erkenntnisse. Bisher gibt es keine Informationen über Behandlungsverlauf und Erfolg. Ein Krebsregister verzeichnet im Idealfall nicht nur wie in Hessen die Neuerkrankungen mit Tumorart und Diagnosedatum sowie die Todesfälle, sondern auch Therapie und Überlebenszeitraum. Durch mehr Daten könnte die Behandlung der Tumorpatienten verbessert werden.

Wie ein richtiges Krebsregister funktioniert, haben die ostdeutschen Länder und Bayern vorgemacht. Dort würden alle Behandlungsschritte erfasst und mit den Leitlinien zur Behandlung der jeweiligen Krebsart verglichen, erklärt Klinkhammer-Schalke. Der Arzt bekomme eine Rückmeldung, ob er das Beste getan hat. Wenn nicht, besprechen der Mediziner und der Leiter des Krebsregisters das mit dem Patienten. Netzwerke wie diese verbessern die Qualität der Behandlung. In Hessen sterben rund 15.300 Menschen jedes Jahr an Krebs.

Einen weiteren Bericht zu diesem Thema lesen Sie hier

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