Mit Moritz Bleibtreu

Offenbach und Frankfurt liefern Kulissen für Gangsterfilm

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Typisches Flair im neuen Gangsterfilm mit Moritz Bleibtreu: In den Städten Frankfurt und Offenbach hat Regisseur Özgür Yildirim eine authentische Kulisse gefunden – Kiez, Kaschemmen und dreckige Hinterhöfe.

Offenbach/ Frankfurt - Frankfurt und Offenbach als Kulisse für einen Gangsterfilm: Für„Nur Gott kann mich richten“ wurde in dunklen Ecken und an zwielichtigen Orten in der Umgebung gedreht. Von Jens Balkenborg 

Der Film mit Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle läuft diese Woche an, am Montagabend war Premiere in Frankfurt. „Das ist ein Ding, das in eurer Stadt entstanden ist“, sagt Regisseur Özgür Yildirim enthusiastisch im Anschluss an die Premiere des Gangster-Films „Nur Gott kann mich richten“ im Frankfurter Metropolis-Kino. Sein knallharter Genrestreifen ist größtenteils in Frankfurt und Offenbach gedreht worden und lebt neben den großartigen Schauspielern vor allem von der düsteren Atmosphäre, die das Team in den Mainmetropolen eingefangen hat.

Moritz Bleibtreu spielt darin den Kleinkriminellen Ricky, der nach einem missglückten Coup im Knast landet und anschließend ein letztes Ding drehen will, um ein neues Leben zu beginnen. Die Story ist vielleicht nicht die originellste, wurde aber mit einer derartigen Konsequenz und Schonungslosigkeit selten im deutschen Film erzählt. Und auch die beiden Städte waren so wohl bisher noch nicht im Kino zu sehen. Produzent Christian Becker gibt in den Produktionsnotizen zu Protokoll, dass selbst seine Bekannten aus Frankfurt die Stadt kaum wiedererkannt hätten.

Regisseur Yildirim wollte einen authentischen Film machen, der auch dem „Buddy vom Kiez“ gefalle, erklärt er. Diese gewünschte Authentizität fand das Team eben in den beiden Städten, deren innere Kontraste Kameramann Matthias Bolliger in rauen Bildern eingefangen hat: hier die mal vom Sonnenaufgang rot schimmernden Glasfassaden der Frankfurter Skyline, die Kaiserlei-Brücke oder die Frankfurter Tanzschule „Ritmo Latino“, dort das Bahnhofsviertel mit seinem Kiez, den Shisha-Bars, den teils düsteren Kaschemmen, dreckigen Hinterhöfen und zwielichtigen Gestalten. Sehr drastisch, aber doch glaubwürdig, wird in dem Film in den Straßen beider Städte ein Schatten-Milieu inszeniert, in dem die Figuren in eine blutige Abwärtsspirale geraten.

„Dadurch, dass wir in Frankfurt gedreht haben, und zwar in den krassesten Ecken, ist es unvermeidbar, dass man Sachen sieht, die eben echt sind“, kommentiert Edin Hasanovic, der im Film Rickys Bruder Rafael spielt. Etwas Echtes hat das Filmteam auch in Offenbach gefunden, etwa in der Gaststätte „Weinkiste“, in der es im Film zu einer kurzen Liaison zwischen Bleibtreu und einer brünetten Bekanntschaft kommt. Einige Szenen entstanden in der Offenbacher Austraße, in der Nähe der Mainpark-Hochhäuser. „Wir brauchten etwas Ghetto-Flair“, erklärte ein Mitarbeiter damals auf Anfrage.

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Regisseur Özgür Yildirim bezeichnete Frankfurt in einem Interview während des Drehs einmal als „Boston Deutschlands“. Die amerikanische Stadt ist Dreh- und Angelpunkt in vielen Hollywood-Gangsterfilmen.

Das Frankfurter Bahnhofsviertel hat sein Gesicht durch Gentrifizierung bereits verändert, und auch Offenbach haftet nicht mehr sein einstiges Schmuddelimage an. Dennoch hat Regisseur Yildirim einige äußerst charakteristische Ecken gefunden, die in der dicht inszenierten Gangsterballade eine eindrucksvolle Kulisse bieten. Das deutsche Boston kann sich sehen lassen.

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