Kianush rappt in Frankfurt

SEK-Einsatz bei Videodreh: Muss Offenbacher Produktionsfirma saftige Rechnung zahlen?

Offenbach/Frankfurt – Eine Offenbacher Produktionsfirma wollte eigentlich nur ein Rap-Video in Frankfurt drehen, als plötzlich das SEK eingriff. Der Einsatz kann die Firma nun teuer zu stehen kommen. Von Christian Weihrauch   

Die Polizei prüft nämlich, ob sie den SEK-Einsatz der Offenbacher Produktionsfirma "1take films" in Rechnung stellen wird, berichtet hessenschau.de und beruft sich dabei auf eine Polizeisprecherin. Diese machte zwar zur Höhe der möglichen Strafe keine Angaben, doch diese könnten in die Tausende gehen, weil es sich um einen großen Einsatz handelte.

Was genau war geschehen? In Frankfurt lösten Dreharbeiten für ein Musikvideo einen SEK-Einsatz in einer Tiefgarage an der Homburger Landstraße aus. Dabei handelte es sich laut hessenschau.de um das Video des deutschen Rappers Kianush, das von der Offenbacher Produktionsfirma "1take films" produziert wird.

Ein Zeuge hatte sich gegen 2 Uhr nachts bei der Polizei gemeldet und berichtet, dass sich mehrere Männer in einer Tiefgarage maskierten und mit Maschinenpistolen ausrüsteten. Sofort wurden aus ganz Frankfurt speziell ausgebildete Interventionskräfte sowie Spezialeinheiten alarmiert. Wenig später stellten die Ermittler bei der Kontrolle der insgesamt 20-köpfigen Personengruppe schnell fest, dass es sich lediglich um Dreharbeiten für ein Rap-Video handelte, die nicht rechtzeitig bei der Polizei angemeldet wurden. Die Filmaufnahmen wurden im Anschluss beendet.

Firma hatte reguläre Drehgenehmigung

Doch die Produktionsfirma soll ganz regulär eine Erlaubnis für die Filmaufnahmen eingeholt haben. Das Ordnungsamt Frankfurt bewilligte demnach am 5. Februar eine in solchen Fällen übliche Jahres-Drehgenehmigung - gültig für zwölf Monate, ohne konkrete Zeit- und Ortsangaben. "Bisher gab es damit nie Probleme", sagte ein Behördensprecher hessenschau.de. Anders als in der Genehmigung gefordert, klärte die Produktionsfirma aber offenbar nicht rechtzeitig über den konkreten Drehtermin auf. Feststeht aber: Der Videodreh selbst wird keine strafrechtliche Konsequenzen haben.

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Die Offenbacher Produktionsfirma "1take films" produzierte unter anderem das Video des Nummer-1-Hits "Was du Liebe nennst“ von Bausa, das für einen Echo-Preis nominiert war. Der deutsche Rapper Kianush aus Münster schaffte es mit seinem ersten Album Szenario Platz 14 der deutschen Charts, Platz 25 der österreichischen Charts und Platz 15 der Schweizer Charts. 

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