Neue Kaiserleipromenade

Auf neuer Trasse zur Berliner

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Der erste offizielle Nutzer: OB Schwenke chauffiert den elektrobetriebenen Dienst-Benz der Stadt Offenbach unter großer Medienaufmerksamkeit.

Offenbach - Rechts abbiegen heißt es nun für Autofahrer, die Offenbach linksmainisch aus Richtung Frankfurt ansteuern. Sie werden auf die neue Kaiserleipromenade geleitet, die vorläufig zweispurig zu Stadt und Autobahn führt. Von Thomas Kirstein 

Die Drei von der Anschlussstelle: (v.r.) Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker, Oberbürgermeister Felix Schwenke und Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß haben gerade das Band zur Kaiserleipromenade zerschnitten.

Ein Offenbach-Frankfurter Trio hat gestern die Trasse für den Verkehr freigegeben. Ein großes Aufgebot an schreibenden, fotografierenden, filmenden und interviewenden Medienvertretern begleitet den symbolischen Akt nahe der Gemarkungsgrenze der beiden Nachbargroßstädte. Das Wetter spielt beim feierlichen Anlass insofern mit, als es nicht regnet. Das ist mindestens angemessen, schließlich ist weder in Frankfurt noch in Offenbach die Einweihung einer komplett neuen Verkehrsverbindung Alltag.
Drei Dezernenten aus zwei Städten greifen zu den bereit liegenden Scheren und durchtrennen das blaue Band – aber keineswegs die zunehmende interkommunale Sympathie. Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker, Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke und Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß finden warme Worte zu der sich auch in diesem einen Kilometer Verkehrsweg manifestierenden Kooperation.

„Einen schönen Tag für unsere Beziehung“ erlebt der Frankfurter Becker, der die sich durch den Kaiserleiumbau ergebende große Chance für eine gemeinsame Zukunft betont.

OB Schwenke erinnert daran, dass dem Kaiserleigebiet schon vor 30 Jahren eurozentrale Bedeutung zugemessen wurde, als an eine Europäische Zentralbank in der unmittelbaren Nachbarschaft noch nicht zu denken war. Am Ende gewinnt Offenbach mit finanzieller Beteiligung Frankfurts (dem im Gegenzug beim Bau einer Brücke keine Steine in den Weg gelegt wurden) zweimal 10 000 Quadratmeter Gewerbefläche hinzu, weil aus dem überdimensionierten, unzeitgemäßen Kreisel ein System von Kreuzungen wird.

Stadtrat Weiß weist darauf hin, dass die gewaltigen Umwälzungen vergleichsweise erträgliche Auswirkungen auf den Verkehr haben: „Manche sagen sogar, sie kommen besser durch als vorher.“ Tatsächlich scheinen die Ampelregelung die zahlreichen Zu- und Abfahrten besser in den Griff zu bekommen als der vorherige Kreisel: Dessen weiter Umfang erlaubte ziemlich hohe Geschwindigkeiten, die das Einfädeln zu keiner leichten Sache machten.

Nur noch nach Frankfurt geht’s über die Strahlenbergerstraße. In der Gegenrichtung muss in Höhe der Schleuse abgebogen werden.  

Nachdem das Offiziellen-Trio die textile Barriere zerschnippelt hat, darf der hinsichtlich öffentlichen Verkehrs noch jungfräuliche Asphalt der Kaiserleipromenade erstmals befahren werden. Offenbachs elektrisch betriebenes Magistrats-Fahrzeug macht den Anfang, Oberbürgermeister Schwenke chauffiert seine beiden Kollegen erstmals direkt zur Berliner Straße. Es folgt eine Kolonne von Pkw und Lkw, deren Fahrer zum großen Teil vom plötzlichen Abbiege-Gebot im Anschluss an die Abzweigung nach Oberrad überrascht worden sein dürften.

Bilder: So soll der Kaiserleikreisel nach dem Umbau aussehen

Die Strahlenbergerstraße ist ab dieser Stelle nun gesperrt. Ein Provisorium führt zu den beiden parallelen, von einer noch zu bepflanzenden Mittelinsel getrennten Spuren, die zur A 661 nach Darmstadt und zur Innenstadt führen. In umgekehrter Richtung, also vom ehemaligen Kreisel gen Frankfurt, ändert sich vorerst nichts.

In einigen Wochen wird dann der Verkehr auf der neu auszubauenden Strahlenberger etwa ab Höhe Omega-Haus von den beiden nördlichen auf die beiden südlichen Fahrbahnen verlagert. Gleichzeitig beginnen die Arbeiten für die Erneuerung der nördlichen Autobahn-Anschlüsse. Da gebe es dann Bauphasen, bei denen es am Kaiserlei nicht mehr so flüssig wie derzeit läuft, warnt Dezernent Weiß vorsorglich.

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