Zusammenarbeit beim Wohnungsbau

In der Spur des Flaggschiffs

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OB Horst Schneider (links) zählt ABG-Chef Frank Junker gestern die Vorteile der Kooperation auf.

Offenbach - Offenbach und Frankfurt setzen ihre Zusammenarbeit beim Wohnungsbau fort. Von Matthias Dahmer

Nachdem auf der Offenbacher Hafeninsel 178 Wohnungen der ABG Frankfurt Holding, dem Wohnungs- und Immobilienkonzern der Stadt Frankfurt, ihrer Vollendung entgegengehen, baut die ABG nun auch auf dem ehemaligen MAN-Gelände in der südlichen Innenstadt.

Auf dem seit fast zehn Jahren leer stehenden, 3,2 Hektar großen Areal zwischen Senefelder-, Wald-, Christian-Pleß- und Gustav-Adolf-Straße sind hinter der bestehenden Bebauung an der Waldstraße insgesamt 168 Einheiten im Passivhaus-Standard inklusive 168 Tiefgaragen-Stellplätze geplant. 118 Wohnungen werden ebenso wie im Hafen frei finanziert, die übrigen 50 entstehen als geförderte Wohnungen, wobei mit Landesmitteln 30 von Frankfurt und 20 von Offenbach gebaut werden.

Erste interkommunale Kooperation

Die SPD-Oberbürgermeister Horst Schneider und Peter Feldmann betonen gestern bei der Vorstellung des Projekts in einer der zugigen Industriehallen, es handele sich hessenweit um die erste interkommunale Kooperation auf dem Gebiet des geförderten Wohnungsbaus.

ABG-Chef Frank Junker legt ebenso wie die die Stadtoberhäupter Wert auf die Feststellung, man werde damit keine Frankfurter Sozialhilfeempfänger nach Offenbach abschieben. Gedacht seien die geförderten Wohnungen in erster Linie für Menschen mit geringen Einkommen, die dem Gesetz nach zu Anspruchsberechtigten zählten. Junker: „Das wird funktionieren, wir sind der Garant dafür.“

Kampf gegen die Not beim bezahlbaren Wohnraum

Blick von Westen auf die geplanten ABG-Wohnungen, die am östlichen Rand des alten MAN-Geländes hinter der bestehenden Bebauung an der Waldstraße entstehen sollen.

Für Frankfurts OB Feldmann ist der Kampf gegen die Not beim bezahlbaren Wohnraum in der wachsenden Mainmetropole zentrales Thema: Langfristiges Ziel sei, die Hälfte der Neubauten im Wege des geförderten Wohnungsbaus zu errichten. Weil die Flächen knapp werden, gelte es zum einen, leer stehenden Büroraum umzuwandeln, und zum anderen, im Umland von Frankfurt zu bauen. „Die Wirtschaftskraft der Region hängt davon ab. Wir sollten uns da alle unterhaken“, kündigt Feldmann für die nächsten Wochen eine Konferenz zu dem Thema mit den Spitzen von Frankfurts Anrainerkommunen an.

Der Kaufvertrag mit MAN sei erst am vergangenen Freitag unterzeichnet worden, berichtet ABG-Geschäftsführer Junker. Inklusive Kaufpreis stecken die Frankfurter 37 Million Euro in ihr zweites Offenbacher Vorhaben. Dabei könnte es bei den Wohnungen dort allein nicht bleiben. Man sei mit der Stadt Offenbach in Gesprächen über den ohnehin geplanten Bau einer Kita auf den Gelände, so Junker. Die Einrichtung soll (wie berichtet) am derzeitigen Standort des alten Verwaltungsgebäudes an der Christian-Pleß-Straße entstehen. Junker und Horst Schneider deuten zudem an, dass sie sich weitere Standorte in Offenbach für gemeinsamen Wohnungsbau vorstellen könnten.

Abriss-Start im Mai

ABG-Chef Junker geht davon aus, dass MAN im Mai mit dem Abriss der nicht denkmalgeschützten Hallen im mittleren und östlichen Teil des Geländes beginnt. Daran schließe sich eine 15 Monate dauernde Altlastensanierung an, so dass die ABG im Sommer 2014 mit den Bauarbeiten beginnen könnte. Ende 2015 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider sieht bei der interkommunalen Kooperation Frankfurt als „Flaggschiff, in dessen Spur Offenbach gern mitschippert“. Die Umwandlung des alten MAN-Geländes ist für ihn Stadtreparatur, deren Offenbacher Pläne sechs Jahre zurückreichen.

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