Prozessbeginn

Frau randaliert besoffen in Wohnung  - plötzlich sticht sie zu

Eine Frau hat in Offenbach im Alkoholrausch in einer Wohnung randaliert und auf einen Mann eingestochen. Jetzt wird Cynthia M. vor dem Landgericht Darmstadt angeklagt.
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Eine Frau hat in Offenbach im Alkoholrausch in einer Wohnung randaliert und auf einen Mann eingestochen. Jetzt wird Cynthia M. vor dem Landgericht Darmstadt angeklagt.

Eine Frau hat in Offenbach im Alkoholrausch in einer Wohnung randaliert und auf einen Mann eingestochen. Jetzt wird Cynthia M. vor dem Landgericht Darmstadt angeklagt.

Offenbach -  Nachdem sie in Offenbach in einer Wohnung randalierte und auf einen Mann einstach, muss sich Cynthia M. im Landgericht Darmstadt verantworten. Inwieweit sie überhaupt schuldfähig ist, muss aber noch geklärt werden – die wohnungslose 35-Jährige hatte zur Tatzeit einen Alkoholpegel von mindestens 2,5 Promille im Blut.

„Eine Frau randaliert, sie hat meinen Nachbarn gestochen! Der blutet am Kopf, am Auge und am Bauch. Das ganze Hemd ist voller Blut!“ Dieser Notruf ging am 21. Januar dieses Jahres kurz nach Mitternacht bei der Offenbacher Polizei ein. Die mutmaßliche Täterin ist für die Beamten keine Unbekannte: „Die haben wir in den letzten Jahren schon öfter aus diversen Wohnungen geholt. Sie war bei Kontaktpersonen untergekommen und hat dann dort betrunken gewütet“, weiß der Polizeioberkommissar vom 1. Revier. Schwer verletzt wurde bis dato aber niemand.

Offenbach: Angeklagte streitet sich mit Opfer

Anders in der besagten Nacht. Gut, dass sich die Angeklagte trotz der vielen Biere noch erinnern kann. Strafverteidiger Klaus Weyer gibt für seine Mandantin eine Erklärung ab: „Ich war mit Herrn K. bei seiner Cousine U. und wir haben zusammen getrunken. Dann habe ich K. nach Hause begleitet und wir haben dort weiter getrunken. Es kam zum Streit - warum, weiß ich nicht mehr.“ Sie habe in der Nähe das Messer liegen sehen und zugegriffen. „Ich wollte ihn nicht schwer verletzen. Ich hab' danach kein Blut gesehen. Hab erst bei der Polizei erfahren, wie tief die Stiche waren.“ Es tue ihr sehr leid und sie wolle sich gleich im Saal bei ihm entschuldigen.

Der Vorsitzende Richter ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Aus den Akten weiß er, dass der Alkohol das Leben der jungen Frau schon länger bestimmt. „Von unserer Seite aus kommt eigentlich nur der Maßregelvollzug in Betracht“, eröffnet Volker Wagner die Verhandlung, den möglichen Ausgang vorwegnehmend. In der dortigen Psychiatrie könne sie ihre Sucht in den Griff bekommen. Den kalten Entzug hat M. bereits in der Untersuchungshaft hinter sich gebracht, in der sie seit der Tatnacht sitzt.

Offenbach: Angeklagte wohnte bei Rentner

Soweit entwöhnt ist der Geschädigte K. noch nicht. Stark humpelnd betritt der schmächtige Mann den Saal, setzt sich zitternd auf den Zeugenplatz. „Was haben Sie an dem Tag getrunken?“, will Wagner wissen. „Ich trinke nur Bier aus Flaschen, sonst nichts“, so der 62-Jährige. M. habe mal bei ihm gewohnt. Warum sie so ausgetickt ist, kann er sich nicht erklären. „Ich hab' sie nicht angefasst, es gab auch keine Auseinandersetzung. Ich hab' lediglich zu ihr gesagt, dass sie sich bitte ab nächster Woche eine andere Wohnung suchen soll!“ Dann habe er sich umgedreht und es sei passiert. „Sie hat mich ohne Vorwarnung volle Lotte vor den Flurschrank getreten. Ich bin wieder aufgestanden, sie hat mir das Handy aus der Hand geschlagen und danach weiß ich nix mehr“, behauptet der Rentner. Als er aus seiner Wohnung rauswollte, habe sie noch mal von hinten zugestochen. Insgesamt habe er fünf Stiche abbekommen.

Mindestens zwei davon waren lebensgefährlich. Die Lunge musste genäht werden, K. hat heute noch Probleme beim Luftholen. Vier Verhandlungstage sind für den Prozess eingeplant.

In Offenbach sind mehrere Personen in eine Schlägerei verwickelt. Die Sache eskaliert endgültig, als einer der Beteiligten ein Schwert zieht. Die Berliner Straße am Kaiserlei in Offenbach wird wegen Bauarbeiten im Oktober voll gesperrt.

VON SILKE GELHAUSEN

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