Bürgeler Frauenfastnacht

Ein Dschungel voller Närrinnen

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Die Aktiven der Frauenfastnacht St. Pankratius haben sich für unseren Fotografen gruppiert. Pfarrer Andreas Puckel ist mit dabei als Pumuckl.

Bürgel - Bei der Bürgeler Frauenfastnacht St. Pankratius tummeln sich Hexen, Piraten, Marienkäfer, Nonnen und Hippies, um der vierstündigen Sitzung beizuwohnen. Männer sind auf der Bühne nicht gestattet – mit Ausnahme von Pfarrer Andreas Puckel. Von Annalena Barnickel 

Aber auch die männlichen Besucher haben sich oft ein Kleid übergeworfen und tragen Make-Up. Und in einigen Fällen wird der Beobachter durchaus getäuscht. Nach dem Einzug aller Frauen mit verschiedenen Perücken, die sich in einer einstudierten Choreografie zu lateinamerikanischen Rhythmen bewegen, hält Chefin Gisela Wiegand-Best die Eröffnungsrede: „Fastnacht ist die allerschönste Zeit im Jahr“, betont sie, „also lasst uns diese herrlich närrische Zeit genießen!“ Als Pumuckl verkleidet ist man Pfarrer Andreas Puckel beinahe nicht mehr zu erkennen, während er sein Jahresprotokoll in Reimform zum Besten gibt. Mit roter Perücke, gelbem T-Shirt und grüner Hose philosophiert er über den VW-Skandal oder über Angela Merkels schon in die Geschichte eingegangenen Satz: „Wir schaffen das!“ Zuletzt appelliert er noch an die Menschlichkeit, die in Zeiten der Flüchtlingskrise oft weichen müsse. „Wir müssen handeln wie Christen“, ermahnt er.

Dem folgt ein Loriot-Sketch, gespielt von Carmen Jöst und Anja Kohlhepp, die in der Badewanne in bunt gemusterten Schwimmhauben und Schnorchelbrillen streiten. „Wenn Sie die Ente zu Wasser lassen, lasse ich das Wasser heraus“, ist nur einer der bekannten Sätze, die das Publikum zum Lachen bringen. Petra Frey, Petra Bohne, Jutta Visciani und Anja Wagner begeistern in typischen Doris-Day-Outfits und -Frisuren samt Staubwedel und legen mit Pfarrer Puckel eine flotte Tanz-Performance an den Tag.

Vom leidlichen Gefängnisalltag berichtet Mechthild Kretschmar in Form einer Büttenrede, will aber eigentlich doch gern hinter Gittern bleiben, immerhin hat sie bald 25-Jahre-Jubiläum. Ein Faschingsmärchen, dargestellt von Petra Kohlhepp, Sandra Fuchs, Carmen Jöst, Anja Wagner, Anja Kohlhepp, Jutta Ebert und Marlies Stöckl, zeigt die Geschichte eines blonden Jünglings beim Isenburger Schloss, der durch das Aufsetzen einer Fastnachtskappe zum Narren und am Ende sogar Kerbvadder wird. Untermalt mit vielen bekannten, leicht abgewandelten Songs aus den 80er Jahren wie „Ich geb Gas“ oder „99 Luftballons“ hält es das Publikum am Ende nicht mehr auf den Stühlen.

St. Pankratius: Bilder zur Frauenfastnacht

Gisela Wiegand-Best und Christiane Schwab verstehen es, in bunten Glitzerkostümen die Menge erneut anzuheizen. „Hölle, Hölle, Hölle, Hölle!“, schallt es laut im Saal. Zum Schreien komisch ist der Sketch „Notstand im Altenheim“ mit Mechthild Kretschmar als Krankenschwester sowie Petra Bohne, Petra Frey, Petra Kohlhepp und Jutta Ebert als Pflegebedürftige. Da wird alles schwesterlich geteilt – vom Wasser bis zum Klopapier. Im Zwiegespräch erläutern Gisela Wiegand-Best und Mechthild Kretschmar als Mann und Frau alltägliche Sorgen. „Bei der Diät werde ich noch ins Gras beißen“, jammert die Frau leidend, doch stößt auf wenig Verständnis. „Gras hat immerhin nur zehn Kalorien.“ Dabei treffen sie den Nerv des Publikums, das die beiden mehrmals mit Zwischenapplaus belohnt.

Christiane Schwab, Anja Wagner, Petra Kohlhepp, Carmen Jöst, Sandra Fuchs und Jutta Visciani treten als Victoria-Secret’s Engel in typischen Kostümen auf und zeigen eine mitreißende Performance zu Songs wie „Knocking on Heaven’s Door.“

Als Hausmeister und Gattin überzeugen Petra Frey und Antje Dins, ein richtig altes Ehepaar, wie es im Buche steht. „Allein im Grabe hätte ich meine Ruhe“, beklagt sich der Mann und verzweifelt beinahe an der Unkenntnis seiner Frau hinsichtlich des Handys. Sandra Fuchs und Christiane Schwab entführen danach in die Burlesque-Welt und tanzen mit zwei Barhockern.

Als Höhepunkt des Abends steht der finale Programmpunkt mit allen Beteiligten unter dem Motto: „Dschungel“. Dazu passen die Dekoration des Saals mit aufblasbaren Affen und Lianen sowie das liebevolle gestaltete Bühnenbild mit dem Bild eines dichten Urwalds. Da werden nicht nur berühmte Lieder aus filmischen Disney-Klassikern wie „König der Löwen“ und „Das Dschungelbuch“ in authentischen Kostümen zum Besten gegeben, sondern sich auch im selben Atemzug über das Fernsehformat „Dschungelcamp“ amüsiert. Also: „Ich bin ein Narr, holt mich nicht hier raus!“

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