S-Bahn-Station Marktplatz ist für die Bahn jetzt ein großer Zukunftsversuch

Freundlicher, moderner, informierter

Die S-Bahn-Station Marktplatz ist einer von 16 Zukunftsbahnhöfen der Bahn. An diesen Stationen werden bundesweit neue Idee und Konzepte getestet, die dabei helfen sollen, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und die Zufriedenheit der Kunden zu erhöhen.
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Die S-Bahn-Station Marktplatz ist einer von 16 Zukunftsbahnhöfen der Bahn. An diesen Stationen werden bundesweit neue Idee und Konzepte getestet, die dabei helfen sollen, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und die Zufriedenheit der Kunden zu erhöhen.

Offenbach – Was verbindet Münster (Westfalen), Coburg (Oberfranken), Hofheim (Taunus) und Offenbach? Kommen Sie nie drauf! In diesen vier - und zwölf weiteren - Städten dürfen sich die Bahnkunden an neuen „Services“ freuen.

Bei der DB firmiert das unter dem Schlagwort „Zukunftsbahnhöfe“. Ziel: Die Bahn will die Zufriedenheit von Reisenden und Pendlern an den Ein- und Umsteigepunkten erhöhen. An den 16 ausgewählten Bahnhöfen testet die Bahn, „wie wir Kundenwünsche am besten erfüllen können“. Was gut ankommt, könnte zum Standard werden.

Was der Eisenbahnkonzern am zentralen Offenbacher S-Bahn-Halt Marktplatz umsetzt, stellen die Protagonisten gestern in einer Online-Pressekonferenz vor – Abstandhalten ist auch hier das Gebot der Stunde. Die Schönheits- und Zukunftskur ist zeitlich punktgenau verordnet: Vor 25 Jahren ist Offenbach ans rhein-mainische Schnellbahnnetz (wir berichteten) gegangen. Seitdem gibt’s allerdings immer wieder Kritik: defekte Rolltreppen, dreckige Bahnsteige, schwindendes Angebot. Damit das alles besser wird, investiert die Bahn aktuell und bis Ende des Jahres mehr als 800 000 Euro in die Station Marktplatz.

Fest steht wohl: Die Offenbacher werden „ihre“ zentrale S-Bahn-Station mit allen Umsteigefunktionen (Bus, Elektro-Mobilität, Radwegenetz) hoffentlich nicht mehr wiedererkennen. Und bei der gestrigen Pressekonferenz wird, neben dem gegenseitigen Lob, von den Protagonisten betont, dass das  möglicherweise zukunftsweisende Konzept übertragbar sein könnte – etwa auf die Stationen Ledermuseum und Kaiserlei.

Paul-Gerhard Weiß sagt im Gleichklang mit seinen Magistratskollegen: „Ein großer Pluspunkt für die Bewerbung der Stadt war zudem, dass in Offenbach eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch die Hochschule für Gestaltung erfolgen konnte.“ Die HfG hat zu Beginn die Potenziale des Bahnhofs aus Sicht der Nutzer, unter Berücksichtigung von deren Bewegungsmustern analysiert hat. Daraus sind wesentliche Impulse für die Neuerungen - vor allem auch für eine bessere Information der Fahrgäste - entstanden, die nun getestet werden. Der HfG-Professor Kai Vöckler betont, dass man als Universität auch mal „stärker in die Zukunft denken durfte“ – man darf also gespannt sein.

Was ist bisher passiert? Heller wirkt die Station dadurch, dass die Tunnelwände zunächst bis auf eine Höhe von drei Metern neu gestrichen wurden. Bereits im letzten Jahr wurden Spiegel an der Decke in den Zugängen zur Station angebracht, damit sich die Reisenden besser orientieren können und wohler fühlen. Außerdem wurde die Beleuchtung erneuert. Der endgültige Weg in eine bessere Zukunft ist seit Mai wahrnehmbar. Die Gestaltung des Eingangs hat die Offenbacher Künstlerin Thekra Jaziri übernommen. Ihr Graffiti schafft bereits beim Ankommen an der Station eine fröhliche, einladende Atmosphäre. Keine Frage: So kann es weitergehen. (VON MARTIN KUHN)

Eine S-Bahn stoppt bei Offenbach auf freier Strecke. Die Fahrgäste öffnen nach mehr als 90 Minuten die Türen einfach selbst. Doch das ist streng verboten. 

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