Gegendemonstration angemeldet 

Breites Bündnis gegen Salafisten-Kundgebung

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Pierre Vogel wird in Offenbach predigen.

Offenbach - Gegen die geplante Salafisten-Kundgebung am kommenden Samstag auf dem Platz der Deutschen Einheit formiert sich breiter Widerstand.

Aus Protest hat das Bündnis „Bunt statt braun“, in dem sich mehr als 70 Vereine, Parteien, Gewerkschaften und Personen zusammengeschlossen haben, für Samstag ab 14 Uhr an gleicher Stelle eine Gegendemonstration angemeldet, mit der auch die Initiative von Jusos und Grünen unterstützt wird. „Genauso wie Nazi-Organisationen sollte auch anderen Personen und Gruppen, die Intoleranz und Hass propagieren, in Offenbach ein öffentlicher Auftritt verboten werden“, heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses. Unterstützt wird das Vorgehen des Bündnisses von dem Heusenstammer Landtagsabgeordneten und integrationspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Ismail Tipi. „Wenn wir den Auftritt des Hasspredigers Pierre Vogel schon nicht verbieten können, müssen wir auf andere, demokratisch legitimierte Weise dafür sorgen, dass ihm die Lust an diesem Auftritt vergeht“, so Tipi. Er kritisiert, dass die Kundgebung nicht an einen Ort außerhalb der Offenbacher Innenstadt verlegt wurde. Es sei kurios, dass Extremisten, die den Staat, die Gesellschaft und die Freiheit ablehnten und mitunter offen bekämpften, auf dem Platz der Deutschen Einheit auftreten könnten.

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Tipi zeigt sich zudem enttäuscht darüber, dass die Stadt keine Möglichkeit gefunden habe, die Veranstaltung ganz abzusagen. „Radikale Salafisten gefährden meines Erachtens unmittelbaren die öffentliche Sicherheit. Auch wenn vielleicht direkt keine Gefahr für Leben, Gesundheit, Eigentum oder die Unversehrtheit staatlicher Einrichtungen besteht, ist doch unsere Gesellschaft als Ganze von diesen Extremisten bedroht.“ Für die Offenbacher CDU-Fraktion ist die Genehmigung der Kundgebung durch die Stadt ein „völlig falsches Signal“. Es handele sich bei den Salafisten um eine ultrakonservative Strömung des Islam, die eine rückwärtsgewandte Ausübung dieser Religion anstrebten. Die Bewegung sei „Gift für die Integration“. Das hätte die Stadt mit einer klaren Haltung sichtbar machen müssen, kritisiert Unions-Fraktionschef Peter Freier. 

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mad

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