Stadt hofft auf Bundesmittel

Geld für Sanierung von Waldschwimmbad und Spielplatz beantragt

Offenbach - Bald könnte die Stadt zwei teure Vorhaben mit Hilfe des Bundes realisieren: Da ist zum einen die weitere Sanierung des Waldschwimmbads, zum anderen die des Spielplatzes an der Johannes-Morhart-Straße im Nordend. Von Sarah Neder 

Die Projekte kosten jeweils mehr als eine Million Euro. In Offenbach gibt es nicht genügend Möglichkeiten, schwimmen zu lernen. Das altbekannte Problem stellt Oberbürgermeister Horst Schneider gestern noch einmal dar. Im Winter, wenn das Nichtschwimmerbecken auf der Rosenhöhe geschlossen ist, sei das Angebot gleich Null.

Das könnte sich jedoch bald ändern: Denn auch das kleine Becken soll eine Traglufthalle bekommen, damit Anfänger das ganze Jahr über Kurse besuchen können. Noch wichtiger ist die angedachte Überdachung fürs Schulschwimmen. Das könnte im Winter künftig komplett in der kleinen Traglufthalle stattfinden. Bislang muss Grundschülern das Schwimmen im viel zu kleinen Bädchen der Marienschule beigebracht werden.

Die zweite Luftblase auf der Rosenhöhe, die laut Matthias Wörner, Chef des Badbetreibers EOSC, samt Technik etwa eine halbe Million kosten würde, wäre Teil eines ganzen Sanierungspakets für das einzige öffentliche Bad der Stadt. Weiter gehören dazu unter anderem eine Edelstahlwanne fürs kleine Becken oder auch die weitere Sanierung des Sanitär- und Umkleidetrakts.

Um das zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Euro teure Projekt finanzieren zu können, hat sich die Stadt beim Bundesprogramm für die Sanierung kommunaler Einrichtungen beworben. Der Bund trägt bei Zusage 90 Prozent der Kosten.

Gleiches gilt für den Spielplatz an der Johannes-Morhart-Straße im Nordend, einen der größten der Stadt. Der ist seit vergangenem Frühjahr eine riesige Baustelle, weil nach Sanierungsbeginn im Boden industrielle Altlasten festgestellt wurden und man zudem noch Kampfmittel im Erdreich vermutet. Wegen des unerwartet großen Aufwands, den Grund zu erneuern, reicht der von der Stadt festgesetzte Etat von 325.000 Euro nicht mehr aus. Allein das Abtragen, Prüfen und Aufschütten des Bodens verursache Kosten von fast 1,3 Millionen Euro, schildert Sigrid Pietsch vom Amt für Stadtplanung.

Insgesamt bis zu 1,9 Million Euro für eine Spielplatzsanierung? Horst Schneider verteidigt den Plan: Das Areal an der Johannes-Morhart-Straße sei von zu großer Bedeutung, um die begonnene Erneuerung ganz abzubrechen, betont der Oberbürgermeister. „Er ist der einzige Spielplatz im gesamten Nordend, und dort wohnen 16.000 Menschen.“

Das Stadtplanungsamt, so Schneider weiter, habe nach einer Ausweichfläche Ausschau gehalten. Jedoch sei keine so groß wie die jetzige gewesen. Außerdem sei nicht garantiert, dass der Boden an einem anderen Ort weniger belastet sei. Die beiden Sanierungsvorhaben beziehungsweise das Anzapfen der Fördermittel sind in eine Magistratsvorlage gegossen, die das Stadtparlament in seiner nächsten Sitzung abnicken soll.

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Ob der Bund überhaupt eins der Vorhaben oder sogar beide fördert, zeigt sich aber erst im März nächsten Jahres. Dann entscheidet sich nämlich, wer und was den Zuschlag erhält.

Voraussetzung für die Förderung, berichtet Stadtplanerin Marion Rüber-Steins, seien eine „große Strahlkraft“ des Projekts sowie dessen zügige Umsetzbarkeit. Denn die Mittel aus dem Bundesprogramm müssen bis Ende 2018 verbaut sein. Um Letzteres machen sich die Offenbacher Experten indes keine Sorgen. Bis dahin sollen beide Vorhaben längst fertig gestellt sein.

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