Evangelische Kirche Bieber

Offenbach: Gemeindehaus Waldhof wird aufgegeben

Das Gemeindehaus in der Schutzbaumstraße soll für soziale Zwecke weitergenutzt werden.
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Das Gemeindehaus in der Schutzbaumstraße soll für soziale Zwecke weitergenutzt werden.

Seit Jahren schrumpfen die Kirchengemeinden der Stadt: Auch bei der Evangelischen Kirchengemeinde Bieber müssen nun Konsequenzen aus dem Mitgliederschwund gezogen werden. Die Gemeindeversammlung hat daher beschlossen, das Gemeindehaus in der Schutzbaumstraße in Waldhof aufzugeben.

Offenbach - „Als ich vor fünf Jahren in der Gemeinde anfing, zählten wir noch 2800 Mitglieder, aktuell sind es noch 2253“, sagt Pfarrerin Irmela Büttner. Der drastische Mitgliederschwund wirkt sich auch auf die Gebäude der Gemeinde aus. Denn die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat sich angesichts düsterer Zukunftsprognosen schon vor Jahren ein striktes Raumprogramm verordnet: Jede Gemeinde darf nur noch Räumlichkeiten entsprechend der Anzahl ihrer Mitglieder haben.

Schon 2009 hat die Gemeinde ihr Gebäude in Bieber-West aufgegeben, nicht zuletzt, um so auch die Sanierung ihres Gemeindehauses an der Aschaffenburger Straße zu finanzieren. Doch mit den Gebäuden in Waldhof und im Bieberer Kern liegt die Gemeinde immer noch über den ihr laut EKHN zustehenden Flächen.

Eine theoretische Möglichkeit wäre zwar, das Gebäude in Waldhof in Eigenregie weiterzuführen, doch dafür müsste die Gemeinde sämtliche Unterhalts-, Verwaltungs- und Versicherungskosten selbst übernehmen. Rund 17000 Euro würde der Unterhalt jährlich kosten – zuviel für die Gemeinde.

„Wir haben intensiv geschaut, ob wir Partner finden, mit denen wir kooperieren können: Aber da fand sich leider niemand“, sagt Büttner. An Interessenten für die Nutzung der Räumlichkeiten gebe es zwar keinen Mangel, doch sobald es um die Kostenbeteiligung ging, seien sämtliche Gesprächspartner abgesprungen.

Daher hat die Gemeinde beschlossen, das Gebäude aufzugeben, der Regionalverband als Eigentümer wird nun nach einem Nachnutzer suchen. „Das Gebäude soll aber künftig weiterhin für soziale Zwecke genutzt werden, das hat die Gemeindeversammlung dem Regionalverband zur Auflage gemacht“, betont die Pfarrerin. Für die Bürger in Waldhof bleibt die Schutzbaumstraße 35 somit erhalten.

Wann genau das Haus aufgegeben wird, steht noch nicht fest. Der Verband rechnet damit, dass es ein bis drei Jahre dauert, bis sich ein Nachnutzer findet. „Unser Angebot läuft also erst einmal weiter“, sagt sie. Der Entschluss sei schmerzhaft für die Gemeinde, gerade das Kirchencafé für Senioren oder der offene Kindertreff seien von den Bewohnern in Waldhof gut genutzt worden.

Das Gemeindehaus in der Aschaffenburger Straße soll künftig Anlaufpunkt für sämtliche Angebote werden. Ob alle Angebote dort fortgeführt werden können und ob die bisherigen Besucher bereit sind, dafür in die Aschaffenburger Straße zu kommen, wird sich zeigen. Momentan berate man mit der Bauabteilung des Stadtdekanats Frankfurt und Offenbach, wie kleinere Umbauarbeiten erfolgen können, um die Räumlichkeiten je nach Gruppengröße anzupassen. Man wolle sich ganz auf das verbliebene Gemeindehaus konzentrieren und erachte es als Chance, allen Generationen dort Angebote zu machen.

Zunächst bleibt in der Schutzbaumstraße aber alles beim Alten. „Solange wir das Gemeindehaus nicht umgebaut haben und es keinen Nachnutzer gibt, sind wir noch in Waldhof präsent“, sagt Irmela Büttner.

Von Frank Sommer

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