„Wo Polizei draufsteht, muss Polizei drin sein“

Gewerkschaft der Polizei sieht den Freiwilligen Polizeidienst mehr als kritisch

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Gewerkschaft der Polizei sieht Freiwilligen Polizeidienst kritisch

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht den Freiwilligen Polizeidienst mehr als kritisch und lehnt diesen rundum ab. „Wir vertreten die Ansicht: Wo Polizei draufsteht, muss auch Polizei drin sein“, sagt Landesvorsitzender Andreas Grün auf Anfrage.

Offenbach – Mit einer Ausbildung von 50 Stunden hält es die Gewerkschaft für nicht vertretbar, „jemanden in Polizeiuniform auf die Straße zu schicken“. Die Gewalt gegen Uniformierte nehme seit Jahren zu. Grün beziffert das: „In Hessen mussten wir im vergangenen Jahr den Höchststand von 3 967 Angriffen gegen die Polizei verzeichnen.“ Seine Beobachtung: Oft genügt eine Personalienfeststellung, und ein Gespräch eskaliert über verbale Beschimpfungen bis hin zu gezielten körperlichen Angriffen. Dafür seien die Menschen des FPD nicht ansatzweise ausgebildet und ausgerüstet.

Der Landesvorsitzende findet zudem: „Eine Straftat oder etwas Auffälliges der richtigen Polizei melden kann nach unserer Auffassung jeder Bürger. Fast jeder hat heutzutage ein Mobiltelefon und kann die Polizei verständigen.“ Im Übrigen sei die Aufwandsentschädigung von sieben Euro pro Stunde gegenüber anderen ehrenamtlich Tätigen – wie der Feuerwehr und den Hilfskräften – eine Ungleichbehandlung von gesellschaftlichem Ehrenamt.

Offenbach: Politische Versäumnisse der Vergangenheit

Die politische Absicht, das Sicherheitsempfinden der Bürger durch Streifenpräsenz zu erhöhen, darf nach Auffassung der GdP „nicht durch einen unprofessionellen Einsatz des FPD geschehen“. Die politischen Versäumnisse der Vergangenheit (Stellenabbau bei der Polizei) müssten durch weitere Einstellungsoffensiven ausgeglichen werden. Grün: „Die momentan in den Landeshaushalten eingestellten Personalverstärkungen für die Polizei, werden angesichts immer neuer Aufgabengebiete bei Weitem nicht ausreichen, um das Sicherheitsgefühl der Menschen zu befrieden.“

Innere Sicherheit sei ein hohes Gut. Dies zu gewährleisten, bedürfe klarer politischer Bekenntnisse zu professioneller rechtsstaatlicher Polizeiarbeit. Der FPD erfülle das nicht und könne deshalb nicht Bestandteil der hessischen Sicherheitsarchitektur sein. 

mk

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