Preisträger

Horst Schneider pflanzt Baumgeschenk: Ein Ginkgo für den Alt-OB

Es werde grün: Horst Schneider, Jürgen Engel und Stephanie Baden gießen den Ginkgo. Foto: meidel

Er ist schon länger nicht mehr Oberbürgermeister von Offenbach: Trotzdem hat Horst Schneider bei offiziellem Termin einen Baum gepflanzt. Den gabs zu einem Preis dazu.

Offenbach - Schon seit Januar 2018 ist Horst Schneider nicht mehr Offenbachs Oberbürgermeister. Dennoch sind gestern Nachmittag wieder die Kameras der Journalisten auf ihn gerichtet, als er auf dem Karl-Carstens-Platz (wem das nichts sagt: Es handelt sich um die Verkehrsinsel auf der Berliner Straße zwischen Büsingpark und Agentur für Arbeit) zur Kanne greift und den dort frisch gepflanzten Ginkgo-Baum gießt. Ein bisschen wirkt’s wie eine verspätete Amtshandlung – und genau das ist es im Grunde auch.

„In meinem letzten Amtsjahr habe ich im Spiegelpalast in Berlin den jährlich zu vergebenden Preis für Stadtplanung von der Organisation Urban Land Institute (ULI) verliehen bekommen“, erinnert sich Schneider. „Damit ist auch immer eine Baumspende verbunden – was ich gar nicht mitbekommen hatte.“ Anfang dieses Jahres hätten die ULI-Leute bei ihm angerufen und gesagt: „Wir müssen bald mal diesen Baum pflanzen.“ Beim Stadtplanungsamt erkundigte sich der Alt-OB daraufhin nach einem geeigneten Fleck dafür.

Seit gestern steht auf der Verkehrsinsel nun der Ginkgo – übrigens ein männlicher, der im Gegensatz zu den weiblichen Exemplaren der Baumart keinen unangenehmen Geruch entwickelt. Die Stadtwerke haben die Gelegenheit genutzt und zur Begrünung auch gleich noch dekorative Stauden darum herum gepflanzt.

Zum grünen Geschenk gratulieren Horst Schneider gestern auch Stadtplanungsdezernent Paul-Gerhard Weiß und Architekt Jürgen Engel, der 2017 als Vertreter der ULI-Jury die Laudatio auf ihn hielt.

„Mit dem Preis zeichnen wir Vertreter der Immobilienbranche und der öffentlichen Hand aus“, erklärt ULI-Geschäftsführerin Stephanie Baden. „Herr Schneider hat die Auszeichnung bekommen für das besondere Engagement, das er für die Entwicklung Offenbachs gezeigt hat.“ Bei der geschenkten Pflanze handle es sich deshalb ausgerechnet um einen Ginkgo, weil diese Baumart für ihre Widerstandskraft bekannt und somit ein guter Stadtbaum sei.

Horst Schneider wünscht ihm gestern „ein langes, unfallfreies Leben“ an der Berliner Straße.

VON MARIAN MEIDEL

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