Stadtrat sichert Verbesserungen zu

Goetheschüler protestieren vor Offenbacher Rathaus

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Kinder der Goetheschule haben gestern lautstark ihre Forderungen verkündet. Gemeinsam mit dem Elternbeirat und der Schulleitung verlangten sie weitere Sanierungsmaßnahmen am Schulbau. Foto:

Nur wenige Minuten lang schwenken die fast 100 Goetheschüler vor dem Rathaus ihre Schilder, da kommt Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) auch schon heraus, um ihnen Gehör zu schenken.

Offenbach – Vier Forderungen haben Elternbeirat und Leitung der Goetheschule formuliert, seit April haben sie im sozialen Umfeld der Bildungseinrichtung Unterschriften gesammelt (wir berichteten). 1642 Menschen haben unterzeichnet, um zu zeigen, dass sie das Anliegen unterstützen. Am gestrigen Mittwochmorgen haben Initiatoren und Kinder das entsprechende Dokument nun gemeinsam an Weiß übergeben.

Protest der Goetheschüler in Offenbach: Die Forderungen

Ihre Forderungen sind schnell erklärt: Für ihren kleinen Gymnastikraum wünscht die Goetheschule einen Notsausgang. Da es seit mehr als zwei Jahren keinen benutzbaren gibt, darf in dem Raum nicht geturnt werden. Auch neue Fenster stehen auf der Wunschliste. Die im Altbau vorhandenen seien zu hoch gelegen, um die Klassenzimmer einfach lüften zu können. Gefordert wird zudem eine neue Mensa – derzeit essen die Kinder im Keller zu Mittag, wo es an Tageslicht, Ambiente und Wohlduft mangelt. „Vor einigen Jahren war eine grundlegende Sanierung der Goetheschule angedacht“, erklärt Kira Tadrowski, Vorsitzende des Schulelternbeirats. „Das ist vor ein paar Jahren zugunsten von kleineren Sanierungsprojekten abgesagt worden.“ Wegen des rapiden Bevölkerungswachstums räumte die Stadt Schulneubauten Priorität ein.

Zur großen Überraschung von Kindern, Eltern und Schulleitung hat Paul-Gerhard Weiß gestern fast ausschließlich gute Nachrichten für sie. Er beginnt mit dem Thema Notausgang: „Leider gab es da mit der Bauaufsicht ein Problem. Die Baugenehmigung musste neu eingeholt werden, die Statik muss noch mal berechnet werden – dann kommt das aber auch.“ Es sei nur noch eine Frage von Wochen oder Monaten, bis das Thema angepackt werden könne. „Sobald die Witterung mitspielt und der Statiker es neu berechnet hat, wird das gemacht.“ Der neue Notausgang sei aber in jedem Fall abgesegnet und in trockenen Tüchern.

Schulbau in Offenbach: Stadtrat sichert Verbesserungen zu

„Die Fenster werden im nächsten Jahr auch kommen“, fährt Weiß fort. „Mitsamt Sonnenschutz, das ist beschlossen.“ Für diese Aussage erntet er von Schülern, Eltern und Schulleitung spontan tosenden Applaus. „Das ist ja wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen“, freut sich die stellvertretende Schulleiterin Ulla Altwicker über die Neuigkeit.

Lediglich der Wunsch nach einer neuen Mensa bleibt unerfüllt. „Mit der ist es ein bisschen schwieriger“, räumt Weiß ein. „Dafür brauchen wir Platz, und den werden wir erst haben, wenn wir wissen, dass die Polizei aus dem Revierbau geht. Dann können wir weiterdenken.“ Dass die Situation im Keller nicht gut sei, sei allen bewusst. Schallschutzmaßnahmen, die die Goetheschule zuvor, wie berichtet, erbat, werden aktuell bereits umgesetzt.

Zwei Millionen Euro pro Jahr hat die Stadt für einzelne Sanierungsmaßnahmen an Schulen in ihrem Budget zur Verfügung, wie op-online.de* berichtet. Dazu kommen laut Weiß jährlich 400. 000 Euro aus dem Hessischen Regionalfonds Flughafen, mit dem Offenbach für seine Fluglärmbelastung entschädigt werden soll. Eine einmalige Summe von vier Millionen Euro hat die Stadt jetzt zudem aus einem Fördertopf des Landes bekommen, der speziell für Lärmschutzmaßnahmen gedacht ist. Weiß zufolge ist Hintergrund hiervon die 2014 veröffentlichte Lärmwirkungsstudie „NORAH“, die bescheinigte, dass der Fluglärm negativen Einfluss auf die körperliche und physische Entwicklung von Kindern in Offenbach nimmt.

VON MARIAN MEIDEL

*op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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