Lebensgefahr

Winter lockt Menschen auf zugefrorene Gewässer – Experten mit eindringlicher Warnung

Perfektes Winterwetter hat die Menschen auf zugefrorene Seen und Flüsse gelockt, wie hier am Burgweiher in Dreieich im Kreis Offenbach. Doch beim Betreten der Eisflächen besteht Lebensgefahr.
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Perfektes Winterwetter hat die Menschen auf zugefrorene Seen gelockt, wie hier am Burgweiher in Dreieich im Kreis Offenbach. Doch beim Betreten der Eisflächen besteht Lebensgefahr.

Strahlender Sonnenschein und klirrende Kälte haben viele Menschen im Kreis Offenbach und Umgebung auf die zugefrorenen Gewässer gelockt. Doch es herrscht Lebensgefahr.

  • Perfektes Winterwetter hat am Wochenende viele Menschen im Kreis Offenbach nach draußen gelockt.
  • Vielerorts waren zugefrorene Seen und Flüsse Anlaufstellen für Besucher.
  • Doch Experten warnen: Beim Betreten der Eisflächen herrscht Lebensgefahr.

Offenbach – Die klirrende Kälte der vergangenen Tage mit Temperaturen im zweistelligen Minusbereich haben die Gewässer in Hessen mit einer Eisschicht bedeckt und zufrieren lassen. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und eisiges Winterwetter lockten die Menschen am Wochenende nach draußen. Die Versuchung, sich auf das Eis zu begeben, war vielerorts groß. So auch am Burgweiher in Dreieich im Kreis Offenbach oder auf den Feldern am Altrhein bei Trebur im Kreis Groß-Gerau, wo sich Hunderte Besucher auf dem Eis tummelten. Doch Experten sind sich einig: Beim Betreten der Eisflächen herrscht Lebensgefahr.

Experten warnen vor dem Betreten der Eisflächen in Hessen: Es herrscht Lebensgefahr

„Auch wenn es schön glitzert und zum Spaziergang einlädt: Das Betreten von Eisflächen kann lebensgefährlich sein“, warnt beispielsweise der DLRG auf Twitter. Dahingehend sind sich auch die Feuerwehren und Behörden einig. Insbesondere auf gefrorenem Hochwasser soll laut Jens Förster vom DLRG-Kreisverband Groß-Gerau große Gefahr bestehen. Gegenüber Radio FFH sagte er: „Wenn das Wasser unter der Eisschicht abfließt, bilden sich Hohlräume. Dann ist die Einsturzgefahr noch höher.“

Trotz Hinweisen und Verbotsschildern nutzten jedoch viele Menschen im Kreis Offenbach das Wetter für Tagesausflüge zum Schlittschuhlaufen oder Eishockeyspielen. Viele waren sich der Gefahr, die auf dem Eis besteht, nicht bewusst. Andere ignorierten sie schlicht und ergreifend. Denn: Das Risiko, im Eis einzubrechen, ist aufgrund des vorhergegangen Hochwassers ohnehin erhöht. Durch die Sonneneinstrahlung und die Tagestemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt steigt diese Gefahr weiter. Nicht alle Eisflächen sind somit tragfähig.

Feuerwehr appelliert Warnhinweise ernst zu nehmen und Eisflächen nicht zu betreten

Auf der Internetseite der Feuerwehr Offenbach empfiehlt Hermann Schreck, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, nur freigegebene Eisflächen zu betreten. Ansonsten sei das Eis trotz der aktuellen Minusgrade zu dünn. „Es droht Einbruch“, so Schreck. Die Freigabe der Eisflächen erfolgt durch die jeweiligen örtlichen Behörden. Für die meisten Gewässer des Landkreises Offenbach gab es jedoch keine offizielle Freigabe. So auch im Osten des Kreises am Hainburger Knochensee.

„Wir appellieren an die Bevölkerung, die örtlichen Warnhinweise ernst zu nehmen“, sagte Harald Popp, der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Hessen. Demnach sei für die Freigabe eines Gewässers eine Eisdicke von etwa 15 bis 20 Zentimetern notwendig. „Davon sind wir aber noch weit entfernt“, wird Popp vom Nachrichtenportal „n-tv.de“ zitiert. Auch stellte er klar: Je größer die Eisfläche, desto höher sei das Risiko, dass diese noch nicht vollständig und dick genug zugefroren ist. Auf ihrer Homepage gibt die Feuerwehr Offenbach außerdem Tipps zum richtigen Verhalten bei Unfällen im Eis. (Yannick Wenig)

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